10.07.2002 · Die Sammlung Marzona, eine der weltweit bedeutendsten Kollektionen zeitgenössischer Kunst, gehört jetzt den Staatlichen Museen zu Berlin.
Die mehr als 700 Werke und Dokumente umfassende Kunstsammlung Marzona gehört jetzt den Staatlichen Museen zu Berlin. Der Sammler Egidio Marzona hatte für den Ankauf lediglich ein Drittel des Gesamtwertes der 18 Millionen Euro teuren Sammlung verlangt.
Finanziert wurde der Kauf durch Förderungen des Bundes und der Kulturstiftung sowie durch den Verein Freunde der Nationalgalerie, teilte Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) am Mittwoch mit. 283 Kunstwerke der Kollektion stellte Marzona als Leihgabe mit Recht auf Ankauf zur Verfügung, das restliche Drittel schenkte er den Museen.
Werke von Bruce Nauman, Richard Serra und Jannis Kounellis
„Mit dieser Sammlung wird das Spektrum der modernen Kunst, die es schon in Berlin gibt, vervollständigt“, sagte Nida-Rümelin. Er und Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Bündnis 90/Die Grünen) hatten sich vor zwei Jahren für den Erwerb der Kunstsammlung mit Werken der „arte povera“, der Concept-Art und der Minimal-Art aus den 60er und 70er Jahren eingesetzt. Die Objekte der Sammlung werden in laufende Ausstellungen des Hamburger Bahnhofs aufgenommen.
Die Sammlung Marzona gilt weltweit als eine der bedeutendsten Kollektionen zeitgenössischer Kunst. Der italienischstämmige Bielefelder mit zweitem Wohnsitz in Villa de Verzegnis in Friaul hat seine Sammlung seit den 60er Jahren aufgebaut. Zu den Werken der Sammlung gehören Arbeiten von Bruce Nauman, Lawrence Weiner, Richard Serra, Jannis Kounellis, Mario Merz und Richard Long. Marzona ergänzte seine Sammlung mit handschriftlichen, gedruckten, fotografischen und gefilmten Zeugnissen. Dieses Archiv umfasst rund 50.000 Dokumente.