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„Zeitungszeugen“ Gericht verbietet Abdruck von „Mein Kampf“

 ·  Rückschlag für die „Zeitungszeugen“: Das Landgericht München hat die Veröffentlichung von Auszügen aus Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“ verboten. Eine Broschüre zum Buch soll am Donnerstag erscheinen - allerdings mit unleserlichen Zitaten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (39)

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K. Peter Luecke

Jetzt mal ganz sachlich zum Inhalt von "Mein Kampf". Die rund 800 Seiten umfassende ...

... Autobiografie Hitlers taugt heute kaum, um in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Schon in den 30ern hat das Buch ja kaum jemand gelesen. Heute würde es auch die Mehrzahl der Leser schon allein deshalb nicht mehr ansprechen, weil die Themen mittlerweile irrelevant sind. So die Diskussion um die Kriegsschuldfrage des Ersten(!) Weltkriegs, Versailler Vertrag, Ruhrbesetzung etc. Dann die Auseinandersetzung mit Kommunismus/Marxismus (hat sich sich bekanntlich inzwischen aus anderen Gründen erledigt).Dann breitet Hitler sein Leben episch aus. Auch da kein zündender Funke. Der interessantere Teil ist staatspolitischer Natur. Darin diskutiert Hitler u.a.die Rolle imperialer Mächte (ua. England) und setzt sich mit den Staatsformen auseinander. Der brisantere Teil ist das Kapitel "Volk und Rasse", etwa 50 Seiten, wo Hitler zunächst den Darwinismus referiert, dann die besonderen Fähigkeiten der Juden anerkennend nennt und vor ihnen wegen deren "internationalistischer" Orientierung warnt.

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Jürgen Vogel
Jürgen Vogel (pascht) - 26.01.2012 07:03 Uhr

Die Torheit der Klugen

Nein, es geht nicht darum ob dieses 'Kunstwerk' inhaltlich etwas zu bieten hat. Es geht schlichtweg nur darum einem rechtsradikalen Gedankengut keine BÜhne zu bieten, um die Gefahr der Verfänglichkeit ungebildeter und unaufgeklärter Menschen erst gar nicht einzugehen. Nein, wir brauchen keine geistige Auseinandersetzung mit diesem Buch. Diese Auseinandersetzung hatten wir schon. Das Verbot ist unsere gesellschaftliche Stellungnahme zu diesem Buch. Mehr bedarf es nicht und dabei soll es auch bleiben.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2012 17:22 Uhr
Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 26.01.2012 17:22 Uhr

Mit dieser Argumentation, Herr Vogel,

nähern Sie sich genau dem "System Adolf Hitler" an, dass auch schon mal Bücher verbieten und überdies verbrennen ließ.

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Ronny Schaffer

Wie wollen Sie dann

die "Ungebildeten" aus ihrer Unmündigkeit herausholen, sollten diese sich gerade dafür interessieren, was Hitler konkret schrieb und dachte?
Sie haben natürlich Recht, braunem Gedankengut keine Bühne zu bieten. Hier aber geht es um ein Buch, dass im Groben die Denkweise eines historisch "bedeutsamen" Mannes widerspiegelt. Allein die Sprache sorgt mE für die nötige Distanz, um das Gewirr nüchtern zu betrachten. Ich mag mich irren, aber wenn jemand aufgrund dieses Buches verfänglich wird, müsste man Youtube hier in Dtld. auch verbieten, bei dem, was sich da so rumtreibt. Und genau dort wird modern geworben und gesprochen, eine viel größere Gefahr.
Nicht zuletzt sorgt der Status des Verbotenen für einen Reiz und eine Vorverurteilung für diejenigen, die sich nüchtern dafür interessieren.

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K. Peter Luecke

"Das Verbot ist unsere gesellschaftliche Stellungnahme zu diesem Buch"

Ihre(!) vielleicht !? Unsere(!) nicht !

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K. Peter Luecke

Warum die Aufregung !?

Das Buch wurde doch während der NS-Zeit allen damals eheschließenden Paaren schön mit Widmung des Standesbeamten ("Dem jungvermählten Paare ...") und/oder des Amtsbürgermeisters als Prachtausgabe mit Goldrücken und auf dem Umschlagdeckel mit Stadtwappen und sogar im Schuber überreicht. Ich gehe doch sehr stark davon aus, dass davon - allein schon aus völlig unpolitischen Erinnerungsgründen - sehr viele Exemplare in den Haushalten "überlebt" haben. Da kann doch jeder, den es betrifft und den es interessiert, mal locker selber nachlesen und nach den hier im Leserzuschriftenbereich so häufig zitierten "Hetzpassagen" forschen ...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.01.2012 10:02 Uhr
George Rauscher

na ja,

ich denke mal man konnte nach dem Krieg, in Zeiten der Entnazifizierung, diese Bücher gar nicht schnell genug loswerden.

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Peter Slater

Herr Schnappe das Buch steht in weltweiten Regalen, nur in Deutschland muss es bestellt werden

Also Herr Schnappe, die Demokratie Deutschlands muss diese Buch aushalten konnen und es wird immer Idioten und Spinner geben, die dieses Buch zur Aufhetze nutzen werden und stimme ihnen schon zu, jedoch konnen Sie in jeder Buchhandlung Deutschlands dieses Buch bestellen, nur ob der Buchhandler ihrem Wunsch entspricht, ist die Sache des Buchhandlers, denn der ist nicht verpflichtet, dieses Buch zu verkaufen. Hitlers Buch ist in Grossbritannien ein ewiger trauriger Bestseller und ist zweisprachig erhaltlich und es ist erstaunlich, wie viele meine Patienten und das Krankenpflegepersonal sich uber Hitlers Buch unterhalten konnen.

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Michel Cremer

Das Buch ist doch frei (kommentiert) erhältlich! Ein wichtiges Zeitdokument

Adolf Hitler, Mein Kampf, List-Verlag, 11. Auflage 1997, -eine kommentierte Auswahl von Christian Zentner, -diese Ausgabe ist, war seinerzeit zumindest, im Buchhandel frei erhältlich.
Warum soll das Buch auch verboten sein? Wer es liest, stellt schnell fest, nein, "ansteckend" ist es nicht, -es ist "banal", ein Pamphlet halt, wie es auch heute unzählige davon gibt.
[...]Es soll ein scharfer Unterschied zwischen allgemeiner Bildung und besonderem Fachwissen bestehen. Da letzteres gerade heute immer mehr in den Dienst des reinen Mammons zu sinken droht, muß die allgemeine Bildung, wenigstens in ihrer mehr idealen Einstellung, als Gegengewicht erhalten bleiben.[...]
[...]Es geht nicht an, die jungen Gehirne mit einem Ballast zu beladen, den sie erfahrungsgemäß nur zu einem Bruchteil behalten[...]
Gewiss, diese Stellen sind harmlos, aber eine gut kommentierte Ausgabe kann nur hilfreich und wünschenswert sein,- sie zeigt nämlich auf, wie "Rattenfänger" früher und heute (!) arbeiten!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2012 10:29 Uhr
K. Peter Luecke

Nicht ausreichend.

Chr Zentners kommentierte Auswahl zu Hitlers "Mein Kampf" hat - relativ groß gedruckt und mit umfangreichem Anmerkungsteil - gerade mal rund 250 Seiten, netto knapp 170 und davon schätze ich mal mindestens die Hälfte eigene Ausführungen des Autors. Also sagen wir mal 80 Seiten "Mein Kampf". Das Original umfasst aber - eng bedruckt - rund 800(!) Seiten. Mit der Zentner-Auswahl erhält man also - Drucksatz-Größenunterschiede mitgerechnet - allenfalls 6 bis 8 Prozent des Originalwerkes präsentiert. Um einen allerersten Überblick zu erhalten: ok, aber man ist natürlich auf die gezielte Auswahl (man könnte auch sagen: zensierte Auswahl) von Chr Zentner festgelegt. Für einen wirklichen Überblick reicht das kaum.

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Ulrich Stauf
Ulrich Stauf (DH7XU) - 25.01.2012 21:03 Uhr

Was für ein Affentanz um diesen Schinken ...

Wenn schon Rafael Seligmann vor einigen Jahren forderte "Gebt den Kampf frei", weil er der Ansicht ist, dass die deutsche Bevölkerung jetzt reif genug ist, damit richtig umgehen zu können, dann sollte doch die gutmenschliche Verbotsstrategie der CSU in der "Hauptstadt der Bewegung", so wurde damals München bezeichnet, endlich ein Ende finden. Ein Verbot nützt sowieso nichts, denn wer sich - aus welchen Gründen auch imer - dafür interessiert, dürfte mit Sicherheit im WWW fündig werden.

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Bernhard Labermeier

Anders gefragt?

Möchten überhaupt so viele das Buch lesen?
Also ganz im Ernst, ich lese auch viel um einfach zu wissen was drin steht, religiöse Schriften zum Beispiel. Ich bin auch sehr Geschichtsinteressiert und habe einige Bücher zu Hause, einfach weil sie von bedeutenden Persönlichkeiten geschrieben wurden.
Aber diese Buch interessiert mich nun wirklich gar nicht.
Es ist doch erwartbar, dass der Mann einfach seinen ganzen Hass da rein geschrieben hat und sich dabei, dem Titel nach selbst zum Helden erklärt hat.
Dafür muss ich das Buch nun wirklich nicht lesen, diese Parolen hat man in 1000 Dokus gehört.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2012 02:59 Uhr
K. Peter Luecke

@Labermeier: Ihre effiziente Anleitung zum Lesen !

("Möchten überhaupt so viele das Buch lesen? ... .diese Parolen hat man in 1000 Dokus gehört.") Genial. Ich verlasse mich demnächst auch nur noch auf die Aussagen unserer Politiker und Fernsehjournalisten, die uns unmündigen Bürgern Bücher vorenthalten, die wir sowieso allenfalls missverstehen könnten. Die sagen uns schon, was darin steht und was wir davon zu halten haben! Wozu selber denken ?? Wofür zahlen wir den Verfassungsschutz, der kann das für uns viel besser erledigen. Sie haben mir auch Zeit gespart, indem Sie anmerkten, dass "Es doch erwartbar (sei), dass der Mann sich ... dem Titel ("Mein Kampf") nach selbst zum Helden erklärt hat.". Denn ich wollte jetzt mal das inzwischen auch in der Bundeszentrale für Politische Bildung erschienene Buch über die rebellische 68er Generation von Götz Aly ("Unser Kampf") lesen. Kann ich mir nun echt schenken, wenn sich darin diese aktuell an den Schalthebeln der BRD-Macht sitzende Polit-Clique bloß "selbst zum Helden erklärt". Danke !

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Karsten Schramm

Sehe ich auch so, Herr BERNHARD LABERMEIER

kaufen würden das Werk wohl so einige. Und die ersten Seiten lesen auch. Dann liegt es eine Weile auf dem Tisch, dann kommt es im Bücherschrank in die erste Reihe, dann in die zweite ...

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George Rauscher

Ganz einfach

Wenn man jede Woche beim Blick ins Fernsehprogramm zig Dokus über Hitler, Hitlers Frauen, Hitlers Hund, Hitlers sonstwas ans Herz gelegt bekommt, dann sollte es dem mündigen Bürger doch auch freistehen, dieses wie auch immer sinnfreie Buch zu lesen. Mehr als geistiges Gesabbere soll es ja nicht sein. Aber eben das ist ein Argument, es freizugeben!

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Peter Slater

Eine schwierige Sache, aber die Demokratie muss Hitlers Buch aushalten ...

Also, wer sich nicht dieses Buch auf legalem Wege besorgen kann, wird dies illegal tun und sich dem Internet bedienen, ausserdem ist in allen grosseren Buchhandlungen Hitlers Buch zu bekommen, so ist das im englischen Bristol der Fall. Die Demokratie Deutschlands ist stark genug, Hitlers Buch auszuhalten und sich mit diesem Teil der Geschichte auseinander zusetzten, ausserdem ist es notwendig, dieses Buch zu verstehen, damit die NS-Geschichte besser zu verstehen ist. Ich glaube nicht, das den Schulern beispielsweise Auszuge oder dieses Buch als Unterrichtsmaterial verboten werden sollte. Wer die schreckliche Vergangenheit verstehen mochte, muss dazu die Moglichkeit haben, sich offen und bewusst damit auseinanderzusetzen zu durfen ...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.01.2012 22:36 Uhr
Hans-Eberhard Fischer

Was soll diese ganze Aufregung ???

Dieses Buch steht komplett - also ungekürzt - auf Deutsch als *.pdf-Datei im Internet. Kein Problem, es zu finden, es herunterzuladen und dann zu lesen. Ob man es auch drucken kann, weiß ich nicht, mit kleinen Tricks sicher kein Problem.
Außerdem: weder Besitz, noch An- und Verkauf antiquarischer Original-Ausgaben ist verboten, sondern völlig legal. Gut, die Preise sind einigermaßen hoch.
Nun erlischt 2015 bekanntlich das beim Bayerischen Finanzministerium liegende Urheberrecht. Niemand kann dann irgend jemandem verbieten, dieses Buch zu drucken und zu verkaufen - auch in Deutschland nicht.
Ich glaube nicht, dass der Vertrieb quasi als "volksverhetzende Schrift" gerichtlich verboten werden kann, nachdem der Verkauf antiquarischer Ausgaben seit Jahrzehnten nicht verhindert wurde.

Nach 67 Jahren finde ich diese Diskussion einfach nur kindisch.
Die kommenden drei Jahre werden die Welt auch nicht retten.

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Ulrich Hinderer

Die CSU hat doch nur Angst....

... das rauskommt, wie sehr sich die Argumentationslinien der sogenannten Bürgerlichen denen Hitlers ähnelnt.

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David Landern

Überschätztes Buch trifft Tabuthema

Der Versuch, die Menschen vor dem hetzerischen Gedankengut in "Mein Kampf" zu schützen, ist absurd. Zum einen ist das Buch hochgradig langweilig und zäh zu lesen; bereits zu NS-Zeiten hat es darum kaum jemand ernsthaft rezipiert, der nicht gerade Parteiideologe war (viel "spannender" lesen sich aus dem NS-Literatenpool bspw. die Verschwörungstheorie der "Protokolle der Weisen von Zion" von Markus Rosenberg). Zum anderen kursiert es in rechten Kreisen ohnehin.

"Mein Kampf" wird in seiner Gefährlichkeit völlig überschätzt, während die Deutschen ohnehin dazu neigen, NS-ideologischer Literatur und Kunst eine viel höhere Gefährlichkeit anzudichten, als de facto vorhanden ist (vgl. Bibel, die man in weiten Teilen als genauso ideologische Propaganda sehen kann, aber über deren Verfügbarkeit sich niemand aufregt). Mit dieser Art von Literatur, die mehr als historische Quelle denn als Lektüre taugt, dann urheberrechtliche Eitelkeiten auszufechten erscheint mir ziemlich fragwürdig.

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Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 25.01.2012 18:28 Uhr

Das unlesbare Buch…

Das Buch ist wirklich unlesbar. Ich habe es als Jugendlicher versucht und bin trotz großer Mühe nicht allzu weit gekommen. Das miserabelste Buch, das ich je in Händen hatte – Inhalt, Stil, einfach alles.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch dieses Machwerk irgendjemand indoktriniert werden könnte, im Gegenteil, es hat eher eine große abschreckende Wirkung.
Die Haltung der bayerischen Staatsregierung ist hier wohl auch nicht eigener Erkenntnis, sondern in vorauseilendem Gehorsam der vermeintlichen political correctness geschuldet.
Die Regierungen der Länder und des Bundes wären dagegen gut beraten, sich mehr um ihren ineffizienten, freischaffenden, von jeder Aufsicht befreiten Verfassungsschutz zu kümmern.

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Otto Haber
Otto Haber (ohaber) - 25.01.2012 18:26 Uhr

Lackmustest des Freiheitsbegriffs in der Bundesrepublik Deutschland

Glückwunsch, Freistaat Bayern! Während dieses ######buch auf der ganzen Welt gelesen werden darf, ist der mündige deutsche Bürger offensichtlich noch nicht reif genug für die Lektüre. Und wer es dennoch probieren möchte, ist nolens volens gezwungen, sich die PDF-Version bei amerikanischen Neonazis herunterzuladen. Vortrefflich gemacht, Freistaat Bayern! In München stand das "Braune Haus", München war die "Hauptstadt der Bewegung", in Nürnberg fanden die Reichsparteitage statt, und der Berghof lag auch nicht an der Nordsee; wenn sich der Führer irgendwo wohl gefühlt hat, dann in Bayern. Johannes Gross hatte schon recht: "Je länger das Dritte Reich zurückliegt, umso mehr nimmt der Widerstand gegen Hitler und die Seinen zu."

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Karl Meier
Karl Meier (KarlMeier) - 25.01.2012 17:53 Uhr

Während...

man zum wievielten mal eigentlich über "Mein Kampf" diskutiert, wird im deutschen Feuilleton angeregt über Marx, das Ende des Kapitalismus und die ganzen Rezepte von vor 70-80 Jahren diskutiert. Sogar die "bürgerliche" FAZ mischt fleissig mit.

Irgendwer in diesem Land hat seine Maßstäbe völlig verloren und ich hoffe, daß es nicht ich bin, sondern die Presse bzw. Politik an sich.

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 25.01.2012 17:47 Uhr

"Abandonware"

Das ist übrigens ein Problem, das sich im Bereich Computerspiele nicht selten stellt. Da ist ein Spiel Anfang der 90er veröffentlicht worden. Der Rechteinhaber hat kein Interesse daran, das Spiel zu vertreiben, weil vielleicht hundert potentielle Kunden das nicht lohnen würden, will aber andererseits aus prinzipiellen Gründen keine "Piraterie" tolerieren.
Das kann dann dazu führen, dass ein wesentlicher Zeitzeuge dieser Kunstform wie Privateer oder System Shock nicht legal verfügbar ist.
(Mittlerweile hat sich good old games des Themas teilweise angenommen, die Grundproblematik, dass mit den Mitteln des Urheberrechts Informationen unterdrückt werden können, bleibt aber bestehen).

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A Opkof
A Opkof (RatioFatio) - 25.01.2012 17:42 Uhr

Internet

Könnte man doch im Internet nachlesen.

Aber der Umgang des Freistaates ist verdächtig. Es handelt sich nicht um eine unkritische Veröffentlichung. Zumal Staatsanwälte Dokumente vor Bestand der Verfassung schwerlich verfolgen, schließlich ist der Koran oder das alte Testament auch nicht gerade leichte Kost - aus Sicht des freiheitlichen Staates.

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Stephan Mörs

Ab hier wird es schwierig

Da holt uns die Vergangenheit ein. An keinem Thema verbrennt man sich schneller die Zunge, aber wo ist sie den Hin, die Pressefreiheit. Oder anders gefragt: Ist unsere Scham größer, als das Verlangen endlich über den Mann, sein Werk und sein Tun auch in Zeitungen zu berichten und sich dabei Zeitdokumente durchzulesen? Sind wir immer noch so unaufgeklärt über das, was war, dass wir es wir es nicht ungestraft betrachten dürfen? Liebe Richter: Die NS-Zeit wird nicht ungeschehener, wenn man sie wegschließt, im Gegenteil! Soll jeder lesen, was er lesen mag und sich informieren über das was war. Das muss unsere freiheitliche Gesellschaft aushalten.

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Franz Nagel
Franz Nagel (FN57) - 25.01.2012 17:37 Uhr

Vor der Torheit, Irrtümer durch Zensur überwinden zu wollen, warnte John Stuart Mill...

...in seinem Buch Über die Freiheit (On Liberty). Mill schreibt: "Aber das besondere Übel der Unterdrückung einer Meinungsäußerung liegt darin, daß es am menschlichen Geschlecht als solchem Raub begeht, an der Nachwelt so gut wie an den Mitlebenden, an denjenigen, die von dieser Meinung nichts wissen wollen noch mehr als an denen, die sie vertreten. Denn wenn die Meinung richtig ist, so beraubt man sie der Gelegenheit, Irrtum gegen Wahrheit auszutauschen; ist sie dagegen falsch, so verlieren sie eine fast ebenso große Wohltat: nämlich die deutlichere Wahrnehmung und den lebhafteren Eindruck des Richtigen, der durch den Widerstreit mit dem Irrtum entsteht."

Hitlers Buch unterdrücken heißt also: unseren Widerstand gegen ihn der Deutlichkeit und Lebendigkeit berauben, die er hinzugewinnen würde, wenn das Buch sich uns stellen müßte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.01.2012 19:05 Uhr
Helga Zießler

Prima, Franz Nagel -

herzlichen Dank für das wunderbare Mill-Zitat und Ihre Schlußfolgerung!

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Ronny Schaffer

Verstehe ich nicht

Dei rechtsextreme Gefahr geht doch nicht von diesem flachen Schmöker aus. Wer da mal rein liest erkennt die Kleingeistigkeit des österreichischen Landstreichers. Der Künstler Serdar Somuncu hat eine Vortragsreihe mit diesem Buch gemacht, einfach um aus der Schmackhaftigkeit des Verbotenen hinaus in die kritische Ánalyse zu kommen. Und das ist richtig, statt Interesse an einer bewussten Auseinandersetzung zu unterbinden, sollte man sich und anderen bewusst machen, um was es da geht, warum es trotzdem Erfolg hatte und welcher verwirrter Geist sich s etwas hat asugedacht.
Die Schüler in heutigen Schulen werden bombardiert mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus, fragen sie sie mal. Unendlich viele Vorträge und Tehmenblöcke, die leider auch viele Konditionierungen nach sich ziehen (Nationalsozialismus nur als deutsches Prpblem, Natinalstolz ist falsch ect.). Warum sich nicht damit beschäftigen, mit welchem Unsinn alles angefangen hat?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2012 16:01 Uhr
Ronny Schaffer

Ja,

es stimmt, was sie sagen, eine gewisse Vorsicht und das Einbinden in die geschichtlichen Zusammenhänge ist von Nöten. Das "Die Welle"-Phänomen ist mE auch noch nicht vollständig von der Welt, der Mensch ist dem Tier immer noch näher, als ihm lieb ist.

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Hans-Eberhard Fischer

Flacher Schmöker?

Ja, aus heutiger Sicht vielleicht.

Aber ich sehe das doch etwas anders.
Ich meine, dass man dieses Buch und insbesondere seine Entstehungsgeschichte im Bewusstsein vor dem Hintergrund der damaligen Zeit lesen und versuchen zu verstehen muss.
Unsere Altvorderen waren sicher nicht alles Dummköpfe oder mit Drogen voll gedröhnt, als sie Hitler und sein Partei wählten - mehr als ein Drittel zumindest. Man muss die Ursachen der Radikalisierung der deutschen Bevölkerung zu verstehen versuchen.

Und wir wollen uns doch im Klaren sein, dass die Deutschen eher sehr viel langmütiger sind, als andere (europäische) Nationen. Wenn es ihnen aber dann doch zu bunt wird, sie vielleicht eruptiver reagieren, als andere.

Ich glaube nämlich nicht, dass ein anderes Volk tatenlos so lang dabei zu schauen würde, wie seine Regierung -zig oder gar hunderte von Milliarden an andere Länder zahlt, oder dafür bürgt, die im eigenen Land dringendst fehlen.
Sie wissen: ich meine diese ganzen "Rettungsschirme" usw

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Jörg Lauenstein

Was ein Trara

Bei "Zeitungszeugen" ist irgendwie immer was los. Das Budget für rechtliche Auseinandersetzungen scheint Teil des Werbeetats zu sein...
Wenn die es nicht abdrucken dürfen, kauft oder bestellt man sich eine kommentierte und gekürzte Ausgabe im Buchhandel. Gibt ja so einige.
Um den ganzen Schwachsinn dieses Machwerks zu durchdringen, empfiehlt sich das brilliante Mein-Kampf-"Hörbuch" von Helmut Qualtinger.

Eins noch: "Im Fall der Publikationen von 2009 - damals handelte es sich um den kommentierten Nachdruck von Nazi-Zeitungen - war das Urheberrecht bereits erloschen."

Es handelte sich nicht nur um Nazi-Zeitungen. "Vorwärts" und Deutsche Allgemeine Zeitung" waren (zumindest Anfangs) auch dabei.

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Suzana Mayr

Unverständlich.

Ja, "Mein Kampf" ist eine grauenhafte Hetzschrift. Aber ich frage mich, inwiefern ein solches Verbot im digitalen Zeitalter angebracht bzw sinnvoll ist. Wer unbedingt die Wahnideen Hitlers in diesem Buch nachlesen möchte, findet es nach wenigen Sekunden (!) per Mausklick. Oder zT in diversen Universitätsbibliotheken. Oder vorgelesen als Hörbuch. Warum dieser Wirbel um einen Abdruck, wenn dieser längst nur e i n e der Möglichkeiten ist, sich dieses Machwerk zu Gemüte zu führen. Wer es liest, wird schnell feststellen, dass vor Schwachsinn, schlechtem Stil und lachhafter Rhetorik nur so wimmelt.
Warum tut man von Seiten Bayerns so, als würde eine Lektüre den Leser in einen hirnbefreites, im Stechschritt marschierendes Monstrum verwandeln? Damit gesteht man dem Werk eine fast mystische Aura zu, die es gar nicht verdient.

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