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Transhumanismus : Bring mir den Kopf von Raymond Kurzweil!

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Das Potential zur Befreiung von gegenwärtigen Beschränkungen der Menschen sehen Transhumanisten in der Verbindung verschiedener Forschungsfelder - Medizin, Genetik, Biochemie, Nanotechnologie und Informatik, die in ihren Augen durch die Entwicklung von Computern ohnehin zusammenwachsen. Kurzweil legt den Fokus auf die Digitalisierung des Körpers, die ermöglichen würde, den Menschen oder einzelne seiner Teile künstlich nachzubilden.

Dafür müssen der Körper und seine Prozesse erst einmal komplett lesbar gemacht werden. Das ist nach Ansicht vieler Forscher immer wahrscheinlicher: Der Mensch sei eine „Menge von Prozessen“, die sich in „humanoiden“ Robotern nachbauen ließen, schrieb Tony Prescott, Direktor des Zentrums für Robotik an der Universität Sheffield, kürzlich in der Titelgeschichte des „New Scientist“. Selbst die EU setzt auf die Digitalisierung des Körpers und hat letztes Jahr eine Milliarde Euro in das „Human Brain Project“ investiert, das das menschliche Gehirn simulieren will. So soll es möglich werden, einzelne Abschnitte von menschlichen Gehirnen gegen künstliche Gehirnteile, gegen Computerchips, auszutauschen und damit Krankheiten wie Parkinson zu besiegen.

Menschen werden nur eine überflüssige Spezies sein

Eine weitere Verheißung der Transhumanisten: Die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz könnte den Menschen nicht nur medizinisch helfen, sondern in Form von immer intelligenteren Geräten auch den Alltag weiter erleichtern. Solche Roboter könnten dann lästige Arbeiten übernehmen.

Dass dieser Weg in eine schöne neue Welt führt, in der die Menschen Seite an Seite mit immer klügeren technischen Gehilfen über ihre biologischen körperlichen Grenzen hinauswachsen, glauben aber nicht alle. Ängste, dass Menschen Wesen erschaffen, die ihre Schöpfer schließlich unterjochen, sind zwar mindestens so alt wie die Geschichte von Frankenstein. Neu ist aber, dass ranghohe Wissenschaftler und Tech-Unternehmer sie äußern. „Wir werden nicht mithalten können, wir werden nur eine überflüssige Spezies sein. Wie wir Menschen es mit lästigen Fliegen tun, so werden uns die Roboter ausmerzen“, meint Hugo de Garis, einer der ersten Forscher zu künstlicher Intelligenz, schon seit Jahren. Und jetzt warnt auch Stephen Hawking: „Die Entwicklung von vollständig künstlicher Intelligenz könnte das Ende der menschlichen Spezies bedeuten.“ Sogar Bill Gates rät zur Vorsicht, und Nick Bostrom, Philosophie-Professor in Oxford und Mitgründer des „Centre for the Study of Existential Risk“ in Cambridge, zählt die Entwicklung künstlicher Intelligenz neben einem Nuklearkrieg zu den schwersten Bedrohungen für die Existenz der Menschheit.

Google, die EU und Thinktanks wie das der Singularity University von Ray Kurzweil oder das Future of Humanity Institute an der Universität Oxford wollen Krankheit und Leid bekämpfen und dafür die Grenzen der Natur überwinden. Doch überwinden ihre transhumanistischen Projekte damit auch die Menschheit an sich? Sind die existentiellen Bedenken berechtigt?

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