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Weltraum-Tourismus Die Reise meines Lebens

Ein Mann trainiert für seinen nächsten Urlaub: Charles Simonyi, Autor von Computerprogrammen wie Word und Excel, erfüllt sich einen langgehegten Traum und fliegt ins All. Für die F.A.Z. beschreibt Simonyi seine Vorbereitungen.

© AFP Vergrößern Sitzprobe in neuem Wohnzimmer

Vor einigen Tagen habe ich mir einen interessanten Vortrag angehört. Der junge Forscher, ein Raumfahrtmediziner, erklärte sehr ausführlich, welche medizinischen Probleme bei der Raumfahrt auftreten und wie man ihnen begegnen kann. Ich war überrascht, wie beträchtlich diese Probleme sind. Sie reichen von der „Raumkrankheit“, einem komplexen Unwohlsein, das durch die Verwirrung der Gleichgewichtsorgane in der Schwerelosigkeit ausgelöst wird, über den Verlust von Wasser in den ersten Tagen, in denen der Körper herauszufinden versucht, was er braucht und was er nicht braucht, bis hin zu Muskel- und Knochenschwund. Wegen der ungewohnten Körperhaltung leiden Astronauten unter Rückenschmerzen, und da mehr Blut sich im Kopf sammelt, ist ihr Gesicht aufgedunsen.

Gut siebzig Prozent der Astronauten leiden unter einem oder mehreren Symptomen dieser Art. Durch Übungen vor Antritt der Fahrt können sie sich dagegen wappnen, etwa indem sie beim Schlafen eine Position einnehmen, in der ihr Kopf etwas tiefer liegt als der Körper. Das Training auf einem rotierenden Sitz dient gleichfalls diesem Zweck. Auch im Weltraum können sie sich durch körperliche Übungen fit halten, zum Beispiel in einer Tretmühle oder mit Expandern. Außerdem gibt es Medikamente. Nach dem Flug erfolgt eine Rehabilitation, hauptsächlich durch Ruhe und leichte körperliche Übungen.

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Eine Röhre mit Sitzbank

Ich war der einzige Zuhörer dieses Vortrags. Er war Teil meines Trainingsprogramms für einen Flug ins All, den ich im April kommenden Jahres unternehmen werde. Ich bin ein privater Teilnehmer dieses Flugs, also ein Weltraumtourist, wie man gelegentlich sagt. Ich hörte mir den Vortrag aufmerksam an, denn wahrscheinlich werde ich die darin beschriebenen Symptome schon bald am eigenen Leibe erfahren.

Nasa - Wolken über Indischem Ozean © Vergrößern Foto von der Discovery-Mission 1999: Wolken über dem Indischen Ozean

Am Tag nach dem Vortrag besuchte ich die Fabrik, in der das Sojus-Raumschiff gebaut wird, mit dem ich ins All fliegen werde. In schwarzes Tuch gehüllt, erhebt sich das imposante Raumschiff vier Stockwerke hoch. Ein grünes Gerüst umgibt es wie eine Bastion. Wir steigen auf das Gerüst hinauf, um durch eine kleine Luke in das „Wohnzimmer“ des Raumschiffs zu klettern. Der erste Eindruck erinnert eindeutig an Jules Verne. Wir sind in einer Röhre mit Sitzbank. Über der Bank befindet sich ein Klapptisch, auf dem man ein einfaches Essen einnehmen oder ein paar Notizen machen kann. Neben dem hochgeklappten Tisch sehe ich ein wunderschönes altmodisches Messingmanometer, auf dem der Luftdruck abzulesen ist: 760 mm. Das werden wir später brauchen, um ständig prüfen zu können, ob die Druckverhältnisse im Raumschiff noch in Ordnung sind. An der Decke zwei einfache Lampen und ein Ventilator. An den Wänden diverse Gurte zur Befestigung von Ladung wie in einem alten Schrankkoffer.

Nicht der Platz zählt, sondern das Ziel

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