20.07.2006 · Mehrheitlich hat sich der Dresdener Stadtrat gegen einen sofortigen Baubeginn der Waldschlößchenbrücke über die Elbe ausgesprochen. Damit wurde vorerst verhindert, daß das Elbtal von der Unesco-Welterbetitel gestrichen wird.
Der Dresdner Stadtrat hat am Donnerstag gegen einen sofortigen Baubeginn der Waldschlößchenbrücke über die Elbe gestimmt. Damit lenkten die Ratsmitglieder im Streit um den Unesco-Welterbetitel ein.
Das Unesco-Komitee hatte vor gut einer Woche das Dresdner Elbtal auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbestätten gesetzt. Ein Bau der Brücke hätte damit eine Streichung von der Welterbeliste zur Folge. Ein CDU-Antrag auf sofortigen Baubeginn wurde in geheimer Abstimmung von 38 Stadträten zurückgewiesen. 30 Ratsmitglieder hatten ihn befürwortet.
Bisher noch keine Streichung
Zuvor hatte die deutsche Welterbe-Delegierte Birgitta Ringbeck gemahnt, das Votum des Komitees ernst zu nehmen. „Eine Brücke gleich welcher Form an dieser Stelle wird vom Komitee abgelehnt. Ich sehe keine Verhandlungsspielraum für eine oberirdische Elbquerung“, sagte Ringbeck.
Die Rote Liste sei die schärfste Sanktion der Welterbekonvention. In der mehr als 30 Jahre währenden Geschichte der Konvention habe es noch keine Streichung eines Welterbetitels gegeben. Die Stadträte übernähmen deshalb mit ihrer Entscheidung große Verantwortung. „Schreiben Sie mit Ihrer Entscheidung ein wichtiges Stück deutscher Kulturgeschichte“, appellierte Ringbeck.