http://www.faz.net/-gqz-71ivf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 22.07.2012, 14:09 Uhr

Vor Aufspaltung des Konzerns Murdoch tritt von allen Aufsichtsratsposten zurück

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch tritt von allen Aufsichtsratsposten zurück. Er bleibt aber offenbar an der Spitze des Mutter-Unternehmens News Corporation.

von
© AFP Rückzug auf Raten: Rupert Murdoch

Rupert Murdoch hat die bevorstehende Zweiteilung seines Konzerns in ein Unternehmen für Film und Fernsehen und eines für die Zeitungen und Buchverlage zum Anlass genommen, sämtliche Aufsichtsratsposten bei seinen britischen Zeitungen abzulegen, darunter die bei der „Times“, der „Sunday Times“ und der „Sun“. Dieser Schritt wird als weitere Distanzierung von seinem britischen Zeitungsgeschäft gedeutet, das einst das Fundament seines multimedialen Imperiums bildete. Am Samstag twitterte Murdoch: „Britannien zunehmend ein Anspruchsstaat. Mehr denn je mit steigenden Schulden. Ist es zu spät, die Kultur zu verändern und Energie wiederherzustellen?“ Rupert Murdoch hat aus seiner Liebe zur Druckerschwärze nie einen Hehl gemacht. Doch nun zwingen ihn schwindende Auflagen und der weite Kreise ziehende Abhörskandal bei seiner inzwischen eingestellten Sonntagszeitung „News of the World“, andere Prioritäten zu setzen.

Spekulationen über Verkauf

Gina Thomas Folgen:

Sein Rücktritt aus den britischen Zeitungsgremien hat Spekulationen über Verkaufsabsichten genährt. News International versucht die Bedeutung der neuen Entwicklungen als „innerbetriebliche Aufräumübung“ im Lichte der bevorstehenden Umstruk+turierung des Konzerns herunterzuspielen und weist darauf hin, dass der 81 Jahre alte Murdoch gleichzeitig aus den Aufsichtsräten mehrerer Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten und Australien zurückgetreten sei. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter heißt es, Rupert Murdoch werde dem britischen Unternehmen als Vorstandsvorsitzender beider Zweige der amerikanischen Muttergesellschaft „News Corporation“ verbunden bleiben. Man erwarte ihn für die Olympischen Spiele in London. In der vergangenen Woche forderten achtzehn große Aktionäre von News Corporation den Rücktritt Murdochs vom Vorsitz des Konzerns, den er gegründet hat.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
BBC-Reform Das ist kein Untergang

Viel war geunkt worden über den Umbau der BBC zum elitären Spartensender, nun liegt das Weißbuch vor. Und es ist alles halb so schlimm wie erwartet. Mehr Von Gina Thomas, London

16.05.2016, 11:45 Uhr | Feuilleton
Übernahme von Saatgutriesen Bayer will Monsanto für 62 Milliarden Dollar kaufen

Der deutsche Konzern Bayer will den amerikanischen Saatgutriesen Monsanto übernehmen und hofft auf Gegenliebe für seine umgerechnet 55 Milliarden Euro schwere Übernahmeofferte. Pro Monsanto-Aktie wolle man 122 Dollar zahlen, teilte das Leverkusener Unternehmen am Montag mit. Mehr

23.05.2016, 11:47 Uhr | Wirtschaft
Referendum in Großbritannien Der Brexit als Gelegenheit, denen eins auszuwischen

Viele Briten sehen das Referendum im Juni als Gelegenheit, ihren Politikern eins auszuwischen. Das macht es Wahlkämpfern bei den Hausbesuchen schwer – auch in Labour-Gegenden. Mehr Von Jochen Buchsteiner

24.05.2016, 11:40 Uhr | Politik
Regierungskrise Österreichs Bundeskanzler Faymann tritt zurück

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann ist nach monatelangem Ringen um den Kurs seiner Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) in der Flüchtlingskrise zurückgetreten. Er legte alle seine politischen Ämter mit sofortiger Wirkung nieder. Mehr

09.05.2016, 18:25 Uhr | Politik
Fondsriese Blackrock Wir nehmen Einfluss auf die Firmen dieser Welt

Blackrock ist die größte Fondsgesellschaft der Welt. Deutschland-Chef Christian Staub spricht über seine Macht und warum der Dax am Jahresende viel höher steht als heute. Mehr

25.05.2016, 11:31 Uhr | Finanzen
Glosse

Echo des Poseidon

Von Andreas Rossmann

Der Künstler Markus Lüpertz hat am Duisburger Rheinhafen eine Skulptur aufgestellt, und nur ein Bundeskanzler war Zeuge. Das war doch früher einmal anders. Mehr 1

Abonnieren Sie den Newsletter „Literatur“