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Unesco : Heidelberg wird kein Welterbe

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Heidelberg: „Stadt der Romantik” Bild: AP

Auch im zweiten Anlauf hat es Heidelberg nicht auf die Unesco-Liste geschafft. Das Welterbe-Komitee hat einen entsprechenden Antrag zurückgewiesen. Die Unesco-Entscheidung sei „nicht nachzuvollziehen“, meint der verärgerte Oberbürgermeister Würzner.

          Heidelberg hat es auch im zweiten Anlauf nicht auf die Unesco-Liste des Welterbes geschafft. Das Welterbe-Komitee habe auf seiner Sitzung im neuseeländischen Christchurch den Antrag an Deutschland zurückverwiesen, teilte die Stadt am Freitag mit. Der Unesco-Ausschuss setzte bei seiner Tagung im neuseeländischen Christchurch insgesamt 22 neue Kultur- und Naturstätten auf die Liste, die damit 851 Orte rund um den Globus umfasst.

          Die Unesco-Entscheidung zu Heidelberg sei „nicht nachvollziehen“, erklärte Oberbürgermeister Eckart Würzner. Er verwies auf die Berühmtheit Heidelbergs in der Welt „als Stadt der Romantik“ und die „Einmaligkeit einer weitgehend erhaltenen barocken Altstadt auf mittelalterlichem Grundriss“. In Christchurch hieß es, das Unesco-Komitee habe im Falle Heidelbergs weitere Vergleichsstudien verlangt. Nur so könne entschieden werden, ob der Stadt gegenüber anderen Universitätsstädten tatsächlich ein außergewöhnlicher Status zugestanden werden könne.

          „Entscheidung erst in einigen Jahren“

          Heidelberg müsste nach der zweiten Ablehnung nun einen ganz neuen Antrag für die Aufnahme in die Welterbe-Liste stellen. Damit könne eine neue Entscheidung „erst in einigen Jahren“ erfolgen, jedenfalls nicht bei den nächsten Treffen den Komitees im nächsten und übernächsten Jahr, erklärte Würzner. Er werde jetzt in Kürze mit dem Gemeinderat und dem Land Baden-Württemberg über das weitere Vorgehen beraten. Erstmalig war 2005 ein Antrag Heidelbergs abgelehnt worden.

          Unter den europäischen Städten hat es in diesem Jahr das südwestfranzösische Bordeaux auf die Liste geschafft. Im Streit um den geplanten Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke hatte das Unesco-Komitee am Montag beschlossen, das Dresdner Elbtal vorerst auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten zu belassen. Wird die Brücke gebaut, droht Dresden jedoch der Entzug des Welterbestatus. Einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der „Sächsischen Zeitung“ zufolge sprachen sich 65 Prozent der befragten Dresdner gegen den sofortigen Beginn des Brückenbaus aus. Nur noch 33 Prozent sind demnach für einen Baustart der Elbbrücke.

          Deutschland ist bisher mit 32 Orten in der Welterbe-Liste vertreten, darunter die Städte Lübeck, Bamberg und Quedlinburg, die Dome in Aachen, Speyer und Köln und die Berliner Museumsinsel.

          Am Freitag beschloss das Komitee noch drei Neuaufnahmen: den spätantiken Kaiserpalast Romuliana in Gamzigrad im Osten Serbiens, die Felsregion Gobustan in Aserbaidschan und den Campus der Universtität von Mexiko, der in den 40er und 50er Jahren von mehr als 60 Architekten und Künstlern entworfen wurde. Erstmals strich die Unesco am Donnerstag einen Ort von der Liste, weil die Regierung in Oman ein Wildschutzgebiet für die seltene Oryx-Antilope um 90 Prozent verkleinert hat. Das nächste Mal tagt das Welterbe-Komitee in einem Jahr in Berlin. (Siehe auch: Kommentar: Dem Welterbekomitee fehlt der Mut)

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