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Wochenende Die Musik spielt weiter

14.09.2001 ·  Angesichts der Terroranschläge rückt der internationale Kulturbetrieb noch enger zusammen als gewöhnlich. Programme ändern, die Musik spielt weiter.

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Das international vernetzte Kulturleben beweist nach den Terroranschlägen in New York und Washington sein Improvisationspotenzial.

An diesem Samstag kann das zweite Hamburger Musikfest, das unter der Leitung von Ingo Metzmacher steht und dem Motto „Welt-Raum“ folgt, nicht, wie vorgesehen, mit dem New Yorker Absolute Ensemble eröffnen. Das Deutschlanddebüt der amerikanischen elektro-akustischen Band um Kristjan Järvi, die seit sieben Jahren E-Musik, Jazz- und Popklänge nahtlos mixt und in New York Kultstatus genießt, muss ausfallen. Die Musiker können nicht reisen.

Ensemble Modern wiederholt Henzes „L'Heure bleue“

Um so erfreulicher, dass das Ensemble Modern aus Frankfurt spontan einspringt. Trotz anderweitiger Verpflichtungen schiebt die neunzehnköpfige Elite-Truppe das Konzert in Hamburg in seinen Reiseplan. Unter der Leitung des britischen Dirigenten Oliver Knussen war erst an diesem Donnerstag Hans Werner Henzes „L'Heure bleue“ in der Frankfurter Alten Oper uraufgeführt worden. Zusammen mit Kompositionen des 34-jährigen Briten Julian Anderson geriet der Abend zu einem vollen Erfolg. In Hamburg wird das Programm nun wiederholt.

(Musikhalle, Großer Saal, Samstag, 20 Uhr)

Deutsche Oper eröffnet mit Nonos „Intolleranza“

Regulär wird am Samstag an der Deutschen Oper Berlin die Spielzeit mit Luigi Nonos Oper „Intolleranza“ eröffnet. Es inszeniert Peter Konwitschny, der damit sein Regiedebüt in der Hauptstadt gibt. Zugleich ist dies der Beginn der Ära Udo Zimmermann, der aus Leipzig als Generalintendant an das Berliner Haus gekommen ist.

„Mit Luigi Nonos 'Intolleranza', dem wohl bekanntesten Werk des weltberühmten italienischen Komponisten, wollen wir Position beziehen gegen die Vernachlässigung der Nächstenliebe, gegen Verdinglichung, Entfremdung und Verwüstung menschlicher Innenwelten“, hatte Zimmermann im Vorfeld erklärt. In dem Werk geht es um Polizeiterror, Folter und das Auseinanderbrechen menschlicher Bindungen.

Konwitschny, mehrfach von der Opernkritik zum „Regisseur des Jahres“ gekürt, will die Demonstrationsszenen nicht vordergründig naturalistisch zeigen. Es dirigiert der mit Neuer Musik eng vertraute Peter Rundel.

(Deutsche Oper Berlin, Samstag 19 Uhr)

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