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Zitate Solschenizyns „Man kann alle Katastrophen überleben, nicht aber geistige“

04.08.2008 ·  Eine Auswahl von Zitaten Alexander Solschenizyns: über Russland, über Deutschland, über seine Arbeit, sein Leben und den Tod.

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Eine Auswahl von Zitaten Alexander Solschenizyns: über Russland, über Deutschland, über seine Arbeit, sein Leben und den Tod.

Über Russland: „Russland ist ein krimineller Staat.“ (Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“, Dezember 1998)

„Es kann nicht angehen, dass persönliche Greueltaten von konkreten Führern oder politische Regimeverbrechen zur Schuld des russischen Volkes und seines Staates erklärt oder auf die angeblich krankhafte Psyche des russischen Volkes zurückgeführt werden, wie es im Westen oft genug getan wird.“ (Gespräch mit dem Magazin „Der Spiegel“, Juli 2007)

„Unter Gorbatschow und in der ganzen Jelzin-Zeit haben wir weder Reformen noch Demokratie erfahren.“ („Spiegel“-Gespräch, März 2000)

„Ich bin ein überzeugter und konsequenter Kritiker des Parteien-Parlamentarismus und Anhänger eines Systems, bei dem wahre Volksvertreter unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit gewählt werden.“ („Spiegel“-Gespräch, Juli 2007)

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Russen als Nation aussterben. Unser Abstieg währte mehr als 70 Jahre unter den Kommunisten und auch die 10 Jahre danach. Der Aufstieg ist immer schwieriger, er wird mindestens 100 Jahre in Anspruch nehmen.“ („Spiegel“-Gespräch, März 2000)

„Der Weg zur Demokratie braucht Zeit und Geduld - das gilt für Intellektuelle wie Politiker.“ („Spiegel“-Gespräch, März 2000)

Über Deutschland: „Schon als Schulkind war ich von der deutschen Literatur und der deutschen Sprache begeistert, ich habe zwei Sommer lang Goethe, Schiller, Heine, deutsche Volksmärchen auf Deutsch gelesen - was immer mir in die Hände kam. Es war ein Genuss für mich. Der Krieg gegen das faschistische Deutschland hat bei mir keine negativen Gefühle gegenüber dem deutschen Volk ausgelöst.“ („Spiegel“-Gespräch, März 2000)

Über seine Arbeit: „Es ist eine innere Triebfeder, schon seit meiner Geburt. Ich habe mich immer mit Vergnügen der Arbeit hingegeben, der Arbeit und dem Kampf.“ („Spiegel“-Gespräch, Juli 2007)

„Ich konnte keine persönliche Ehrenbekundung akzeptieren für ein Buch, das mit dem Blut von Millionen Menschen geschrieben worden war.“ („Spiegel“-Gespräch im Juli 2007 über einen Preis für Solschenizyns Buch „Archipel Gulag“)

Über sich und das Leben: „Man kann alle wirtschaftlichen, staatlichen, physischen Katastrophen überleben, nicht aber geistige. Wenn wir uns aufgeben, wenn wir aufhören an uns, an unsere Zukunft zu glauben, dann sind wir erledigt.“ (Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“, Dezember 1998)

„Die Verwirklichung der Freiheiten darf nicht so weit gehen, dass sie die Existenz des Gemeinwesens bedroht oder die religiösen und nationalen Gefühle beleidigt.“ (Interview der Moskauer Tageszeitung „Moskowskije Nowosti“, April 2006)

„Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden.“

„Ein Mensch ist tatsächlich in vielfacher Weise einer Pflanze ähnlich. Wenn er von einem Ort entwurzelt und weit weggeworfen wird - dann beeinträchtigt das Hunderte winziger Wurzeln und Nervenzentren. (...) Aber ich halte es nicht für hoffnungslos. Selbst alte Bäume können, wenn man sie versetzt, an einem neuen Ort wieder Wurzeln fassen.“ (Interview der Nachrichtenagentur AP, gedruckt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Februar 1974)

„Ich bin ein Optimist von Geburt an, und ich kann mein Exil nicht als endgültig betrachten. Ich habe das Gefühl, dass ich in einigen Jahren nach Russland zurückkehren werde.“ (AP-Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Februar 1974)

Über den Tod: „Ich denke nicht nur daran, ich bin absolut für ihn bereit. (...) Ich betrachte ihn als natürlichen Teil unseres Daseins, als Übergang von einem Zustand zum anderen.“ (Gespräch mit der „Neuen Zürcher Zeitung“, Dezember 1998)

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