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Weltliteratur Lolita wohl keine Erfindung Nabokovs

18.03.2004 ·  Eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur, Vladimir Nabokovs Lolita, hatte eine bislang unbekannte Vorläuferin. Schon 1916 veröffentlichte Heinz von Lichberg eine Erzählung mit dem gleichen Titel.

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Eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur, Vladimir Nabokovs verführerische Kindfrau Lolita, hatte eine bislang unbekannte Vorläuferin. Schon 1916, also vier Jahrzehnte vor dem Erscheinen von Nabokovs Roman, veröffentlichte der Berliner Autor Heinz von Lichberg eine Erzählung mit dem Titel „Lolita“, die Nabokovs Buch in vieler Hinsicht vorwegzunehmen scheint.

Lichberg, der mit einem Buch über die erste Atlantiküberquerung mit dem Zeppelin bekannt wurde, ging mit einem Tondokument in die Geschichte ein: Als Rundfunkreporter schilderte er den Triumphzug der Nationalsozialisten nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzlers am 30. Januar 1933. Nabokov und sein vergessener deutscher Kollege lebten fünfzehn Jahre lang in derselben Stadt, bis Nabokov 1937 Berlin verließ. Im selben Jahr zog sich von Lichberg aus der Öffentlichkeit zurück.

Er starb 1951, fünf Jahre bevor „Lolita“ in Amerika erschien und ihren zweiten Erfinder Nabokov weltberühmt machte. Die Parallelen zwischen von Lichbergs Erzählung und Nabokovs Roman sind so deutlich, daß es mehr als wahrscheinlich ist, daß Nabokov die Erzählung seines deutschen Kollegen gekannt hat.

Eine ausführliche Untersuchung der Parallelen beider Texte lesen Sie in der F.A.Z. vom 19. März.

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