19.03.2012 · Wir leben in jeder Hinsicht über unsere Verhältnisse. Verstehen wir doch „Nachhaltigkeit“ endlich als das, was sie ist. Ein konstruktiver Vorwurf des Vorsitzenden der Piratenpartei.
Von Sebastian NerzRichtlinien für Lesermeinungen
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Woher kommt diese Todessehnsucht und Sehnsucht nach Apokalypse? Ganz einfach, Herr Dr. Jäger:
Wir leben in einer satten, überreizten Gesellschaft, jeden Tag und
ununterbrochen zugedröhnt mit Horrornachrichten und wenn das nicht
reicht: Hollywood liefert. Der geneigte Journalist weiß auch nicht
mehr, wie er noch Aufmerksamkeit generieren kann und der liebe Politiker
muss nun endlich liefern --- seine schon längst angekündigten
Schlimmheiten, für die er uns melken musste. ALLEIN --- es passiert
nichts. Also potenziert man seine "Anstrengungen", um ja nicht
nach- und Zweifel aufkommen zulassen. Es wird einfach alles noch weiter
in die Zukunft verschoben, dafür noch viel böser. Kann keiner
kontrollieren, weil dann brauchts keine Rechenschaft mehr der derzeit
Handelnden.
Aber natürlich, 2008 wurde der Hebel umgelegt, ab jetzt geht's
wirklich nur noch bergab. JETZT - ENDLICH werden wir es sehen. Wir haben
ja ein Anrecht drauf. Wie wir als Individuen auf alles ein Anrecht
haben, was wir wollen, wir Guten. Um zu beweisen, das wir's immer schon
wussten. Wir, die rechtgläubigen Guten….
Das immer wieder gepredigte Allheilmittel Wachstum kann nur in den
Untergang führen.
Schon bescheidene 3% jährliches Wachstum führen durch den
Zinseszinseffekt in hundert Jahren zu einer Verzwanzigfachung.
Eine im internationalen Luftverkehr durchaus realistische Wachstumsrate
von 7,2% führt alle 10 Jahre exakt zu einer Verdoppelung, in
hundert Jahren theoretisch also zum Tausendfachen!
Bäume können nun einmal nicht in den Himmel wachsen. Deshalb
kann das Allheilmittel Wachstum keine Lösung für
ökonomische Probleme sein. Politiker und Interessenvertreter, die
diese Binsenweisheit nicht begreifen wollen, sind entweder dumm oder
verantwortungslos - oder beides.
Bald wird es außer Menschen und Geld nichts mehr geben auf unserem
geschundenen Planeten.
Einen ähnlich 'fundierten' Vortrag inklusive nebulöser
Quintessenzen hintendran könnte so jeder von uns nach Lektüre
der Sonntagszeitung halten. Ist das schon die Krone der Erkenntnis,
derer die Piraten fähig sind? Dann beginne ich mir langsam Sorgen
zu machen, für den Fall, daß die Piraten nach der Wahl 2013
substantiell im Bundestag vertreten sein werden. Um uns Bürger
sowie um die wackeren Piraten selbst, wenn sie in die Verlegenheit
kämen, dann liefern zu müssen.
Sofern es ihnen gelingt, ihre politische Diffusion überhaupt
erfolgreich durch den Wahlkampf zu bringen. Was ihren Vorsitzenden
angeht, so ist dies jetzt schon der dritte mir bekannte Auftritt, in
denen er erschreckende Informationsdefizite preisgibt.
Der alte Wein in neuen Schläuchen
Wenn dieser Beitrag wirklich den Diskussionsstand der
"Piraten" zu den Themen Finanzen, Rohstoffe und Wirtschaft
darstellt: Dann sind diese Leutchen schlicht nicht wählbar. Die
selben wichtigtuerische Floskeln kann man jederzeit von jeder anderen
derzeit im Parlament vertretenen Partei zu lesen bekommen. Klare
Aussagen: Fehlanzeige!
Positionen der Piraten zu: ESM; Subventionen; Finanzausgleich;
Solidarzuschlag; Aufbauhilfe Ost; Gas und Öl aus Kanada (oder
anderen Ländern) - man erfährt nichts.
Am Rande: "Peak Oil" gibt es seit rd. 100 Jahren. Wenn man nur
die Daten bekommt, die von den Profiteuren der Knappheit
veröffentlicht werden, weiß man einfach nicht genug! Manche
Rohstoffexperten behaupten z.B. daß in den USA noch Kohle, Gas
und Ölreserven für deutlich mehr als 100 Jahre liegen (d.h.
die USA könnten ihren derzeitigen Verbrauch noch mehrere Jahrzehnte
lang aus bereits bekannten Lagerstätten eigenen decken)...
Kampagne der Piraten will den Diplom-Ingenieur vorm Aussterben retten.
Der Dipl.-Ing. ist eine deutsche Marke mit internationaler Strahlkraft.
Er steht für höchste Qualität, Präzision und
Verlässlichkeit - und damit für die Werte und Tugenden,
für die unser Land in der ganzen Welt respektiert und anerkannt wird."
Aber wie lange noch?
Der freie Markt wird es lösen!
Ich glaube an den freien Markt. Wenn die Nachfrage nur hoch genug ist, wird der freie Markt ein neues Angebot an Dinosauriern erschaffen, die unter der Erde zu Öl verrotten. Ich weiß, dass Real-Wachstum auch ohne Ressourcenverbrauch möglich ist. Ich halte nichts von links-apokalyptischen Verschwörungstheorien, die behaupten, 1% der Exponentialfunktion wäre immer noch exponentiell. Auch wenn die Forscher irgendetwas von Ladungsträgerbeweglichkeit in Gallium, korrelierten Materialien und hohen magnetischen Momenten in schweren Elementen erzählen, auch wenn Spintronic und Topologische Isolatoren (die alle Seltene Erden etc. brauchen) für die Zukunft gehalten werden, so bin ich mir sicher: der Markt wird es bestimmt irgendwie lösen. Um das zu erkennen, brauchen wir nur von Vergangenheit und Gegenwart zu extrapolieren: dort führte der freie Markt immer zu guten Lösungen und Wohlstand für alle! Zu irgendeinem Preis wird sich die rettende Idee in letzter Sekunde schon irgendwie kaufen lassen.
Dieses "WIR" geht einem gehörig auf die Nerven!
Wer sind denn "wir". Ich kenne persönlich keinen einzigen
Menschen, der auch nur einen Bruchteil der ageklagten
Weltzerstörung auslebt, ausleben könnte, selbst wen er wollte.
Soll der Autor doch Roß und Reiter nennen und nicht sein
abgegriffenes "WIR" überstülpen.
WIR haben die Faxen dicke, täglich gesagt zu bekommen, wir seien am
Weltuntergang schuld und lebten seit Jahrzehnten über unsere
Verhältnisse. Solche Anklagen klingen mir schlecht in den Ohren,
wen ich bedenke in welcher Bescheidenheit und mit immer mehr
zurückgenommenen Ansprüchen an Lebensstandard Millionen
Menschen und ich mir diese Vorwürfe von Weltverbessereren
anhören soll.
Bringt gar nix?
Herr Schneck, wenn das alle machen, die es sich aufgrund ihrer
Mobilitätsanforderungen leisten können, dann bringt es was.
Und wenn ich von jenen auch nur einen Teil anrege darüber
nachzudenken, hat sich mein Beitrag bereits gelohnt. Fangen Sie mal an,
im großen zu denken.
Einen schönen Tag noch im Stau...
In der 3. Welt...
brauchen Millionen von Menschen weniger als 2 Liter Öl am Tag.
Warum? Weil sie keinen Zugang dazu haben.
Ich habe Zugang, aber fahre bei diesen Benzinpreisen seit 14 Tagen
freiwillig mit dem Rad. Meine dabei gesparten 28 Liter Öl spende
ich Ihnen zu Ihrer inneren Beruhigung.
@ Dr. Menzel: Sie kennen persönlich keinen einzigen Menschen, der auch nur einen Bruchteil der
angeklagten Weltzerstörung auslebt, ausleben könnte, selbst
wenn er wollte?
Da stellt sich mir die Frage: Wo leben Sie und kennen Sie überhaupt
irgend einen Menschen?
Nur ein willkürliches Beispiel der Ressourcenproblematik:
Täglich werden weltweit 90 Millionen Barrel Öl gefördert.
Diese Summe ist das Ölfördermaximum und damit die absolut
maximal zur Zeit förderbare und zur Verfügung stehende Menge
Öl (momentan stagnierend, Tendenz fallend, weil Peak-Oil
überschritten). Diese 90.000.000 Barrel entsprechen ca. 13
000.000.000 Liter. Bei einer Weltbevölkerung von 7.000.000.000
Menschen sind das bei gerechter Verteilung gerade mal knappe 2
Liter/Mensch.
Das Problem: Selbst wenn jeder "nur" 2 Liter Öl
verbraucht, dann gehen die Ressourcen ebenfalls bereits in 20-30 Jahren
zu Neige und die mit der Verbrennung des Öls einhergehenden
Klimaprobleme verschärfen sich stark beschleunigend!
Ich weiß nicht wen Sie so kennen, aber ich kenne keinen Einzigen,
der unter 2 Liter Öl am Tag braucht!
... nach der Lektüre der bislang 95 anderen:
Das ist schon erschreckend, wie hier alle Kommentatoren auf den einen
oder anderen Aspekt des Artikels von Nerz "druffhüppen"
(wie man in Ffm. sagen würde), ohne zu merken, dass die
Gesamtkomposition des Nerz-Essays ein Sammelsurium ist, und schon
deshalb der Schlussabsatz eine weitgehend sinnfreier Wahlwerbetext.
Wieso fehlt eigentlich bei dem Autor der Rohstoff Phosphat (Kunstdünger) in der Aufzählung, obwohl der doch ebenso begrenzt sein soll wie zahlreiche andere - aber wesentlich kritischer für unser Überleben?
In englischsprachigen Texten der "Contrarians", d. h. der
Umweltoptimisten, werden die Ressourcenpessimisten oft als "Chicken
little" lächerlich gemacht, die ständig rufen "The
sky falls down". Und weil das vom Club of Rome entworfene
Knappheitsszenario bekanntlich noch nicht eingetreten ist, folgern die
Contrarians 'logisch' dass es auch nie eintreten wird.
Weniger bekannt ist, dass sich das Gleiche schon im alten Jericho
abgespielt hat. Auch dort wurden ab dem 2. Tag die Untergangspropheten
verlästert; am 7. Tag war's dann soweit.
Merke: Die Aussage "It hasn't happened yet" ist NICHT das
logische Äquivalent für die Feststellung "It ain't gonna
ever happen"!
Der Mötschker-Pirat auf Wahlfang
Will der Autor (welche?) Probleme lösen - oder Wähler fangen?
Als Wahlfangtext ist sein Essay brillant wie S. Wagenknechts
"Europa in der Krise Schluss mit Mephistos Umverteilung!".
Beide gehen einem beim 1. Lesen runter wie Öl. Auf den 2. Blick
sind sie m.E. gleichermaßen unseriös.
Zunächst vermanscht Nerz Ressourcen-Nachhaltigkeit mit finanzieller
Nachhaltigkeit und versetzt die Pampe mit einem Schuss
Komplexitätskritik. Alles echte Problemfelder - aber keine
Spielplätze für Mötschkerkinder. Geistige
Infantilität der Piraten (in die ich einst große Hoffnungen
gesetzt hatte)?
Dann die kindliche Heilsbotschaft: "Wir müssen wieder lernen,
Zufriedenheit abseits des Ressourcenverbrauches zu finden. Dann klappt
es auch wieder mit den Nachbarn und der Nachhaltigkeit ..."
Nachbarn auch noch im Einkosttopf? Wessen Zufriedenheit? Um den
"bestimmten Level" zu erreichen, haben wir schon 2,7 Erden
verbraucht; Fortschrittsstopp reicht nicht.
Die Piratenpartei wird erwachsen
Manche Argumente von Sebastian Nerz mögen von zu viel
Innovationsskepsis bestimmt sein. Sollte es bei bestimmten
Spurenelementen wirklich Engpässe für Technologien von
zentraler Bedeutung geben, werden die Ingenieure
höchstwahrscheinlich alternative Lösungen finden.
Wirkliches Neuland betritt Nerz, indem er der erste Spitzenpolitiker
einer Über-5%-Partei ist, der den Staatshaushalt und die
darüber hinaus vom Staat versprochene Altersversorgung offen als
Pyramidenspiel brandmarkt. Bei einem solchen Spiel profitieren heutige
Empfänger von der irrigen Hoffnung heutiger Zahler, dass sie
dermaleinst mehr als ihren Einsatz herausbekämen. So ein Spiel
funktioniert nur, solange die Zahl der Teilnehmer steigt. Das wird nach
2030 vorbei sein, wenn die Babyboomergeneration aus dem Erwerbsleben
scheidet. In den nächsten zwei Legislaturperioden wird der
Bundestag die damit zusammenhängenden Fragen lösen
müssen. Die Piraten positionieren sich nun dafür als eine
ernstzunehmende Kraft.
"Bereits jetzt müssen wir mehr und mehr Geld aufwenden,
um die steigenden Ausgaben für die Zinsen und die
Nachhaltigkeitslücke zu decken."
Wo ist das Problem? Schon bald werden die Regierungen in Deutschland
wegen der explodierenden Staatsschulden rotgrün bis
dunkelrotgrün sein, dann wird zuerst die Abgeltungssteuer auf
Zinseinahmen auf 95% erhöht, indem man Zinsen als "Ausbeutung
der Arbeiterklasse" definiert, und schon gilt linke Tasche-rechte
Tasche für den Finanzminister. Und weil dann niemand mehr dem Staat
Geld leiht, werden die Druckmaschinen angeworfen, so ein paar Nullen
mehr passen noch auf jeden Geldschein drauf, die EZB übt schon.
Bisher hat sich jeder Staat auf Kosten der Sparer und mittels Inflation
entschuldet, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Unsere
Nachkommen werden nur einen höheren Papierverbrauch für
Banknoten zu schultern haben, deshalb sollten wir jetzt schon vorsorgen
und Brachland aufforsten.
Der Herr Nerz hat auch noch nicht begriffen, dass wir die aktuell
verwendeten Rohstoffe nur zum Erreichen der etablierten technischen
Lösungen brauchen. Daraus folgt, dass wir dank der
naturwissenschaftlichen Durchdringung der Welt und der damit
einhergehenden Anpassung der technischen Lösungen selbst
definieren, was als Rohstoff zu gelten hat. Es ist z.B. hier ja schon
gesagt worden, dass man äquivalente technische Lösungen auch
ohne das zitierte Neodym finden kann.
Der Aufsatz des Herrn Nerz spricht leider nicht dafür, dass
ausgerechnet die Piraten einen Weg zur Lösung der anstehenden
Probleme, die zweifelsohne vorhanden sind, weisen werden. Das Baden in
Untergangsphantasien ist für jemanden, der Zukunft gestalten will,
doch etwas armselig.
O Sancta Simplicitas ....
...die Zunkunft verlangt nicht nach Rohstoffen, sondern nach Agrarland, sauberem Wasser und günstiger Energie ... und davon ist nach der naturwissenschaftlichen "Durchdringung" der Welt wenig übrig geblieben.
Öhm.
"Der Herr Nerz … Neodym finden kann. "
Und wie Sie ja so treffend feststellten, hat Herr Nerz genau dies in dem
Artikel angeführt. Insofern bin ich mir nicht sicher ob es billige
Rhetorik oder mangelndes Verständnis Ihrerseits ist - jedenfalls
ist es weitestgehend Sinnfrei als Argumentationsgrundlage bereits
angeführte Argumente desjenigen anzuführen, gegen den man
eigentlich Argumentieren will.
Gruß
Andi Arbeit
Armseliges geblubber
Wir wissen nicht was wir an den knappen Rohstoffen in der Zukunft
brauchenm insbesondere wofür wir diese brauchen.
Deshalb verbrauchen wir sie Heute und hoffen, dass uns neue Wege
zufließen, denn Gott wird den Homo Erectus ja nicht untergehen lassen.
Der Homosapiens aber in Seinem Wesen senkt sein Haupt unter der Last der
Gedanken und such nach Lösungen für die Zukunft.
Für Ihre Analyse kann ich sie nur beglückwünschen.
Ich finde den Beitrag sehr gut. Geschockt bin ich allerdings von vielen der oben stehenden Lesermeinungen. Manche verstehe ich nicht. Andere enthalten nur Beschimpfungen - wie in der etablierten Politik üblich. Ein Plädoyer für einen sachlicheren Diskurs.
... Knappheit profitieren - haben wir noch nicht einmal begonnen das
Problem zu erfassen und an einer Lösung zu arbeiten.
Es gab Ende der 70er (vielleicht auch Anfang der 80er) ein kleines
Brettspiel, á la Monoploy, zum Thema ressourcenschonendes
Wachstum. Da wurde verdeutlicht, daß Wachstum nicht
zwangsläufig zur Resourcenvergeudung führen muß. Es ist
doch in den Jahren seit "Grenzen des Wachstums" viel geforscht
und erdacht worden, was zur Lösung beitragen kann. Wir stehen nicht
bei null. Allerdings haben wir ein riesiges Problem bei der Umsetzung.
Und wir haben uns von vielen guten Ansätzen auch wieder entfernt:
Statt z.B. an alten, in Kriegs- und Notzeiten bewährten
dezentralen, regionalen Milchversorgern (Schlachthöfen,
etc.)festzuhalten - bzw. durch Fördermittel, Steuerrecht, u.a.
deren auskömmliches Wirtschaften zu ermöglichen - haben wir
uns zentrale Großversorger herbeisubventioniert und -reguliert!
Jetzt Lebensmittel und "Schnäppchen" durch Europa ...
PS: Nein zum ESM!
Prinzipiell geht die Kritik des Autors in eine nicht ganz abwegige Richtung.
Jedoch macht er einen Fehler, den viele vor ihm bereits gemacht haben:
Die Vernachlässigung des technologischen Fortschritts (- der
prominenteste Vorfahre des Artikels, ist wohl die Studie "Grenzen
des Wachstums", das im Auftrag des Club of Rome 1972 erstellt wurde).
Da werden dann munter irgendwelche Zeitreihen gebildet und Zahlen linear
hochgerechnet ohne technologischen Fortschritt und die Märkte einzubeziehen.
Natürlich gibt es Rohstoffe die heute bereits so knapp sind, dass
Stückzahlen die in der Zukunft erreicht werden sollen nicht
realistisch erscheinen. Aber an dieser Stelle kommen die Märkte ins
Spiel: Die Preise für die Rohstoffe steigen und es wird nach
Alternativen gesucht.
Je höher der Preis der Rohstoffe steigt, um so größer
werden die Investitionen in die Erforschung von Alternativen, die
gewinnbringend sind. Und diese führen über kurz oder lang zu Alternativlösungen.
Nicht linear ...sondern exponentiell
hat sich die Weltbevölkerung entwickelt, die Schulden auch, die
Abnahme des Fischbestandes in den Ozeanen ebenfalls, die Desertifikation
ehemals urbarer Landflächen ....in den letzten 150 Jahren (das
entspricht 6 Generationen) wurde die Zukunft der nächsten 600
Generationen "verfrühstückt".
Die Prognosen des "Club of Rome" decken sich weitgehend mit
der Realität. Noch in diesem Jahrzehnt werden die Folgen für
ALLE (und nicht nur für die Menschen in den
Entwicklungsländern) spürbar.
Und für den technischen Fortschritt fehlt heute schon das
Geld...das brauchen die Banken.
Danke Herr Nerz, das ist ein mutiger Beitrag für einen Piraten.
Aus einer Non-Piraten-Sicht ist der Beitrag allerdings weder mutig noch
besonders innovativ. Das ist pures grünes Gedankengut, das
inzwischen auch in vielen anderen Parteien zum Common Sense geworden ist
oder gerade wird.
Und das macht es für einen Piraten mutig, denn es gibt viele
(zumindest kenne ich nur solche) die Piraten wählen oder bei ihnen
mitmachen oder sie sehr attraktiv finden - die eigentlich im tiefsten
Inneren grün sind. Sich aber von dem Image der Birkenstockies und
selbstgestrickten Wollpullover abgrenzen wollen - ohne wahrzunehmen,
daß das sehr oft nur überzeichnete Klischees sind.
Der Mut, sich jenseits des Internets noch andere Politikfelder zu
erschließen, ist anerkennenswert. Es stellt sich aber sehr wohl
die Frage, ob es der Umsetzung dient wenn die Stimmen noch weiter
gesplittet werden.
Grünes Gedankengut
Wir sollten aufhören, in Kategorien zu Denken, wenn es um
Notwendigkeiten des Fortbestandes geht. Denn ohne Ressourcen gibt es nun
mal auch keine Wirtschaft. Daher zeigt der Artikel einen der
Hauptvorteile der Piraten: politische Handlungsansätze in Betracht
zu ziehen, die sich nicht von parteipolitischen Dogmen behindern lassen.
Das sehe ich anders.
Da habe ich gleich mehrere Einsprüche.
- Wind- und Sonnenkraftwerke erfordern Subventionen - ja. Kernkraft ist
ohne Subventionen entstanden? Die Kohleförderung und -verstromung
hat ohne jede Subvention funktioniert? Die Endlagerung werden die
AKW-Betreiber ohne jede staatliche (=steuerliche) Beteiligung
vollverantwortlich übernehmen?
- das Positive an den Piraten ist aus meiner Sicht, daß sie sehr
wohl auch Ideologen sind. Derzeit noch fast ausschließlich im
Bezug auf das Leben im Internet, das erweitert sich aber schrittweise.
Und realistisch sind die Grünen seit einigen Jahren auch. Aber das
ist vermutlich Ansichtssache.
Leider ist die Zeichenanzahl begrenzt :-)
Die Piraten sind nach meiner aktuellen Einschätzung die
"Kinder" der Grünen wie die Grünen damals die
"Kinder" der SPD waren.
Was mich noch interessieren würde: ist die mehrheitliche
Unterstützung des bedingungslosen Grundeinkommens durch die Piraten
für Sie realistisch oder ideologisch?
Das ist nun so auch nicht richtig
Transparenz in allen Bereichen und viele andere Forderungen der Piraten
(Vereinfachung des Sozialsystems etc.) sind ebenso wenig realistisch wie
der Traum der Grünen, mit Wind und Sonne unsere Wirtschaft mit
Energie zu versorgen ohne die Umwelt damit mehr zu zerstören, als
mit Kohlekraftwerken.
Ich denke die Piraten profitieren momentan von vielen einfachen Punkten,
die jedoch auf politischer Ebene keinen Bestand haben werden: Sie sind
jung, dem Internet verbunden, haben keine zwiespältige politische
Vergangenheit (und demzufolge auch keine bedeutenden Fehler) und
können dem gemeinen Bürger ein unrealistisches Bild
vermitteln, ohne je in die Verlegenheit kommen zu müssen, etwas zu
tun, denn sie sind ja nur eine Themenpartei die nicht mal wirklich in
der Opposition ihren Platz findet.
Die Partei verbindet viele Themen von Links über Grün bis zu
dem wirklichen neuen Generationsthema Internet, aber solange keine
frischen fundierten Vorschläge kommen, hilft das nix.
Im Unterschied zu den Grünen...
sind die Piraten Realisten und keine Ideologen.
Wären sie Grüne, würden sie Wind- und Sonnenkraftwerke
fordern wie eben die Grünen, mit hohen Subventionen, die die
Nachhaltigkeit unserer Ökonomie beschädigt haben.
Die Grünen habne nie begriffen, das Vieles was unter einseitig
ökologischen Gesichtspunkten falsch ist, das geringere Übel
war in der Gesamtschau. Wäre es anders wären sie Volkspartei geworden.
H.
"Ein weiteres Beispiel: Für effiziente Windkrafträder,
die ja den Energieverbrauch der Elektroautos zum Teil decken sollen,
braucht es große Mengen an Neodym."
Auch das ist kein Naturgesetz. Der Markführer in Deutschland
verbaut für seine Strom erregten Synchrongeneratoren kein Neodym.
Woher kommt diese Todessehnsucht und Sehnsucht nach Apokalypse?
Es gibt keinen einzigen Beleg dafür, dass alles schlechter wird, dass es nicht mehr weitergeht. Die Bevölkerung auf der Welt wächst stetig (bis auf das sich selbst ständig negierende, dekadente Mitteleuropa), wird älter und hat weniger Krankheiten als vor 100 Jahren. Das nennt sich Fortschritt. Weswegen sehnt man sich danach, dass den Menschen zur Lösung ihrer Probleme nicht mehr einfallen möge, als niederzufallen und die Natur anzubeten. Diese Begrenztheitssehnsucht scheint mir ein Vehikel zu sein, um selbst nicht voran zu schreiten, nicht mehr an Lösungen zu arbeiten. Und für Politiker jeglicher Coloeur waren solche dunklen Vorahnungen (mehr ist es nämlich nicht) stets immer nur ein Instrument zur Gängelung der Menschen und um sich selbst wichtig zu machen - ein Machtinstrument. Da sind die Piraten nicht anders, die gern nehmen, aber außer Sprüchen nichts zu geben haben.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.03.2012 00:00 Uhr@ Dr. Jäger: Woher kommt ...
Hiroshima, Nagasaki, Harrisburg, Sellafield, Tschernobyl, Fukushima ...
nur die Spitze des Eisbergs. Täglich 90.000.000 Barrel (13 Mrd.
Liter) verfeueres Öl, Saurer Regen, Dioxin (überall auf der
Welt, selbst in Tiefseefischen und Hochgebirgsgletscherseen), 1 Mrd.
hungernde Menschen, ein nie dagewesenes und sich exponentiell
beschleunigendes Artensterben, fortschreitende Zerstörung
natürlicher Lebensräume zu Gunsten der Infrastruktur des
Menschen, großflächige Verseuchung der Meere mit Öl
(Deepwater Horizon) bis hin zur Plastivermüllung der Weltmeere (die
zerriebenen Kunststoffpartikel mit Dioxinanlagerungen finden über
die Nahrungsaufnahme durch Plankton in die Lebensmittelkette) und und
und.
Das nennt sich Fortshritt! Zugegeben: In der Natur geht es
grundsätzlich nicht anders zu, aber alle anderen haben auch kein Bewußtsein.
Ignorance is bliss
Die Belege sind m.W. zahllos ... seit 2008 ist glasklar: es wird kein weiteres wirtschaftliche Wachstum mehr geben. Seit 2008 ist klar: Peak Oil ist eine Realität und bereits eingetreten. Seit 2008 balanciert die Wirtschaft am Rande einer Großen Depression. Das stete Wachstum der Bevölkerung als "Erfolgsnachweis" zu sehen, dass es uns immer besser geht, ist einfach ein Witz. Auch die Menschheit braucht die Natur: Technik kann man weder essen noch trinken. Unglaublich welche Ignoranz im 21. Jahrhundert noch möglich ist.