10.05.2012 · Der „Aufruf gegen den Diebstahl im Internet“ findet immer breitere Zustimmung. Fast 4000 Künstler und Intellektuelle haben ihn bereits unterzeichnet. Die Reaktionen der Gegner radikalisieren sich und ein Gegenaufruf wurde gestartet.
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Nicht über einen Kamm scheren.
Die Frage des Urheberschutzes ist diffizil. Herausragende Kunstwerke müssen im Interesse der Kunst geschützt werden. Auch ist es kein einträgliches Geschäft, wirklich gute Kunst zu machen. Große Künstler haben nicht selten am Hungertuch genagt. Urheberschutz erschöpft sich auch nicht allein im Geldlichen. So legte Thomas Bernhard genau fest, wer seine Theaterstücke spielen durfte. Anders sieht es natürlich in der Unterhaltungsindustrie aus, die sich gerne den Anschein des Künstlerischen gibt, ohne diesen im mindesten einzulösen. Da wäre durchaus zu fragen, ob ein weitgefasster Schutzanspruch gerechtfertigt ist, zumal es sich letztendlich um ein ganz gewöhnliches Konsumgut handelt, das keinen höheren Wert besitzt. Die eigentliche Schwierigkeit liegt wohl darin, Kunst vom Banalen abzugrenzen, was angesichts heutiger Beliebigkeit der Meinungen und des Geschmacks schier unmöglich ist. Darum sollte man das Kind besser nicht mit dem Bade ausschütten wollen.
Die wenigsten Musiker die ich in meinem Dunstkreis kenne und kennen gelernt habe nennen sich Künstler. Zum Künstler werden die Musiker erst von Ihren Verlagen und Plattenfirmen gemacht. "Das was Du machst ist Kunst" Ja? Hab ich nie so gesehen, ist doch nur Musik! So dann gibt es ein Exklusivrechte Plattenvertrag mit den Exklusivrechten bis 90 Jahre nach dem Tod, oder waren es 70? Ist mir selber auch schon angeboten worden, habe ich abgelehnt Und ab da ist man Sklave der Industrie und kann nicht mal mehr seine eigenen Songs ohne Erlaubnis der Firma irgendwo aufführen. Ich bin in der GEMA gewesen und mir wurde schlecht wenn ich das Hochglanzmagazin Virtuos in den Händen hielt. Dieses auf die Schulter klopfen wie geil wir "Künstler" doch allle sind, ist echt widerlich. Und dann immer schöne Bilder von Dr. Leckmich aus dem Vorstand, der irgendeinem "Künstler" der ihm persönlich sowieso am A vorbeigeht die Hand schüttelt. War für mich der Grund aus dem Verein vor einem Jahr auszutreten.
2008 erleichterten die Verwertungsgesellschaften den Verbraucher mit Hilfe der Selbstbedienungs-Kopiergeräteabgabe, die überwiegend unschuldige Konsumenten trifft, um 65,54 Mill Euro. In DM: ca 140 Millionen. Jetzt haben wir das Jahr 2012. Das Geld geht komplett an die verarmten Unterzeichner des Aufrufs. In Thüringen kämpfen die Kunstschaffenden um den Erhalt ihres Theaters in Gera. Die sorgen unter anderem dafür, dass aus den Urheberarbeiten blankes Geld wird. Allerdings für einen Hungerlohn. Was haben denn die Unterzeichner für ihre in Not geratenen Kollegen getan? Ich vermute NICHTS!! Wahrscheinlich springt der Steuerzahler ein. Vorschlag: Die Unterzeichner des Aufrufes setzen sich für die Abschaffung der Wegelagerer-Kopiergeräteabgabe ein und das von ihnen beklaute Volk solidarisiert sich mit ihnen. Die Petition für den Erhalt des Theaters in Gera habe ich bereits vor Wochen Unterschrieben. Da war kein Name der um ihren Fünftwohnsitz besorgten deutschen Weltstars dabei. Anonym?
Die Urheber berauben also das Volk.
Was für eine lustige Art von Kommunismus soll das denn werden?
Geistiges Eigentum ist auch Eigentum
Es geht ja nicht nur um den Künstler / Autoren, auch der Verlag
(Musik oder Buch), der Produzent etc. soll Geld bekommen.
Wenn es ums geistige Eigentum geht, geht es hier aber auch um Patente
von Firmen - hier könnte man dann auch beliebig kopieren und der
wenige, der neues erfindet ist der Dumme. andere machen Geld mit seinen
Ideen und er kriegt nix.
Wenn es möglich wäre, einen Mercedes durch schlichtes kopieren
neu zu erzeugen, so ist das in meinen Augen immer noch Diebstahl, weil
eine Leistung in Anspruch genommen wird, für die keine
Gegenleistung gegeben wurde.
Wenn Menschen "produktiv" arbeiten möchten Sie doch auch
Geld oder ? Wieso sollen geistig schaffende oder andere Kreative ihr
Können herschenken ?
Durch die GEZ oder Gema gebühren habe ich nicht die gesamten Rechte
an allen Filmen oder Musiken erworben - das wäre dann deutlich
teurer. Auch bei Software kennt man ja die Lizenzgebühren - zur
definierten Nutzung auf EINEM Rechner. der Entwickler will auch bezahlt werden
Schon mit dem Postulat auf dem Bild "Wir sind DIE Urheber"
stellen sich die Unterzeichner selbst ins kreative, geschäftliche
und politische AUS!
Sie hätten höchstens schreiben können "wir sind
einige Urheber", aber sicher nicht "die" Urheber. Sorry,
das hat mit Kreativität, Urheberrrecht, etc. nichts zu tun.
Für mich ist es die Arroganz der Bekannten, Populären
Schreibenden, Filmenden, etc., aber wo ist der Rest? Wo sind die
Unbekannten, Ausgegrenzten?
Es ist immer dieser Absolutheitsanspruch der herrschenden Machtkaste,
welcher die wahre Evolution be- und verhindert und nicht der Markt, die
Arbeitsteilung oder sonst etwas.
Unmoralische Gesetze ? Ein Fallbeispiel
In jungen Jahren habe ich mir etwa 200 Langspielplatten gekauft. Um die Platten zu schonen, habe ich die Titel auf Kassette überspielt.Später habe ich etwa 150 CDs gekauft, meist gleiche Titel wie vorher auf LP. Später hatte ich einen CD-Brenner, damit von eigenen CDs einzelne Titel neu zusammengestellt. Also 5-mal Abgaben bezahlt . - Ich habe 100 DVDs, viele davon sind mir wichtig und nicht mehr käuflich. Um sie eines Tages vererben zu können, müsste ich sie kopieren, weil sie nicht ewig halten. Genau dies ist nicht erlaubt, Frau Merkel:“kein Recht auf Privatkopie“ - dank Lobbyisten, die bestimmen. Gedankenexperiment: Jaguar E gekauft, Jahre später beschließt der Bundestag, dass alte Autos nicht repariert werden dürfen und beim ersten technischen Mangel verschrottet werden müssen, ein unmoralisches Gesetz, bei Merkel möglich, siehe „kein Recht auf Privatkopie“
Na klar, ich bin mehrgleisig gefahren und habe mehrere Tätigkeiten ausgeübt (zum Teil noch heute aktiv). Hauptsächlicher Brotberuf war ein anderer.
Scheinheiligkeit-mir wird übel
Ich traue den Künstlern und ihrer Vermarktungsindustrie genau so wenig über den Weg wie allen anderen Manipulierern! Wenn Beweise fehlen, werden sie erzeugt oder im bewußten Risiko gestreut. Weshalb stellen die Firmen bei YouTube kopierbare Videos ins Netz? Damit sie hinterher schreien können: Wir sind bestohlen worden!! Weshalb werden Filmkopien, die nicht gesichert sind, an Verlage rund um die Welt geschickt. Damit sie hinterher bei Hinz und Kunz kopiert auftauchen. Das ist dann die erste Grundlage für das Gejammere. Die Lücken stopfen wollen wir nicht. Sind ja top Argumente. Zu dumm oder zu faul oder zu geizig, ihre "Werke" abzusichern, aber jammern. Für was wird das Geld verwendet, das die Kunstindustrie aus allen Kanälen absaugt? Es wird denen zugeschanzt, die schon genug eingesammelt haben, Adorf und Konsorten. Die gerade in Deutschland sich ihre mittelwertige Kunst und die dazugehörigen selbstbeweihräucherungs Partys aus Steuergeldern bezahlen lassen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.05.2012 18:23 UhrKünstler der gehobenen Schicht?
Ich werde mich null zurücknehmen. Erklären Sie mir bitte, weshalb ich an die Verwertungsgesellschaft Beiträge für meine Technik abführen muss, wenn ich die nicht für Raubkopien nutze. Das ist dummfreche Piraterie! Erklären Sie mir, weshalb ich eine Musik-DVD kaufe, die Musik im TV noch einmal finanziere und bei YouTube als deutscher User ausgeschlossen werde. Abgesehen von den Milliarden Subventionen, die alle Steuerzahler in die Kunstindustrie stecken. Wovon der ganze Betrieb nicht schlecht lebt. Wer so dumm ist und die Haustür offen stehen läßt, muss sich über Diebstahl nicht wundern. Das Internet gehört allen, nicht der Musik- oder Filmindustrie. Förderung des Nachwuchses und der Volkskunst, kein Problem.
Aha!
Jaja, überhaupt die ganzen Manipulierer! Es wäre fein, wenn
Sie sich mit Ihrer Polemik ein Stückchen zurücknehmen und
einmal aufschlüssen, wen Sie mit "die" meinen. Meinen Sie
Ihre Lieblingsband oder eher einen gemeingefährlichen Illustrator?
Und welche Firmen bitte? Und bitte, welches Geld saugt welche
Kunstindustrie ab?
... betrifft nicht nur Künstler
Warum sind eigentlich so viele an Kunst interessiert und kämpfen
für einen kostenlosen Zugang zu den Werken, wenn, wie hier
andauernd gesagt wird, die ganze Kunst so öde ist?
Warum bezahlt Ihr so horrende Preise für einen PC? Wenn man das
geistige Eigentum der Hersteller abzieht bleibt nur etwas Plastik und
Metall übrig. Warum ein teures, schönes Auto, wenn es auch
billiger ginge; die Ingenieure müssen einfach auf ihr geistiges
Eigentum verzichten und dürfen keine Patente mehr anmelden.
Wenn es für manche Menschen ein Problem ist für einen Song im
Netz einen angemessenen Preis zu bezahlen, warum geben dann die gleichen
Menschen gedankenlos Geld für Zahnbürsten aus? Nur weil sie
50g Plastik in der Hand haben?
Da passt vieles noch nicht zusammen, was die lieben Piraten an Ideen
produzieren, aber das mit dem geistigen Eigentum ist eben nicht so
einfach.
Gottes Wort hast Du noch vergessen...
Denn das kostet auch 10% Deiner Einnahmen.
...und - bekommt DER was davon ?
Heeeee... Meinst Du der Programmierer bekommt - immer - wenn Sein Werk
genutzt wird was ab?
Wieviel Prozent des Umsatzes bekommt der Künstler ? Der Ing den Du
oben genannt hast ?
Ich zahl schon Zwangs-Kulturabgabe.... (GEZ) können Die nicht aufteilen?
Kunst und Unterhaltung sind verschieden
Genau, es geht um inhaltliche Selbstbestimmung; mag diese auch nur
scheinbar sein.
Ich hab keine Presse in meiner Naehe um mir meine eigenen Bleche fuer
ein Rechnergehaeuse zu stanzen. Auch kein Reinraum um meine Festplatte
und Wafer zu produzieren. Auch seltene Erden um mir ein LCD Display oder
einen Akku zu bauen ,bekomme ich nicht im gewoehnlichen Einzelhandel.
Keine Schmelze um Polymergranulate zu mischen. Keine Chemikalien um
effektive Klebstoffe herzustellen, damit das Gummigrip auf dem Plastik
der Zahnbuerste haftet.
In der Schule bekomme ich auch kein normgerechtes Wissen vermittelt um
ohne Bedenken Dinge des alltaeglichen Lebens herstellen zu koennen;
nicht einmal im Studium vollstaendig und unentgeltlich.
Daher bin ich eher dankbar fuers Internet und Bibliotheken die immerhin
Raum fuer freien Informaionsausstausch bieten.
Internet ist kein MTV.
Leute die runterladen, gehen bestimmt auch haeufiger ins Kino und kaufen
sich oefters Musik und/oder Videospiele.
Also noch mal: Hier wird zum Teil eine völlig falsche Debatte
geführt mit völlig irrelevanten Argumenten. Es ist nicht
relevant, den Preis einer CD für zu hoch zu halten - und daraus zu
schließen, dass ich sie dann klauen darf. Ich halte auch den Preis
eines Mercedes' für zu hoch - und habe dennoch noch nicht ernsthaft
darüber nachgedacht, einfach einen zu klauen.
Es ist auch nicht relevant, ob die Künstler/Urheber Verträge
mit Verlagen etc. schließen, mit denen die Verlage mehr verdienen
als die Künstler. Auch aus diesem Umstand kann man nicht ableiten,
dass man Bücher folglich stehen sollte.
Die "wir-sind-die-urheber" Seite bietet weder Argumente noch
Erklaerung welche ihre Behauptungen untermauern koennten.
Wenn die Leute Werbeeinnahmen wollen, ist das doch eine andere Sache.
Werbung will doch aber sowiso niemand sehen.
Eher ist es vielleicht angebrachter ueber den persoenlichen Schutz vor
Datenmissbrauch im Internet hinzuweisen. So ein Cookie verletzt doch
auch irgendwo Persoenlichkeitsrechte, wenn es mich in Form
automatisierter und personalisierter Werbung belaestigt, und dass ganze
nicht ohne Performanzeinbussen beim surfen hinnehmen zu muessen.
Wie ich das ganze verstehe, moechten die Kuenstler personalisierte
Werbung fuer sich beim moeglichen Kunden machen, dabei werden deren
Urheberrechte ohnehin nicht tangiert.
Realistisch betrachtet werde es wohl kaum ueber 30 jaehrige geben welche
bewusst Urheberrechte missachten, dabei spielt die Popularitaet des
jeweiligen Kuenstler, dessen Rechte verletzt werden, eine nicht
unerhebliche Rolle. Die Debatte ist daneben.
Der Milchtrinker findet die Milch bei Edeka zu teuerund ist zudem nicht
einverstanden mit den Preisen, die die großen Handelsketten den
Bauern pro Liter Milch zahlen. Also geht der engagierte Milchtrinker zu
Edeka, nimmt zwei Milchtüten, geht zur Kasse und sagt: Sorry, aber
wegen der Sauereien, die hier stattfinden, kann ich heute leider nicht
zahlen. Die Kassiererin und der Marktleiter stehen neben der Kasse und
sagen: Ja, Sie haben Recht, tut uns leid, dass wir das bisher noch nicht
zum Wohl der milchtrinkenden Allgemeinheit regeln konnten, die Milch
können Sie natürlich umsonst haben.
Sehr absurd. Aber nun ersetze man 'Milch' durch Bücher, Filme oder
CDs - und plötzlich wird es zu einer Meinung, die man ungestraft,
sogar fast mehrheitsfähig, äußern darf. Aber im Grunde
ist sie ganz ähnlich absurd. Absurd, dass es darüber
überhaupt Diskussionen geben darf. Und das übelste und
absurdeste Argument überhaupt: Die Urheber werden ohne ausgebeutet,
deshalb muss jetzt alles umsonst sein.
Das ist ein Problem
Ja, da haben Sie Recht, das ist - in solchen nicht-quantifizierbaren Bereichen - ein Problem. Dieses Problem gibt es allerdings auch in anderen, sogar in nicht digitalen Bereichen. Auch etwa Kopierer-Hersteller, und letztlich -Käufer, bezahlen eine Abgabe an die VG-Wort, selbst wenn der gekaufte Kopierer nur dafür verwendet wird, Steuererklärungen zu kopieren und nicht Thomas Mann. Dann gibt es sogenannte Vertreter der einen und solche der anderen Seite, die dann versuchen, in Verhandlungen eine verträgliche vertragliche Lösung zu finden, die wiederum nicht alle gut finden. Aber das ist nunmal so bei Gema, VG-Wort, TV-Gebühren, etc., manche zahlen zu viel, manche zu wenig. Ich zum Beispiel zahle auch zu viel Steuern für den Bau von Autobahnen, obwohl ich Radfahrer bin. Aber da, wo es quantifizierbar ist: Ein Klick = ein CD-Download, ist es einfach: Es muss bezahlt werden. Pro CD. Pro Ei. Pro Fahrrad. Wenn es Freibier immer und für alle gibt, machen irgendwann die Brauereien dicht.
Wie
wollen Sie Urheberrechtsverletzungen feststellen?
In Ihrem Beispiel fehlt noch der Part, dass der Milchtrinker für
die Kanne in der er seine Milch transportieren möchte, beim Kauf
eine Abgabe gezahlt hat, für den möglichen Fall, dass er
tatsächlich Milch transportiert. Falls er damit nur Wasser tragen
will hat er Pech, seine Abgabe bekommt er nicht zurück. Oder mit
anderen Worten, für ein Smartphone mit Speichermenge ab 8 GB und
Touchscreen, bezahlt man 36,00 EURO Urheberrechtsabgabe. Das machte bei
meinem Smartphone ca. 10 Prozent des Kaufpreises aus. Ich empfinde dies
als unangemessen und ungerechtfertigt.
Kurz nach der Überschrift, als der Artikel schon zu Ende war, fing ich an nachdenklich zu werden...
Es ist ein kleiner Top-Dog // Under-Dog--Crash, das ist unübersehbar. Die Etablierten gegen die kleinen Nager hinter der Fassade. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht entscheiden, wohin ich gehören möchte. Ich sympathisiere mit beiden, und ich habe Vorbehalte gegenüber beiden. Was die sog. LITERATUR angeht, sogar heftige Vorurteile. Da haben wir nur die Wahl zwischen "kindischen" und "nichtssagenden" Machwerken. Ausgerechnet was die Kunst angeht, steht leider GAR NICHTS auf dem Spiel. Meine Meinung!
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 11:47 UhrAber gibt es nun einen Dissens, oder wollen ein paar Käuze einfach nur nicht gerne vereinahmt werden
Der Titel ist mir zu lang geraten, aber die Frage ist damit gestellt:
wird nicht von allen Leuten mit einem primären Verwertungsinteresse
ein gesellschaftlicher Dissens hergestellt, der nicht immer leicht zu
erkennen ist, während die Leute mit einem primären (evtl.
wilden, kindischen) Produktionsinteresse eine Gleichberechtigung
herstellen möchten, die der Asymmetrie von Kulturschaffenden und
Konsumenten zuwider läuft?!
Ist wirklich ne Frage, kein Einwand oder so...
Meine Meinung und ihr Argument
ergeben zusammen doch eine runde Sache, finden Sie nicht?!
Genauso möchte ich die Debatte strukturieren: reden wir nur
über Vertragskonventionen, die gegenwärtige Rechtslage und die
Schwierigkeiten der Anwendung in der laufenden Rechtssprechung...
Hoppla, ich merke gerade: da verstehe ich viel zu wenig, deshalb
vermutlich ja meine Schnapsidee mit dem Diskurs über Wert und
Minderwert der deutschen verfügbaren Literatur!! Ich habe,
Klartext, die Befürchtung, dass viele durchaus kritikwürdige
Produzenten sich schadlos einer Legitimität versichern, die sie vor
dem Auge einer ganz anderen GÖTTIN nicht haben, meiner Meinung nach...
minderwertige Literatur
Das ist ja das schöne aktuell, wer keine Bücher verkauft, weil
er minderwertiges Zeug schreibt, bekommt auch kein Geld - würde
natürlich auch nicht kopiert werden.
Aber mit dem Argument "Literatur ist m.E. minderwertig - ich zahl
nicht dafür sondern will es geschenkt kriegen" ist ein wenig
dürftig.
Wenn's so schlecht ist kann ich ja immer noch drauf verzichten.
Ihre Meinung...
... nur leider kein Argument.
Ich persönlich bin mit der literarischen Landschaft Deutschlands
ziemlich zufrieden und kann auch gut mit dem großen Teil der
Trivialschinken leben. Das ist in dieser Debatte aber herzlich
irrelevant. Es geht nicht darum, wer was wie bewertet. Genausowenig sind
Symphatie oder Antipathie-Bekundungen der Sache recht wenig
nützlich, da sie die Realität zum Nutzen der Polemik
ausblenden.
Bei iTunes, MusicLoad & amazonMp3 sind die Songs noch teurer geworden...
Bei iTunes, MusicLoad & amazonMp3 sind die Songs noch teurer geworden...
...und die Produktionskosten gegen Null gesunken.
Eine CD mit ca. 12-15 Liedern kostet im Laden ca. 5 bis 10 Euro, also je
Lied ca. 60 ct. Die Herstellungskosten einer CD umfasst die Kosten
für den Rohling, die CD-Hülle & das Booklet, die
Verpackuns- und Versandkosten zum Geschäft, die Fixkosten sowie die
Gewinnmarge des Händlers, usw.
Ein Song im Internet runterzuladen kostet zwischen 99 Cent und
1,39€, dabei entstehen durch die beiden Mausklicks auf "In den
Warenkorb" und "Zur Kasse" außer den
"Einpflegungskosten" in den Onlineshop (Scan des Covers,
Auflistung der Tracks, geringfügige Serverkosten) keine weiteren
(Verfielfältigungs-)Kosten, es läuft alles voll-automatisiert
und kostet keinerlei Miete, o.ä.
Summa summarum - unterm Strich:
Kosten für einen Track auf einer CD: ~60 ct.
Kosten für einen Track aus dem Onlineshop: ~99 ct.
Jetzt frage ich mich, warum nur?
Beispiel für die "ganz große" Abzocke!
...natürlich habe ich "pro Lied" verglichen.
Aber ich gebe ein anderes Beispiel, bei dem ich selbst dabei war: 1993
erfolgte die Umstellung bei Computerspielen von 3,5"-Diskette auf
CD-Rom. CD-Brenner waren noch nicht käuflich zu erwerben (einer der
ersten war ein Brenner von HP ab 1995 zu ca. 2000,- DM).
Damals kostete das Computerspiel "Microsoft Flugsimulator" auf
Diskette 139,- DM UVP. Ein stolzer Preis, warum war der bloß so hoch?
Ich fragte die Außendienstler der Distributoren Rushware, Bomico,
Microprose, CDI, usw., und erhielt die einstimmige Antwort, daß
Disketten ja "raubkopiert" werden könnten, einer
erzählte mir von "durchschnittlich 14 Kopien auf 1
Original", dass ja umgerechnet hieße, dass eine
140-DM-Disketten-Spielesoftware dann nur 10 DM auf CD-Rom kosten
bräuchte, immerhin würden ja -frei nach Adam Riese- 14x mehr verkauft.
Die Lieferung des Flugsimulators kam. Die gleiche Version auf CD-Rom gab
es nun für 169,- DM.
...so funktioniert das in allen Branchen.
falscher Vergleich
Es ist zwar nett, den Erwerb eines CD im Laden mit dem Erwerb einer
Single zu vergleichen, aber nicht so ganz gerecht.
Es gibt in diesem Bereich auch Alben mit aktuellen Songs eines oder
mehrerer Interpreten.
bei iTunes in der Regel zwischen 4,99 und 10,99 € Also von Sampler
zu Sampler gesehen sind die Berechnung gleich.
Ach ja, bei OnlineStores ist der Betreiber meist mir 15 bis 30 % des
Verkaufspreises dabei.
Beim Künstler etc kommen nur 70% des Verkaufspreises an.
Das bitte bei der Berechnung auch bedenken-
Es kann einem Angst und Bang werden....
über die Rechts-Auffassung der Internetgeneration, die von den
Piraten repräsentiert wird, und der Volksparteien, die bereit sind
mit diesen Menschen die das Recht auf Eigentum am eigenen Bild, am
eigenen Werk und an der eigenen Privatsphäre abschaffen wollen, zu
verbünden.
Wenn man schon..
.. über Generationen lästert dann bitte nicht über die
kommende, den die braucht um Ihre Rente zu bezahlen, Schulden zu tilgen
und andere Fehler der letzteren Generation auszugleichen wesentlich mehr
als kostenlose Kultur & Contant.
Und die Generation, von der Sie reden wollen, aber über die Sie
leider nichts wissen schützt mit dem Kampf gegen ACTA u.ä.
Ihre Privatsphäre genug.
Anscheinend ist das G8 doch wirksam, wir labern wenigstens nicht wenn
wir keine Ahnung haben.
Es wird nie wieder so wie früher...
Die Zeiten der Bücher sind vorbei
Die Zeiten der Videokassetten sind vorbei
Die Zeiten der DVDs sind vorbei
Die Zeiten des freien Internet sind vorbei
Die Zeiten des....
Autoren, seid Ihr auch für Monopole auf Saatgut ?
Ob die Unterzeichner dieses Aufrufs auch festschreiben möchten, dass Bauern ihre eigene Ernte nicht wieder aussäen dürfen? Wer sich den Kampfbegriff "geistiges Eigentum" zu eigen machen, hat die Gelegenheit zu differenzieren bereits verpasst.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 00:46 UhrUrheberrecht, was sonst?
Ich bin auch gegen Patente auf Gensequenzierungen und Trivialpatente etc.
Aber bis auf die Tatsache, dass "geistiges Eigentum" gern
statt "geschützte Werke" gesagt wird, hat der Aufruf mit
Patenten nichts am Hut. Es wird darin nur von Kunst usw gesprochen. Und
dass Kunstwerke sprachlich zum IP / Intelectual Property / geistigen
Eigentum fallen hab ich so schon oft wahrgenommen. Der Kontext Patente
tut dem Aufruf, Kunstwerke zu schützen, sicher nicht gut, aber
genannt wird er ja nicht.
Ich glaub, mehr als abwechselnde Buchstaben erreicht man mit dem
ätzenden, hinkenden Begriff "geistiges Eigentum" (wegen
kopierbar vs. stehlbar) eh nicht. Es ist kein Kampfbegriff, eher ein
Griff ins Wörterklo.
Ein Dreristigkeit ohnegleichen
Es ist eine ungeheuere Dreistigkeit, mit der die Gegener des Urheberrechts ihre arrogante uznd besserwisserische Position einnehmen. Auch die "Digitale Gesellschaft", die sich als Vorreiter dieser Bewegung sieht, die das Urheberrecht abschaffen will, ist nur noch mit Provkationen zu vernehmen, in denen klar wird, daß hier eine Meinung den Menschen aufgebürdet werden soll. Die Äußerungen der Autoren geht davon aus, daß es das Glück der Autoren ist, daß es ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt. Mir scheint da eine politische Grenze erreicht zu sein, der man sich widersetzen muß.
Das entscheidende Mißverständnis:
"In einer arbeitsteiligen Gesellschaft geben Künstler die
Vermarktung ihrer Werke in die Hände von Verlagen, Galerien,
Produzenten oder Verwertungsgesellschaften, wenn diese ihre Interessen
bestmöglich vertreten und verteidigen."
In der Realität enteignen die Standard-Verlagsverträge die
Urheber - alle (gegenwärtigen und zukünftigen) Nutzungsarten
werden abgetreten, und zu diesem Zeitpunkt wissen die Urheber in aller
Regel nicht, welcher (materielle) Wert diesen Nutzungsrechten
gerechterweise zukommt.
Wem es mit dem eigenen Urheberrecht ernst ist, der schließt nur
zeitlich klar umrissene Verträge zur Überlassung einer
einzelnen, spezifizierten Nutzung - und das wollen Verlage aus eigenen
wirtschaftlichen Interessen gegenwärtig meist nicht akzeptieren.
Aber nur so schützen sich Urheber davor, zwar noch Eigner, aber
nicht mehr Besitzer der Nutzungsrechte ihres Urheberrechts zu sein.
Darüber sollten die Unterzeichner des Aufrufs ernsthaft nachdenken.
Sehr gut!
Endlich mal ein Beitrag, der Ursache und Wirkung auseinander haelt. Der Vorteil der modernen Zeit ist, das fuer Kuenstler die Einheit Urheber und Rechteinhaber einfacher als bisher bestehen bleiben kann. Weil damit jedoch ganz klar der Verlust eines Geschaeftsmodells einiger der bisherigen Partner einhergeht, gibt es diese eigentlich unsinnige Diskussion. Dem Kuenstler hingegen eroeffnen sich sich dadurch ( ein gewissen Mass an Elan vorausgesetzt ) weitreichende Moeglichkeiten. Will der Kuenstler das nicht und unterzeichnet freiwillig einen Vertrag mit den Verlagen,Labels etc., dann kann diese Diskussion maximal ueber das Geschaeftsgebaren der Verlage,Labels etc. gefuehrt werden.