07.09.2007 · 15.000 Mark erhofft sich die „Besitzbürgerin Jahrgang 1908“ für das Porzellan, das sie zum Verkauf feilbietet. Alexander Kluge lässt in diesem kurzen, sehr witzigen Film aus dem Jahr 1973 die westdeutsche Geschichte um ein Haar in den Ruin laufen.
15.000 Mark erhofft sich die „Besitzbürgerin Jahrgang 1908“ für das Porzellan, das sie zum Verkauf feilbietet. „Aber wer gibt mir die?“ Frau Schneider ist am Wienern, die schöne Wohnung in Berlin West hat zwölf Zimmer, da hat man gut zu tun, um die in Schuss zu halten. Frau Schneider sitzt aber auch über den Büchern und stellt fest, dass die Ausgaben dem überlieferten Lebensstandard davonlaufen - denn was ist das eigentlich, eine Besitzbürgerin? Eine unproduktive Person, sieht man einmal von dem verkäuflichen Porzellan ab.
Alexander Kluge lässt in diesem kurzen, sehr witzigen Film aus dem Jahr 1973 die westdeutsche Geschichte um ein Haar in den Ruin laufen. „Ich hab' Geld nie groß halten können.“ Der Empire-Schreibschrank und die Barock-Kommode stammen aus Lichterfelde, sie haben nach dem Krieg den Besitzbürger gewechselt, das soll nicht noch einmal so sein müssen. Zum Glück kommt ein Herr Guhl des Wegs. Er hat für das Porzellan zwar keine Verwendung, aber er hat eine Lösung für den Engpass: Schulden! Herr Guhl ist flüssig, Frau Schneider nun wieder für eine Weile liquid - ein Wirtschaftswunder.