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Vierundddreißigfach in Buenos Aires : Die Meilensammler der ARD

In Buenos Aires tagt gerade das IOC und wählt heute auch einen neuen Präsidenten. Darüber, na klar, muss öffentlich-rechtlich in aller Opulenz berichtet werden: 34 Mitarbeiter hat die ARD geschickt.

          Preisfrage: Was machen 34 - im weitesten Sinne - Sportjournalisten der ARD im Augenblick? Kleiner Tipp: Es könnte etwas mit Südamerika zu tun haben. Mit der Hauptstadt des Tangos und der Schutzheiligen der Seefahrer und mit der olympischen Familie, die genau dort einen frischen Patron bekommt. Die Auflösung: In Buenos Aires wählt das Internationale Olympische Komitee (IOC) heute einen neuen Präsidenten, der deutsche Vizepräsident Thomas Bach hat beste Aussichten auf den Job.

          Und darüber und über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 nach Tokio und dass Ringen olympische Sportart bleibt, kann natürlich nicht ausführlich genug berichtet werden. Da scheinen 34 ARD-Akkreditierte nur zu angemessen, inklusive lokaler Mitarbeiter, zweier Sportchefs (vom BR und vom SWR), einer großen WDR-Truppe plus Liveschaltungen zu Gerhard Delling, unserem Mann in der Pampa.

          Das ZDF hingegen scheint die Bedeutung der Reise nach Buenos Aires unterschätzt zu haben. Da stehen doch tatsächlich nur vier ZDF-Namen auf der Akkreditierungsliste! Vier von ungefähr siebzig Journalisten aus Deutschland insgesamt. Da loben wir uns doch die 34er-Delegation der ARD. Der „Medienvielfaltsmonitor“ der bayerischen Landesmedienanstalt hat übrigens kürzlich festgestellt, dass die ARD in puncto „Meinungsmacht“ alle anderen Medien - private Sender und Presse - meilenweit abhängt. Wir wissen, wieso: Man muss dafür Meilen sammeln, die (von Rundfunkgebühren finanzierte) Masse macht’s.

          Dabei ist die IOC-Versammlung in Buenos Aires ja noch eine vergleichsweise kleine, intime Veranstaltung. Warten wir, bis erst die Spiele kommen. Da wird die Delegation der ARD nur noch nach Hundertschaften gezählt.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

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