Home
http://www.faz.net/-gqz-7622m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

WDR Intendantin Piel legt Amt nieder

Die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, beendet aus persönlichen Gründen ihre Arbeit. Als erste Frau wurde sie ARD-Vorsitzende. Sie gilt als nicht unumstritten. Die Kritiker lasten ihr vor allem die Quotenpleiten von Thomas Gottschalk in der ARD an.

© dpa Legt ihr Amt nieder: WDR-Intendantin Monika Piel

Die Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, Monika Piel, hört vorzeitig auf. Aus persönlichen Gründen werde sie ihre Tätigkeit beenden, sobald die Nachfolge geregelt sei, berichtete der WDR. Darüber habe Piel (61) an diesem Freitag die Vorsitzenden von Rundfunkrat und Verwaltungsrat informiert. Nähere Angaben über die Gründe Piels machte der Sender nicht. Die 61-Jährige ist seit 2007 Intendantin der größten ARD-Anstalt. Der Rundfunkrat verlängerte erst im vergangenen Jahr ihre Intendanz bis 2019. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. 2011 und 2012 war sie als erste Frau ARD-Vorsitzende. Piel ist nicht unumstritten. In die Kritik geriet sie etwa wegen Thomas Gottschalks Quotenpleite in der ARD.

Wegen Gottschalks Quotenpleite in der Kritik

Den Streit mit den Zeitungsverlegern um die „Tagesschau“-App konnte sie nicht beilegen. Kritiker werfen ihr außerdem vor, den Widerstand gegen die Reform der Kulturwelle WDR3 unterschätzt zu haben. Die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi hatte nach der Wiederwahl Piels Ende Mai vergangenen Jahres gesagt: Piel habe stets die Bürger und damit auch deren Vertreter, nämlich den Rundfunkrat, „sehr im Blick“. Sie arbeite konstruktiv-kritisch und „auf Augenhöhe“ mit dem Aufsichtsgremium zusammen. Piel ist seit mehr als 30 Jahren für den WDR tätig. 1978 fing sie als Redaktionsassistentin im Hörfunk an, wurde später Redakteurin, Moderatorin, Parlamentskorrespondentin, Wirtschaftschefin und Hörfunkdirektorin. Von 2001 bis 2007 moderierte sie den ARD-Presseclub.

Mehr zum Thema

Die Vorsitzendes des WDR-Rundfunkrats, Ruth Hieronymi, hat die Rücktritts-Ankündigung von WDR-Intendantin Monika Piel als „überraschende Entscheidung“ bezeichnet. Sie bedaure diesen Entschluss, nehme ihn aber mit Respekt zur Kenntnis, sagte Hieronymi an diesem Freitag der dpa. In einer ohnehin für diesen Montag geplanten Sitzung des Rundfunkrates werde sich das Gremium zunächst darüber verständigen, mit welchem Verfahren die Nachfolge bestimmt werden soll. Sie würde es begrüßen, wenn sich das Gremium bereits am Montag auf ein Verfahren einigen könnte, sagte Hieronymi.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ausverkauf beim WDR Kunstsammlung zu versteigern

Alles muss raus heißt es beim WDR: Trotz Protesten will die Rundfunkanstalt ihre Kunstsammlung im Ausland unter den Hammer bringen. Obwohl gute Angebote von deutschen Firmen vorliegen sollen die Werke bei Sotheby’s versteigert werden. Mehr Von Rose-Maria Gropp

24.06.2015, 18:15 Uhr | Feuilleton
Lucke-Rivalin Petry gewinnt Machtkampf bei der AfD

Frauke Petry ist die neue erste Vorsitzende der Alternative für Deutschland. Die bisherige Co-Vorsitzende setzte sich am Samstag in Essen gegen AfD-Mitbegründer Bernd Lucke mit 60 Prozent der Stimmen durch. Damit wird die sächsische Landesvorsitzende am Jahresende laut Satzung automatisch alleinige AfD-Vorsitzende. Mehr

05.07.2015, 11:31 Uhr | Politik
Arbeitskräftenachfrage hoch 7900 weniger Arbeitslose als vor Jahresfrist

Hessens Arbeitsmarkt brummt in diesem Sommer. Das liegt an der hohen Nachfrage der Firmen. Langzeitarbeitslose tun sich aber immer noch schwer, wieder einen Job zu finden. Mehr

30.06.2015, 14:02 Uhr | Rhein-Main
Kiew Gerangel im ukrainischen Parlament

Gerangel und Schläge im ukrainischen Parlament: Dort war am Dienstag der Vorsitzende der Radikalen Partei Lyashko auf ein ehemaliges Parteimitglied getroffen. Mehr

04.03.2015, 11:08 Uhr | Politik
IS-Terroranschläge Verfassungsschutz sieht Verbindungen zwischen Lyon und Sousse

Verfassungsschutz-Chef Maaßen sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den jüngsten Terroranschlägen in Tunesien und Frankreich. Die Regierung in Tunis geht davon aus, dass der Attentäter Helfer gehabt hat. Mehr

29.06.2015, 10:27 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.01.2013, 19:24 Uhr

Glosse

Konzertgeruch

Von Gerhard Stadelmaier

Sensationell sind bei Konzerten an ungewöhnlichen Orten mehr als die musikalischen Einlagen oft die Ausdünstungsexzesse der Mithörenden. Eine kleine Geruchskunde. Mehr 1 0