http://www.faz.net/-gqz-2s42

Theater : Intendant geschasst - Spielbetrieb gesichert

  • Aktualisiert am

Elmar Ottenthal Bild: dpa

Kultursenatorin Adrienne Goehler hat durchgegriffen. Der Berliner Senat beschloss am Dienstag das Theaters des Westens zu privatisieren.

          An diesem Dienstag hat der Berliner Senat dem Intendanten des Theaters des Westens, Elmar Ottenthal, das Misstrauen ausgesprochen und eine schnellstmögliche Privatisierung der Musicalbühne beschlossen.

          Der noch bis 2004 gültige Vertrag mit dem Intendanten soll aufgelöst, der Spielbetrieb aber aufrecht erhalten werden. Die bisher jährlichen Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Mark werden nach der Privatisierung in andere Bereiche des Berliner Kulturhaushalts fließen.

          Intendant geschasst - Spielbetrieb gesichert

          Gleichzeitig soll das über 100-jährige Theater am Bahnhof Zoo bei einem aufgelaufenen Schuldenberg in Höhe von acht Millionen Mark mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Mark aus seiner gegenwärtigen finanziellen Notlage befreit werden, um den Spielbetrieb zu sichern. Der 1999 als Nachfolger des langjährigen Intendanten Helmut Baumann aus Aachen berufene Ottenthal hatte mit „Falco meets Amadeus“ zunächst einen Kassenerfolg und brach dann mit Konstantin Weckers Musical „Schwejk it easy“ ein.

          Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach von einer verträglichen Lösung, die den Spielbetrieb sichere, die Arbeitsplätze erhalte und die künstlerische Situation im Haus verbessern werde. Die finanzielle Lage des Theaters sei von der öffentlichen Hand nicht zu verantworten und habe nicht mehr zu tragende Ausmaße angenommen. Auch die Kultursenatorin Adrienne Goehler, die die Beschlussvorlage in den Senat eingebracht hatte, sprach von einer katastrophalen Lage am Theater des Westens, wofür man jetzt die beste Lösung gefunden habe.

          Für das Theater des Westens gibt es laut Wowereit mehrere Interessenten. Dem Vernehmen nach gehören dazu die Stage Holding, die bereits das Metropol-Theater gekauft hat, sowie Peter Schwenkows Stella. Beide Unternehmen interessieren sich auch für das geschlossene Schiller-Theater.

          Das 1895/96 erbaute Theater des Westens in der Kantstraße mit einem 1350 Plätze fassenden Zuschauerraum widmete sich früher der Oper und später vor allem der „leichten Muse“. In dem Haus traten unter anderem Enrico Caruso, Zarah Leander und Maria Callas auf.

          Nach dem Zweiten Weltkrieg war im dem Theater bis 1961 zeitweise die Städtische Oper zuhause. Deren Generalintendant Götz Friedrich auch für das Theater des Westens zuständig war, bevor er es Helmut Baumann zur alleinigen Leitung übergab. Der führte es 15 Jahre bis 1999. Als sein Nachfolger wurde der Österreicher Elmar Ottenthal berufen, dessen Vertrag bis 2004 läuft und über dessen Zukunft im Zuge der Privatisierung vermutlich neu entschieden wird.

          Weitere Themen

          So viele mittelmäßige Filme Video-Seite öffnen

          Halbzeit bei der Berlinale : So viele mittelmäßige Filme

          Der Wettbewerb der Berlinale kommt wie schon in den Jahren zuvor nicht so wirklich in Schwung. Zu viel Mittelmaß, zu wenig Neues, findet F.A.Z.-Redakteurin Verena Lueken. Im Video verrät sie, warum sich ein Besuch doch noch lohnt.

          Topmeldungen

          Amerikas Rechte unter Trump : Konservative Komplexe

          Die CPAC ist das größte Klassentreffen rechter Aktivisten in den Vereinigten Staaten. Über dem Treffen steht in Trumps Zeiten vor allem eine Frage.

          Minus 20 Grad möglich : Wetterdienst warnt vor Rekordfrost

          Eisiger Spätwinter: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Rekordfrost in den letzten Tagen des Februars. Besonders kalt wird es demnach im Bergland. Wie lange die klirrende Kälte anhält, ist unklar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.

          Folgende Karrierechanchen könnten Sie interessieren: