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: Wer hier durch die Luft fliegt, ist tot

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Es hilft ja nichts, früher oder später kommt die Rede ohnehin darauf, deswegen gleich vorweg: Sie ist klug, sie ist groß und gutaussehend, sie ist die einzige Frau, die in Hollywood Actionfilme macht, und das seit fast zwanzig Jahren.

          Es hilft ja nichts, früher oder später kommt die Rede ohnehin darauf, deswegen gleich vorweg: Sie ist klug, sie ist groß und gutaussehend, sie ist die einzige Frau, die in Hollywood Actionfilme macht, und das seit fast zwanzig Jahren. Im testosterongesteuerten Filmgeschäft ist das noch immer so ungewöhnlich, dass man es einfach erwähnen muss, auch wenn die 57-jährige Regisseurin vermutlich lieber, frei nach John Ford, sagen würde: "Mein Name ist Kathryn Bigelow, ich mache Actionfilme."

          Und was für welche! Filme über Cowboys und Vampire ("Near Dark", 1987), über eine junge Polizistin, die sich in einen Serienkiller verliebt ("Blue Steel", 1990), über Surfer und Bankräuber ("Gefährliche Brandung", 1991), über Soldaten auf einem U-Boot ("K-19", 2002) und jetzt in Bagdad - Szenarien voller Männer und Adrenalin, voller Gewalt und Waffen.

          "Tödliches Kommando" (im Original: "The Hurt Locker") zeigt die Arbeit eines Bombenräumkommandos im Irak. Es ist kein Studiofilm, sondern eine unabhängige Produktion. Es ist kein sogenannter Antikriegsfilm und auch keine patriotische Mission. Der Film braucht keine dezidierte politische Haltung zum Krieg im Irak, weil es Meinungen dazu gratis gibt und eine einwandfreie Gesinnung noch keinem Film geholfen hat - weshalb es auch ziemlich armselig ist, wenn der eine oder andere Rezensent den Film als "Propaganda" bezeichnet hat.

          "Tödliches Kommando" ist ein Film über den Krieg und was er mit den Männern macht, die ihn führen. "Krieg ist eine Droge", zitiert Kathryn Bigelow im Vorspann einen amerikanischen Irakexperten, und so erzählt "Tödliches Kommando" auch von einer Sucht, ohne sie zu verdammen oder bewusstseinserweiternde Wirkungen dieser Droge zu feiern. Der Film beschreibt, was die Männer tun, und zeigt auf diese Weise, wie der Zustand ständiger Lebensgefahr selber zu einer gefährlichen Abhängigkeit werden kann.

          Kathryn Bigelow kommt sofort zur Sache, und sie leistet sich in zwei Stunden keine Schlenker und Schnörkel, sie braucht auch keine aufwendigen digitalen Effekte und keinen dieser dröhnenden Soundtracks, die Emotionen beschwören wollen, wo gar keine sind. Das erste Bild liefert ein Roboter: ein Gelände wie eine Mondlandschaft, in körniger, unscharfer Auflösung. Dann sieht man die Männer, die den Roboter steuern. Unter einem Schutthaufen, mitten in Bagdad, liegt eine Bombe. Als der Roboter die Dynamitladung verliert, mit der die Bombe in die Luft gesprengt werden soll, steigt der Teamleiter in einen Spezialanzug, der ihn wie einen Astronauten wirken lässt. Man hört seinen Atem unter dem Helm, er nähert sich der Bombe, die beiden anderen Teammitglieder beobachten mit angelegten Maschinenpistolen das Umfeld. Als sie einen Mann mit einem Mobiltelefon in einem Hauseingang sehen, ist es zu spät. Das Telefon löst die Bombe aus, der Sergeant ist tot.

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