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Weblogs Manche müssen leider draußen bleiben

15.07.2004 ·  Zu ihrem Nominierungsparteitag haben die amerikanischen Demokraten erstmals die Verfasser von Weblogs als Journalisten akkreditiert. Aber nicht alle, die wollten. Eine Verschwörung?

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Die amerikanischen Demokraten verdanken den Bloggern eine ganze Menge. Allen voran Howard Dean, vor den Vorwahlen lange Zeit als Favorit unter den Präsidentschaftkandidaten-Kandidaten gehandelt. Der hatte mit Hilfe jener Leute, die regelmäßig ihre Internet-Tagebücher und -Meinungsseiten fortschreiben, einige Anhänger mobilisieren und einige Spendengelder locker machen können. Die Medien berichteten begeistert. Genützt hat es ihm letztendlich wenig.

Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei den Vorwahlen versprach der ehemaligen Gouverneur von Vermont, er werde sich und seine Bewegung fortan in den Dienst des Vorwahlensiegers John Kerry zu stellen. Den trennt nur noch die formale Nominierung davon, sich gegen George W. Bush um das Amt des amerikanischen Präsidenten zu bewerben. Dafür gibt es auch in den Vereinigten Staaten extra Parteitage, und - man mag diese Entscheidung dem netzaffinen Howard Dean zuschreiben - erstmals sind, wie die „New York Times“ berichtet, auch 30 Blogger unter den akkreditierten Journalisten.

So ist das Leben im Netz

50 Blogger hatten sich akkreditieren wollen, und daß 20 von ihnen abgewiesen worden sind, weil angeblich der Platz nicht für alle ausreiche, ist diesen Meinungsführern im Internet, jenem Nährboden der schönsten Verschwörungstheorien, die eine oder andere Verdächtigung wert. „So ist das Leben im Netz“, wie die „New York Times“ trocken kommentiert.

Was aber wollen die Blogger, in deren Veröffentlichungen manche internetbegeisterte schon die Zukunft des Journalismus sehen, auf einem solchen Parteitag? Sind doch solche Nominierungsanlässe nichts anderes als mediengerecht durchgeplante Jubelfeiern, in denen Eintracht, Enthusiasmus und Entschlossenheit der betreffenden Partei vermittelt werden sollen. Debatte, Streit, Abweichlertum sind nicht vorgesehen - und werden daher auch kaum zu beobachten sein. Da wird auch die oft ungewöhnliche Perspektive der Blogger nichts ändern können. Oder doch?

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