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: Hände weg vom New Deal

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Geschichte wiederholt sich nicht, heißt es. Der Ökonom Thomas Sowell schließt sich dieser Meinung nicht an. Wenn Erfahrungen aus der Vergangenheit ignoriert würden, könne sich Geschichte sehr wohl auf fatale Weise wiederholen, warnt er. Auch gegen eine Neuauflage der "Großen Depression" der dreißiger ...

          Geschichte wiederholt sich nicht, heißt es. Der Ökonom Thomas Sowell schließt sich dieser Meinung nicht an. Wenn Erfahrungen aus der Vergangenheit ignoriert würden, könne sich Geschichte sehr wohl auf fatale Weise wiederholen, warnt er. Auch gegen eine Neuauflage der "Großen Depression" der dreißiger Jahre im Hinblick auf Dauer, Tiefe und Schwere sei die Welt nicht gefeit, wenn die Politik dieselben Fehler begehe wie einst.

          Das heißt für ihn vor allem: Hände weg vom "New Deal"! Wenn sich der amerikanische Präsident Barack Obama ein Vorbild an der damaligen Strategie von Franklin D. Roosevelt nehme, schlage sie einen gefährlichen Irrweg ein, warnt Sowell, der als Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford wirkt und sich gern als Zerstörer öffentlicher Mythen betätigt.

          Der Interventionismus des New Deal habe mitnichten erreicht, was man ihm zuschreibe. In den ersten sieben Jahren unter Roosevelt sei die Arbeitslosigkeit trotz großer Beschäftigungs- und Ausgabenprogramme zweistellig geblieben. Kein Wunder: "Das Geld dafür war der Privatwirtschaft entzogen, und das drückte auf Nachfrage und Beschäftigung." Als weitere verfehlte Maßnahmen nennt Sowell Protektionismus, Preis- und Lohnkontrollen, die Aufgabe des Goldstandards und die Schaffung von halbstaatlichen und daher marktfremden Institutionen wie Freddie Mac und Fannie Mae.

          Zudem habe Roosevelt ad hoc auf dem Verordnungswege regiert; jede Berechenbarkeit habe gefehlt. Dies habe auch John Maynard Keynes erkannt, der befürchtete, allzu viele Eingriffe könnten das Vertrauen der Wirtschaft schädigen und ihre Aktivität schwächen. Genau dies sei eingetreten. Der Staat habe der wirtschaftlichen Unsicherheit noch die politische Unsicherheit hinzugefügt; dies habe die Krise verlängert.

          Auch der so geläufigen wie irritierenden These, erst der Krieg habe die Große Depression beendet, rückt Sowell zu Leibe. Die damalige Verbesserung der Arbeitslosenzahlen gehe einerseits auf den nicht eben nachahmenswerten Umstand zurück, dass der Kriegseinsatz 12 Millionen Männer aus dem Bestand der Erwerbspersonen abgezogen habe. Andererseits sei das Budgetdefizit zum Zeitpunkt des Kriegseintritts Amerikas schon deutlich geringer gewesen als im Jahre 1936.

          Zusätzliche Militärausgaben hätten den Karren also nicht aus dem Dreck gezogen. Wie Roosevelt selbst formuliert habe, sei vielmehr "Dr. Win-the-War" an die Stelle von "Dr. New Deal" getreten. Weil er auf die Rüstungsindustrie angewiesen gewesen sei, habe Roosevelt seinen wirtschaftsfeindlichen Kurs aufgegeben: "Der Krieg beendete den New Deal - und das Ende des New Deal sah dann die Wirtschaft sich erholen."

          Die aktuellen fiskalpolitischen Maßnahmen zur Krisenbekämpfung sieht Sowell entsprechend skeptisch. Angesichts politischer Experimente stellten Bürger und Wirtschaft Konsum und Investitionen ein; die Konjunkturprogramme müssten also verpuffen. Sie seien aber auch gar nicht so ausgelegt, dass sie noch im Jahre 2009 greifen könnten.

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