23.03.2004 · Der thüringische Landesbischof ist einer der wenigen Kirchenmänner in Deutschland, die an Mel Gibsons "Passion Christi" nicht nur Verwerfliches entdeckt haben. Im MDR-Chat stellt er sich Fragen aus der Hölle.
Apokalypse war gestern. Heute meldet sich "Antichrist" mit einem fröhlichen "Hallo allerseits!" Sogar Judas hat sich im Chat des MDR eingefunden.
Vom thüringischen Landesbischof Christoph Kähler, einem der wenigen Kirchenmänner in Deutschland, die an Mel Gibsons "Passion Christi" nicht nur Verwerfliches entdeckt haben, will er wissen, warum der Film bei hiesigen Kirchenoberen auf Ablehnung stößt. Der Bischof weicht den Fragen nicht aus: "Hallo, Judas, viele finden den Film zu grausam. Ich verstehe das, weil sie vermutlich sonst auch keine grausamen Filme gucken."
Auch der Antichrist bleibt nicht ohne geistlichen Rat: "Hallo, Antichrist, es gibt deutliche Proteste aus der Kirche. Immerhin wird bei Gibson die Gewalt an Jesus in den Gesichtern der Umstehenden gespiegelt. Darum ist es kein reiner Splatter-Film." Und dann gibt es den Chat-Teilnehmer "666", der sich Sorgen über den Antisemitismus des Films macht: "Davor können Sie doch die Augen nicht verschließen!" mahnt er. "Hallo, 666", grüßt der Bischof, um am Ende festzustellen: "Das Gespräch ist wichtig." Ja.
Und man hat einen Eindruck davon bekommen, unter welchen Bedingungen es dieser Tage stattfindet.