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Zeitgeschichte Er gab die Initialzündung für die Vertreibung der Juden

09.05.2005 ·  Hitlers Rüstungsminister Albert Speer trägt laut Heinrich Breloer eine Mitschuld am Völkermord und wußte mehr, als er zugab. Der Filmemacher und Speers Sohn Albert haben der F.A.Z. ein Interview gegeben.

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„Speer und Er“, Heinrich Breloers Dokudrama über Hitlers Architekten und Rüstungsminister Albert Speer, hat dessen Sohn „ungeheuer beeindruckt“ und „erschrocken“.

Albert Speer, der nicht nur den gleichen Namen führt, sondern auch den gleichen Beruf ausübt wie einst sein Vater, sagte im von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dienstagsausgabe) moderierten Gespräch mit dem Filmemacher: „Ich glaube, daß mit diesem Film ein neues und differenziertes Bild meines Vaters gezeichnet wird. Der Film macht ihn nicht sympathischer, aber er zeigt ihn wahrscheinlich sehr, sehr ehrlich.“

Über das Verhältnis seines Vaters zu Adolf Hitler sagt Speer: „Es war eine gegenseitige Verehrung, die man auch als Liebe bezeichnen kann.“ Heinrich Breloer erklärt: „Speer hat Hitler etwas gegeben, was Hitler von sich aus nicht hatte.“ Hitler habe, so Breloer, „um alle in seine Pläne hineinzuziehen, das gesamte im Bürgertum angelagerte Wissen“ gebraucht. Das Bürgertum Speers sei vielleicht weniger gebunden gewesen als in anderen Fällen, weshalb es Hitler gelungen sei, „ihn in Brand“ zu setzen und zu „entfesseln“.

Die Mitschuld Albert Speers am Völkermord und am nationalsozialistischen Terror steht für Breloer außer Frage: Speer habe „die Inititalzündung für die Vertreibung und Ausmietung und Verelendung der Juden gegeben, die vielleicht auch anders gekommen wäre - aber er hat das mit in Gang gesetzt“. Das Mitwissen Speers am Holocaust belegt dem ARD-Film zufolge ein Dokument, das einen handschriftlichen Vermerk Speers über den Verbrauch von Baumaterial in Konzentrationslagern enthält.

Das vollständige Interview mit Albert Speer und Heinrich Breloer lesen Sie im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dienstag, 10. Mai 2005.

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