07.09.2007 · Der Film verlegt den Untergang der 6. Armee ins Weltall, er spielt die Schlacht mit Metallschrott und absurden Lagekarten vor schwarzem Sternenhimmel nach - Science-Fiction-Persiflage, Parodie deutscher Fernseh-Geschichtsspiele und historischer Essay zugleich.
Und wieder: Stalingrad. Das heißt, eigentlich wird das Thema mit „Willi Tobler und der Untergang der 6. Flotte“ erst richtig mächtig bei Kluge, nur im Nachhinein sieht es so aus, als wäre es immer schon da gewesen. Der Film verlegt den Untergang der 6. Armee ins Weltall, er spielt die Schlacht mit fliegenden Schrauben, Transistorteilen und anderem Metallschrott und absurden Lagekarten vor schwarzem Sternenhimmel nach - Science-Fiction-Persiflage, Parodie deutscher Fernseh-Geschichtsspiele und historischer Essay zugleich.
Alfred Edel ist Willi Tobler, der seine Familie aufgibt und als Pressesprecher Karriere macht, und Hark Bohm gibt mit Operettenuniform und schulterlangem Haar den Sternengeneral, der mit einer Spionin namens Paula Stihi (Natalia Bowakowa) ins Bett geht und auch sonst ziemlich schief im Sattel sitzt. „Willi Tobler“, den Kluge sieben Jahre später noch einmal überarbeitete (unter dem Titel „Zu böser Schlacht schleich' ich heut nacht so bang“), ist ein wilder Spaß, der nur durch seine Länge zahm wirkt, ein hinterhältiges Attentat auf die Vergangenheitsbewältigungs-Melodramen des Neuen Deutschen Films. Nur hat es damals, 1972, keiner gemerkt.