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Montag, 13. Februar 2012
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Zähne unter dem Hammer Churchills Kriegszischeln

30.07.2010 ·  Seine Prothese war absichtlich lose befestigt, damit das „S“ zischelte. Winston Churchills Sprachfehler wurde zum Markenzeichen. Diese Prothese, die nun für mehr als 15.000 Pfund versteigert wurde, soll sogar den Krieg gewonnen haben.

Von Gina Thomas
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Von Demosthenes wird erzählt, er habe Kiesel in den Mund genommen, um seinen Sprachfehler zu überwinden. Am Ende wurde er der bedeutendste griechische Redner. Auch Winston Churchill, ein großes oratorisches Talent des zwanzigsten Jahrhunderts, litt in jungen Jahren unter seinem Sprach-, genauer einem S-Fehler (es klang wie „sch“). Er suchte den Rat eines Facharztes. Dieser versicherte ihm, dass kein organischer Defekt vorliege, und empfahl stetes Üben. Wie George Bernard Shaws Blumenmädchen, das sich an „the rain in Spain“ die Cockney-Zunge zerbricht, repetierte Churchill den Satz „The Spanish shops I cannot see for they are out of sight“ und verzweifelte an dem Gedanken, dass es ihm nie gelingen werde, die Zischlaute und die näselnde Sprache zurückzudrängen.

Dennoch glänzte Churchill als Redner. Anders als Demosthenes kehrte er das Hindernis in einen Vorzug um. Seine eigenwillige Aussprache wurde ebenso wie die sorgfältig einstudierten Perioden zum Markenzeichen, so dass sein Zahnarzt und der Zahntechniker großen Aufwand betrieben, um ein Gebiss anzupassen, welches das Zischen konservierte. Churchill hatte schon als Junge schlechte Zähne. Als die Mutter den Internatsschüler wegen seiner hohen Ausgaben tadelte, rechtfertigte der sich mit den Hinweis auf die Zahnbehandlungen und die dazu erforderlichen Zugfahrten. Sie riet ihm, die Zähne öfter zu putzen. Und die geliebte Kinderschwester ermahnte ihn, nicht zu viel von den „scheußlichen Essiggurken“ zu essen.

Ein Reservegebiss war immer dabei

Später, als er ein Teilgebiss brauchte, legte Churchill so hohen Wert auf die Dienste seines Zahntechnikers, dass er ihn vor dem Kriegsdienst bewahrte. Den Zahnarzt wollte er in den Ritterstand erheben. Dieser entwickelte für seinen Patienten eine herausnehmbare Prothese, die absichtlich lose befestigt war, damit der Speichel zwischen dem Gaumen und der goldenen Brücke fließen konnte und das S zischelte. Um den ungeduldigen Patienten während der langwierigen Prozedur bei Laune zu halten, durfte er den Mund mit Cognac spülen und Zigarren rauchen.

Für den Notfall hatte Churchills Privatsekretär stets ein Reservegebiss dabei. Neben der jetzt für mehr als 15 000 Pfund versteigerten Prothese ist ein weiteres Exemplar im Hunterian Museum des Royal College of Surgeons ausgestellt. Es seien die Zähne, die den Krieg gewonnen hätten, behauptet die Kuratorin.

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