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Veröffentlicht: 27.02.2014, 13:43 Uhr

Versandjustiz Souverän Amazon

Amazon hat Titel eines rechtskonservativen Verlags aus seinem Angebot genommen. Wir wollten hören, warum eigentlich? Doch weit gefehlt war unsere Annahme, dass sich der Versandhändler zu einer Begründung herabließe.

von

Kafkaesk nennt man ein Verfahren, bei dem man verurteilt wird, ohne je zu erfahren, gegen welches Gesetz man verstoßen hat. So ist die Welt auch heute, jedenfalls wenn man es mit Monopolisten zu tun bekommt.

Lorenz Jäger Folgen:

Der Versandhändler Amazon hat in der vergangenen Woche zwölf Titel des rechtskonservativen Verlags Antaios aus dem Angebot genommen. Wir sprechen darüber mit dem Senior Manager Corporate Public Relations bei Amazon und möchten von ihm etwas über die Gründe erfahren. Nun, es gebe „Stellen“, Gerichte, Staatsanwälte, auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften, deren Warnungen man ernst nehme.

Aber von justitiablen Delikten beim Verlag Antaios ist uns nichts bekannt, und die Bundesprüfstelle dementiert im Gespräch mit dieser Zeitung umgehend, mit dem Fall irgendetwas zu tun zu haben. Dazu kein Kommentar von Herrn Steinlehner, nur der Hinweis, dass eine Warnung auch von Kunden stammen könnte; mehr könne er nicht mitteilen.

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Aber auf das Regelwerk weist er uns hin: „Amazon.de behält sich nach Prüfung das Recht vor, Angebote, die gegen die guten Sitten oder rechtliche Vorschriften verstoßen, zu beenden oder zu ändern.“ Dazu gehören jugendgefährdende oder pornographische Materialien, lebende Tiere und Artikel, die gegen Artenschutzgesetze verstoßen, Artikel, die gegen allgemeine ethische und moralische Grundsätze verstoßen. Nicht zu vergessen: Kriegswaffen. Schließlich: Rassistisches, diskriminierendes oder gewaltverherrlichendes Material und Artikel, die den Nationalsozialismus verherrlichen oder verharmlosen.

Auf Nachfrage, gegen welchen dieser Grundsätze Antaios verstoßen hat, bedauert es Herr Steinlehner, einzelne Angebote nicht diskutieren zu können, vielen Dank für Ihr Verständnis. Nur damit, dass es weder um Pornographie noch um lebende Tiere, noch um Kriegswaffen ging, rückt er am Ende doch noch heraus.

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