Home
http://www.faz.net/-gqz-71ivf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Vor Aufspaltung des Konzerns Murdoch tritt von allen Aufsichtsratsposten zurück

Der Medienunternehmer Rupert Murdoch tritt von allen Aufsichtsratsposten zurück. Er bleibt aber offenbar an der Spitze des Mutter-Unternehmens News Corporation.

© AFP Rückzug auf Raten: Rupert Murdoch

Rupert Murdoch hat die bevorstehende Zweiteilung seines Konzerns in ein Unternehmen für Film und Fernsehen und eines für die Zeitungen und Buchverlage zum Anlass genommen, sämtliche Aufsichtsratsposten bei seinen britischen Zeitungen abzulegen, darunter die bei der „Times“, der „Sunday Times“ und der „Sun“. Dieser Schritt wird als weitere Distanzierung von seinem britischen Zeitungsgeschäft gedeutet, das einst das Fundament seines multimedialen Imperiums bildete. Am Samstag twitterte Murdoch: „Britannien zunehmend ein Anspruchsstaat. Mehr denn je mit steigenden Schulden. Ist es zu spät, die Kultur zu verändern und Energie wiederherzustellen?“ Rupert Murdoch hat aus seiner Liebe zur Druckerschwärze nie einen Hehl gemacht. Doch nun zwingen ihn schwindende Auflagen und der weite Kreise ziehende Abhörskandal bei seiner inzwischen eingestellten Sonntagszeitung „News of the World“, andere Prioritäten zu setzen.

Spekulationen über Verkauf

Gina Thomas Folgen:

Sein Rücktritt aus den britischen Zeitungsgremien hat Spekulationen über Verkaufsabsichten genährt. News International versucht die Bedeutung der neuen Entwicklungen als „innerbetriebliche Aufräumübung“ im Lichte der bevorstehenden Umstruk+turierung des Konzerns herunterzuspielen und weist darauf hin, dass der 81 Jahre alte Murdoch gleichzeitig aus den Aufsichtsräten mehrerer Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten und Australien zurückgetreten sei. In einer Mitteilung an die Mitarbeiter heißt es, Rupert Murdoch werde dem britischen Unternehmen als Vorstandsvorsitzender beider Zweige der amerikanischen Muttergesellschaft „News Corporation“ verbunden bleiben. Man erwarte ihn für die Olympischen Spiele in London. In der vergangenen Woche forderten achtzehn große Aktionäre von News Corporation den Rücktritt Murdochs vom Vorsitz des Konzerns, den er gegründet hat.

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
John Whittingdale zum Rundfunk Er gibt der BBC ein wenig Heavy Metal

John Whittingdale will Englands linken Rundfunk reformieren. Auch deshalb ist der Kulturminister als konservativer Hardliner verschrieen. Doch jeder sagt: Der Mann kennt sich aus, und Witz hat er sowieso. Mehr Von Gina Thomas

24.07.2015, 18:19 Uhr | Feuilleton
Finanzkrise Giannis Varoufakis tritt zurück

Nach eigenen Angaben ist er jetzt: Minister no more: Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis hat nach der deutlichen Rückendeckung der Bürger für die griechische Regierung seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Damit will der Minister die Chancen von Regierungschef Alexis Tsipras auf eine Einigung mit den Spitzenvertretern der sogenannten Institutionen verbessern. Mehr

06.07.2015, 16:33 Uhr | Politik
Verlage Pearson will sich auch vom Economist trennen

Nach dem Verkauf der Wirtschaftszeitung Financial Times will der britische Medienkonzern Pearson auch seinen 50-Prozent-Anteil am Wirtschaftsmagazin Economist loswerden. Zudem wird spekuliert, ob sich Pearson auch vom Buchverlag Penguin Random House trennt. Mehr

25.07.2015, 13:36 Uhr | Wirtschaft
Berlin Cameron fordert Blatters Rücktritt

Der britische Premier sagte bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel, der Fifa-Chef solle gehen. Mehr

29.05.2015, 15:58 Uhr | Politik
Rüstungsindustrie Lockheed übernimmt Sikorsky

Der amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin steht vor seinem größten Zukauf seit 20 Jahren. Für 9 Milliarden Dollar kauft das Unternehmen den Hubschrauber-Hersteller Sikorsky. Mehr

20.07.2015, 14:26 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 22.07.2012, 14:09 Uhr

Glosse

Palermo Looting

Von Andreas Rossmann

Die Diva am Rhein und die Grande Dame Siziliens: Mehr Gegenteil lässt sich nicht so leicht finden. Und doch sind Düsseldorf und Palermo gerade eine Städtepartnerschaft eingegangen. Eine Mesalliance? Mehr 0