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Ungarns neue Verfassung Vom Leben in magischen Zeiten

 ·  Tausend Jahre und kein bisschen weise: Das neue „Grundgesetz“ der Ungarn beruft sich auf Christentum und Heilige Krone. Ministerpräsident Orbán spricht trotzdem von der modernsten Verfassung Europas. Eine Budapester Farce.

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Tibor Tárkányi

Wenn es EU konform und demokratisch ist, warum nicht?

Ja, ein Ungar hat wieder gekonnt einen schönen selbstironischen Artikel geschrieben, wie er in vielen anderen Ländern nicht zu finden ist. Ganz unrecht hat er nicht. So weit ist ja alles in Ordnung. Mir ist Péter Zilahy sehr sympathisch. Auch sein Stil, wie er gekonnt die Dinge beschreibt.
Es wurde auch schon über die Polen gelästert, die ähnliche Präambel haben. Nur wenige verstehen warum es in Japan noch den Tendo, den „Gottkaiser“ gibt. Nur wenige haben Verständnis für konstitutionelle Monarchien in anderen Ländern und lästern nicht ganz zu Unrecht darüber. Dass Gott laut der Hymne nun gerade die Queen persönlich schützen solle, mag auch sonderbar erscheinen. Was ist, wenn das Mütterchen nun bald nicht mehr am Monarchieren sein sollte, was nach menschlichem Ermessen bald geschehen wird? Wird die Hymne umgeschrieben?
Egal, trotzdem sind diese Staaten alle auch relativ gut funktionierende Demokratien! Warum sollte sich Ungarn seiner eigenen uralten Tradition und Staatsform, die sich durchaus in die demokratische EU transferieren lässt, schämen? Lächelt und lästert vom mir aus ein wenig, das ist gesund. Aber lasst die Ungarn, lasst uns Ungarn doch bitte unser Ding machen wie wir es wollen, so lange es demokratisch geschieht.

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Sandra Adrian

Ironie ist schwer...

zu verstehen.
Peter Zilahy übt Kritik an einer Regierung, die sich demokratisch schimpft, sich auf eine lange christliche Tradition beruft, aber diese Werte nicht erfüllt. Was momentan in Europa geschieht, auch vor dem Hintergrund der Medienpolitik in Ländern wie Ungarn und Italien sollte ein großes Unbehagen verspüren. Wer diese, meiner Ansicht nach, laute Ironie des Peter Zilahy nicht versteht, sollte einfach eine leichtere Lektüre lesen, aber nicht die FAZ.

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Helmut Scheller

Traurige FAZ,

Herr Zilahy meint ernsthaft, dass in einer modernen Verfassung in Europa ein Berufen auf die Nation, auf traditionelle Werte, auf christliche Wurzeln nichts zu suchen habe? Nun, Herr Zilahy mag diesen Standpunkt vertreten, aber ich konnte nicht erkennen, welche Alternative er dazu sieht.
Meine Besuche innerhalb vieler Jahrzehnte in Ungarn, meine persönlichen Bekanntschaften mit Ungarn in Ungarn und im heute rumänischen Siebenbürgen haben eindeutig gezeigt, dass diese Menschen genau diese Werte vertreten und dass sie wünschen, dass sie auch von ihren Politiker vertreten werden.

Ich weiß, dass ich unter Demokratie immer noch ganz altmodische Dinge verstehe, dass dieses Wort heute aber lediglich bedeutet, dass nur eine bestimmte Art von Politikern - Merkel, Schröder, Fischer stehen dafür - immer Recht hat und dass sie besser weiß, was für das dumme Volk angeblich das Richtige sei.

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Michael Scheffler

@Herr Feichtinger

Der Autor hat eine politisch korrekte Meinung veröffentlicht, die wir uns als langjährige FAZ-Leser eigentlich nicht erhoffen, aber immer mehr bekommen...

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Hannes Ehrmann

Ich kann nur sagen...

Finnland und Ungarn weisen den Weg in ein "neues" Europa.

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Johann Braun
Johann Braun (Dillo) - 05.05.2011 15:39 Uhr

Indoktrination

Aufgabe der seriösen Presse sollte es sein, den Leser sachlich zu informieren und es ihm selbst zu überlassen, welche Schlüsse er daraus zieht. Sachliche Informationen habe ich in dem obigen Text nicht gefunden, wohl aber den penetranten Versuch, mir vorzugeben, was ich von der ungarischen Verfassung im Ergebnis zu halten habe. Ich bedaure, daß ich diesem Wunsch nicht entsprechen kann, wenn er nicht fundierter vorgetragen wird.

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Casca Chuleta

Der Weg vom Hoffnungsträger zum Enttäuschungsträger

ist speziell in der heutigen Zeit ein sehr kurzer.
Das Elend des ungarischen Staates und der ungarischen Gesellschaft ist das gleiche Elend, mit dem der deutsche Staat und die deutsche Gesellschaft im hier und heute konfrontiert ist.
Der Untergang der formierten Gesellschaft, die im Stande gewesen ist, auf der Grundlage eines fairen und halbwegs auch gerechten Interessen- und Machtausgleichs zwischen den Faktoren Arbeit (Humankapital, d.h. auf hochdeutsch "den Menschen") und Kapital (Shareholdervalue, d.h. Kapitalbesitz), die assoziierte Arbeit zu leisten, deren Ergebnis in den Neuen Vermögen jener neu gemeinsam erarbeiteten, also qua Wertschöpfung erzeugten, Güter bestand, ist
das heute real-existierende Elend. Es ist die Not unseres Landes, es ist die Not unserer Gesellschaft, es ist die Not unserer sich selbst rechtfertigenden, liebenden und huldigenden Scheineliten, deren reales Vermögen, operative Wirtschaftsarbeit zu leisten, gegen Null tendiert.
Deshalb auch dieser ganze höftisch-galante Staats- und Wirtschaftsfunktionärszauber, den wir mit dem Begriff "Spiritus Guttenbergensis" definieren können.
Am Ende wird der Zusammenbruch stehen. Wie immer, wenn "solche" Hoffnungsträger zu Enttäuschungsträgern werden.

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Hans Feichtinger

wenig verstanden

Wer die neue Verfassung Ungarns so beschreibt wie der Autor, den muss man fragen, ob er sich an die Regeln des offenen Diskurses halten will oder ob von ihm nur historische Oberflächlichkeit und staatstheoretische Banalitäten zu erwarten sind. Die Bedeutung von Symbolen und das Gewicht von Traditionen, auch wenn sie verschüttet lagen oder aggressiv geleugnet wurden, dürfen wir im 21. Jh. nicht mehr unterschätzen und schon gar nicht so unaufgeklärt (!) beiseite legen.
Die Krone als Symbol des Unverfügbaren, nicht nur für die Regierung, sondern auch für das Volk eines Landes, ist viel wertvoller, als sie auf den ersten Blick erscheint. Sie steht für die Grundfesten der Demokratie selbst, noch bevor entschieden ist, welche Form eine Demokratie genau annimmt. Da gehören übrigens monarchische Verfassung dazu.
Die Ungarn werden damit leben können, dass in ihrem Land und in Europa der Chor ihrer Gegner viele Stimmen hat und dass manche davon bloß blöken oder schreien. Wirklich etwas dazu lernen werden die Befürworter und die Gegner nur, wenn sie zu einer anderen Kommunikation finden, als es dieser schwache Beitrag vormacht. Leider passt er zu vielen in dieser Zeit und Zeitung. Aber die Hoffnung lässt uns auch hier nicht zugrunde gehen.

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Alfred Heilmeier

Orban

Die neue Verfassung und die neuen Orbangesetze sind Schritte zur Autokratie. Damit bewegt sich Ungarn zielstrebig Richtung Armut und Gewalt.

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Peter Shaw

Von Minderheiten auf den Kopf gestellt

Mir ist unverständlich, wie sich die FAZ immer wieder als Plattform für Orbán-Bashing hergibt. Einen so parteiischen Artikel gab es schon lange nicht mehr hier zu lesen. Ja, eine Kuppel ist rund - liegt einfach in der Natur der Sache. Und eine Krone auch, denn die soll ja auf einen normalen Kopf passen. Auf einem linkseckigen Betonkopf ist das eben nicht möglich. Und das Christentum mit seinen Werten als rückwärtsgewandt und mittelalterlich zu bezeichnen, ist das Gegenteil meiner Wahrnehmung der Religionen. Orbán hat Recht, wenn er von der modernsten Verfassung Europas spricht: Sie ist die einzige, die sich auch im Jahr 2011 noch eindeutig und ausschliesslich zum Christentum bekennt, während bei uns und anderswo der "moderne" Islam schon längst dazu gehört.

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W. Heynemann
W. Heynemann (ProcyonX) - 05.05.2011 14:45 Uhr

Pflichtgebete in die ungarische Verfassung aufnehmen!

Nicht den 1000 Jahren Christentum oder der Heiligen Krone, sondern den EU- und IWF-Finanzhilfen hat es Ungarn zu verdanken, dass das stolze Land nicht schon längst bankrott ist! Es wäre daher nur gerecht, in die Verfassung auch eine gewisse Anzahl von Pflichtgebeten zum Wohle des uns bestens bekannten Hauptzahlers all dieser uneinbringlichen Forderungen aufzunehmen...

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Clara Arkman

Danke Herr Zilahy!

Man muss es nur mal aussprechen, dass Orban und seine Zuarbeiter ein großes Unglück sind.
Hoffentlich liest Reinhard Olt diese Zeilen.
Aufklärung ist doch etwas Wundervolles, nicht wahr Herr Olt?!

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Rolf Huchthausen

Ein neuer Diktator tut Europa gut!

Zum einen ist Alexander Lukaschenka schon zu lange allein als Diktator in Europa, zum anderen was macht Orbán? Er hat das aufgeschrieben, was in der EU nolens volens - trotz anders lautender Verträge - gemacht wird. (i) die Grundrechte Schritt-für-Schritt einschränken, (ii) die Enteignung der Völker zugunsten eines engen Kreise emsig vorantrieben, (iii) persönliche Vorteile kann man nur aus Redetexte und Werbefilmchen ableiten dazu kommen dann noch bunte Raketen und Paraden.
Ein herrlich ironischer Artikel von Herrn Zilahy über den Paprika-König. Das trifft's. Orbán ist ein Spinner! Große Klappe nix dahinter - außer Polizei. Und das macht die Sache gefährlich!

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Bernd Potthoff

Wie kann man nur?

Für mich als guten deutschen Bürger ist sonnenklar, das Geschichte prinzipiell böse ist, denn was wurde nicht alles Schlimmes in der Vergangenheit gemacht. Noch schlimmer, hier wird Patriotismus geschürt, und eine Gemeinschaft auf ein Symbol eingeschworen. Dabei ist es doch offensichtlich, dass auch Gemeinschaftssinn und Patriotismus ganz, ganz üble Sachen sind, das führt direkt zu Genozid und Kreuzzügen. Nichts ist wichtiger als das Individuum, und wer ein Land liebt min Mann und Maus, der ist uns Deutschen seit 68 ein Graus. Am besten sollte auch Ungarn wie in Deutschland seine Grenzen öffnen, um die wiederwärtigen Patrioten auszudünnen.

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Lajos Libal

das neue Grundgesetz

Orban Viktor hat nach Gewinn der Wahlen erklärt, dass eine Wahlkabinenrevolution statt gefunden hat. Da die Ungarn in den letzten 500 Jahren sämtliche Revolutionen verloren haben, werden sie auch diese verlieren. Orban Viktor ist nur eine schlechte Fata Morgana. Wie immer wird das Volk die Rechnung bezahlen müssen!

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Peter Takacs
Peter Takacs (petitaki) - 05.05.2011 13:06 Uhr

keinohrhase

wie lang der text ist, genauso nichts sagend.
ich, als ungar, bin auf Land, Krone, Glaube, und Verfassung stolz.
es mag richtig sein, dass tausende dagegen sind, ABER millionen dafür!
ich finde es recht interessant, dass die tausende ihre willen auf die mehrheit aufzwingen wollen und es alles unter dem stichwort demokratie...ist wohl demokratie eine paradoxon?!

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Thomas Berger
Thomas Berger (tberger) - 05.05.2011 12:59 Uhr

"die tausendjährige Geschichte des ungarischen Christentums"

Haben sich die Ungarn eigentlich mal für die dauernden Überfälle und Raubzüge um 900 entschuldigt, die erst nach der Schlacht auf dem Lechfeld ihr Ende fanden? Ich mein ja nur, dieses Entschuldigen für die Geschichte ist ja sehr en vogue.

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