06.04.2005 · Spott und Häme begleiten die Hochzeitsvorbereitungen von Charles und Camilla. Ein Blick in die Liste der Nebentätigkeiten einer deutschen Diana-Verehrerin zeigt, daß sogar ein Fluch aus Hameln die Hochzeit von Windsor gefährden könnte.
Für Talkshow-Moderator Jürgen Fliege zählte sie Mitte März zu den „Menschen hinter den Themen dieser Woche“. Sie war in der „Aktuellen Schaubude“, bei „Vera am Mittag“ und „Hallo Deutschland“. Pro Sieben wollte sie in Windsor vor der Kamera. Aber sie lehnte ab: Ihr Platz wäre vor dem Kensington Palast gewesen. Der Einladung des ZDF nach Berlin allerdings wird sie am Samstag folgen. Jetzt hat auch die „Süddeutsche Zeitung“ Evelyn Marie Seidel um ein Gespräch gebeten.
Die Wahl-Hamelnerin ist Vorsitzende eines Lady-Diana-Gedächtnisclubs. Sie wird Lady Di nie vergessen, Charles und Camilla nie verzeihen und ist dadurch die ideale Stimme all jener, die der zukünftigen Ehefrau des langjährigen britischen Thronanwärters nicht nur die Eignung als Kaffeetassenmotiv, sondern gleich die nötige Prinzessinnenhaftigkeit insgesamt absprechen.
Niemals!
Niemals werde Camilla die Königin der Herzen, schleudert die 55jährige Aktivistin dem Interviewer entgegen. In gemäßigterem Ton stellt sie die Linie ihres Andenkenclubs vor: „Wir würden sie nie verurteilen. Aber wir dürfen doch sagen, daß wir sie herb und tollpatschig finden.“ Auch ein wenig Mißgunst sei erlaubt: „Wir feuen uns doch sehr über die vielen Pannen. Die Queen will nicht ins popelige Rathaus zu Windsor, es hagelt Absagen, die Hochzeit muß verlegt werden. Herrlich!“
Herrlich: Soeben melden die Nachrichtenagenturen, daß Charles ob royaler Verpflichtungen - die ihn, nachdem er den Freitag in Rom verbringen wird, am Samstag nach Monaco führen könnten - eine abermalige Verschiebung seiner Hochzeit fürchtet. Und das britische Massenblatt „The Sun“ berichtet unter Berufung auf eine hohe Quelle am Hofe, daß die Queen die Trauung sogar am liebsten auf den Herbst statt nur um einen Tag verschoben hätte.
Jemals?
So viel Pech kann kein Zufall sein. Und tatsächlich nährt ein Blick in die im Internet veröffentlichte Liste sonstiger Machenschaften der Hamelner Revanchistin den schrecklichen Verdacht, daß ein Fluch aus der Stadt des Rattenfängers, womöglich die engen Verbindungen zwischen den Nieder- und den Angelsachsen nutzend, seinen schlimmen Schatten auf Windsor wirft.
Frau Seidel, im Hauptberuf Erzieherin, bietet nicht nur die Organisation und Betreuung von Kinderfesten aller Art, nicht nur Auftritte als Sternen-, Nikolaus- oder Weihnachtsfee, nicht allein Astrologiekurse und Tarotabende für die Großen an, sondern betreibt bei Bedarf auch noch als „Potterhexe Bibse“ eine Zauberschule in freier Nachfolge eines britischen Jungzauberers von Weltruf. Wir müssen das Schlimmste fürchten. Wird es jemals zur Hochzeit von Windsor kommen?