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Theater Intendant geschasst - Spielbetrieb gesichert

Kultursenatorin Adrienne Goehler hat durchgegriffen. Der Berliner Senat beschloss am Dienstag das Theaters des Westens zu privatisieren.

© dpa Elmar Ottenthal

An diesem Dienstag hat der Berliner Senat dem Intendanten des Theaters des Westens, Elmar Ottenthal, das Misstrauen ausgesprochen und eine schnellstmögliche Privatisierung der Musicalbühne beschlossen.

Der noch bis 2004 gültige Vertrag mit dem Intendanten soll aufgelöst, der Spielbetrieb aber aufrecht erhalten werden. Die bisher jährlichen Zuschüsse in Höhe von 20 Millionen Mark werden nach der Privatisierung in andere Bereiche des Berliner Kulturhaushalts fließen.

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Gleichzeitig soll das über 100-jährige Theater am Bahnhof Zoo bei einem aufgelaufenen Schuldenberg in Höhe von acht Millionen Mark mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 4,5 Millionen Mark aus seiner gegenwärtigen finanziellen Notlage befreit werden, um den Spielbetrieb zu sichern. Der 1999 als Nachfolger des langjährigen Intendanten Helmut Baumann aus Aachen berufene Ottenthal hatte mit „Falco meets Amadeus“ zunächst einen Kassenerfolg und brach dann mit Konstantin Weckers Musical „Schwejk it easy“ ein.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sprach von einer verträglichen Lösung, die den Spielbetrieb sichere, die Arbeitsplätze erhalte und die künstlerische Situation im Haus verbessern werde. Die finanzielle Lage des Theaters sei von der öffentlichen Hand nicht zu verantworten und habe nicht mehr zu tragende Ausmaße angenommen. Auch die Kultursenatorin Adrienne Goehler, die die Beschlussvorlage in den Senat eingebracht hatte, sprach von einer katastrophalen Lage am Theater des Westens, wofür man jetzt die beste Lösung gefunden habe.

Für das Theater des Westens gibt es laut Wowereit mehrere Interessenten. Dem Vernehmen nach gehören dazu die Stage Holding, die bereits das Metropol-Theater gekauft hat, sowie Peter Schwenkows Stella. Beide Unternehmen interessieren sich auch für das geschlossene Schiller-Theater.

Das 1895/96 erbaute Theater des Westens in der Kantstraße mit einem 1350 Plätze fassenden Zuschauerraum widmete sich früher der Oper und später vor allem der „leichten Muse“. In dem Haus traten unter anderem Enrico Caruso, Zarah Leander und Maria Callas auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war im dem Theater bis 1961 zeitweise die Städtische Oper zuhause. Deren Generalintendant Götz Friedrich auch für das Theater des Westens zuständig war, bevor er es Helmut Baumann zur alleinigen Leitung übergab. Der führte es 15 Jahre bis 1999. Als sein Nachfolger wurde der Österreicher Elmar Ottenthal berufen, dessen Vertrag bis 2004 läuft und über dessen Zukunft im Zuge der Privatisierung vermutlich neu entschieden wird.

Quelle: @blo, mit Material von dpa

 
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