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Unesco : Grimms Märchen sollen Welterbe werden

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Nominiert: insgesamt 16 Bände aus den Jahren 1812 bis 1857 Bild: dpa/dpaweb

Die Märchen der Brüder Grimm sollen Weltdokumentenerbe werden. Das hat das deutsche Nominierungskomitee für das Unesco-Programm „Memory of the World“ offiziell vorgeschlagen.

          Die Märchen der Brüder Grimm sollen Weltdokumentenerbe werden. Das hat das deutsche Nominierungskomitee für das Unesco-Programm „Memory of the World“ offiziell vorgeschlagen, wie die Deutsche Unesco-Kommission am Dienstag in Bonn berichtete.

          Außerdem werden von deutscher Seite die Heiratsurkunde der Theophanu und die Waldseemüllerkarte von 1507 für einen Eintrag in das Weltregister vorgeschlagen. Die Entscheidung wird von der Unesco im Herbst 2005 getroffen.

          Übersetzungen in 160 Sprachen

          Die Märchen der Brüder Grimm sind neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit am meisten verbreitete Buch der deutschen Kulturgeschichte. Sie sind zugleich die erste systematische Zusammenfassung und wissenschaftliche Dokumentation der gesamten europäischen und orientalischen Märchentradition. Übersetzungen in über 160 Sprachen und Kulturdialekte aller Erdteile lassen sich nachweisen.

          Gegenstand der Nominierung sind 14 Märchen- und zwei Kommentarbände aus den Jahren 1812 bis 1857, wie das Kasseler Brüder-Grimm-Museum mitteilte. Die Erstausgaben sind mit zahlreichen Ergänzungen, Notizen und Wertungen der Brüder Grimm versehen. Wenn die Kasseler Handexemplare zum Weltdokumentenerbe ernannt werden, verpflichtet dies das Museum dazu, die Bände weltweit zugänglich zu machen und vor dem Zerfall zu bewahren. Geplant sei, die Handexemplare auf einer CD-ROM zu dokumentieren, sagte Museumsleiter Bernhard Lauer. Die Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786- 1859) lebten mehr als 30 Jahre lang in Kassel.

          Wertvollste Urkunde des Mittelalters

          Die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu (Niedersächsisches Staatsarchiv in Wolfenbüttel) gilt als die schönste und wertvollste Urkunde des europäischen Mittelalters. Ausgestellt wurde sie im April 972 in Rom anläßlich der Vermählung des 17jährigen deutschen Königs und römischen Kaisers Otto II. mit der 12jährigen byzantinischen Prinzessin Theophanu. Sie brachte den Thronerben Otto III. zur Welt und regierte das Kaiserreich in seinem Namen nach dem frühen Tod Ottos II. Der Heiratsvertrag gilt als einzigartiges Beispiel der politischen Beziehungen des abendländischen Kaiserreiches.

          Die Waldseemüllerkarte ist eine Weltkarte, die an einem Gymnasium unter Leitung von Martin Waldseemüller entstand. Sie wurde 1507 gedruckt und ist ein herausragendes Exemplar im Übergang von antiker zu moderner Kartografie. International gilt sie als die erste Landkarte, welche die westliche Hemisphäre und den Pazifischen Ozean getreu wiedergibt. Auf ihr erscheint zum ersten Mal der Name „Amerika“ als Ehrbezeichnung gegenüber der Leistung von Amerigo Vespucci.

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