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Theater Der Dramatiker Peter Hacks ist tot

29.08.2003 ·  Der Berliner Dramatiker Peter Hacks, der einst freiwillig aus der Bundesrepublik in die DDR zog, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Mit Brecht und Heiner Müller zählte Hacks zu den bekanntesten ostdeutschen Bühnenautoren.

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Der Berliner Dramatiker Peter Hacks ist tot. Er starb am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren in Berlin. Eine Sprecherin des „Eulenspiegel“-Verlags bestätigte am Freitag einen Bericht der „Berliner Zeitung“.

Hacks gehörte zusammen mit Bertolt Brecht und Heiner Müller zu den bekanntesten ostdeutschen Bühnenautoren. Rund 50 Stücke, Tragödien und Komödien, stammen aus seiner Feder. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“ und „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“.

Hacks wurde am 21. März 1928 in Breslau geboren und studierte in München Soziologie, Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft. Mitte der fünfziger Jahre siedelte er aus der Bundesrepublik nach Ost- Berlin über. Als Wahl zwischen „saurem Apfel“ (DDR) und „faulem Apfel“ (Bundesrepublik) hat er diesen Entschluß einmal genannt. Noch im Westen hatte das Jungtalent Hacks den ersten Preis im Wettbewerb der Stadt München für junge Autoren für sein Kolumbus- Schauspiel „Eröffnung des indischen Zeitalters“ (1954) erhalten.

Abschaffung des Krieges durch Fahnenflucht

Der Durchbruch im Osten gelang mit der Komödie „Die Schlacht bei Lobositz“ (1956). In der Bundesrepublik kam das pazifistische Stück, in dem die Abschaffung des Krieges durch Fahnenflucht propagiert wird, unter anderem in Regie von Claus Peymann erst zehn Jahre später auf die Bühne. „Der Frieden“, „Die schöne Helena“, „Adam und Eva“ und „Amphitryon“ waren Bühnenereignisse.

Ungnädig reagierte das SED- Regime auf Hacks direkte Einmischung in die sozialistische Gegenwart. „Die Sorgen und die Macht“ sorgte für einen politischen Skandal. Wegen angeblicher „Verunglimpfung der führenden Rolle der Arbeiterklasse“ wurde die Berliner Aufführung am Deutschen Theater (1962) verboten, Dramaturg und Hausautor Hacks mit Rausschmiß abgestraft. „Moritz Tassow“ (1965), eine in Mecklenburg angesiedelte Parabel über Utopie und Pragmatismus im Kommunismus, wurde als „rüpelhafte Obszönität“ attackiert und abgesetzt.

Biblische Ferne

Nach zwei gescheiterten Versuchen mit so genannten „Produktionsstücken“ aus Alltag und Arbeitswelt siedelte Hacks seine dialektisch-witzigen Weltbetrachtungen nur noch in klassischer oder sogar biblischer Ferne an. Doch die Zeiten, wo Hacks in Ost und West viel gespielt wurde, waren mit der Wende dahin. Hacks gab sich dazu zuletzt gelassen. „Es ist schwer möglich, so viel geschrieben zu haben, ohne daß immer jemand aus Versehen etwas spielt“, sagte er im März in einem dpa-Gespräch.

Mit Wortmeldungen des streitbaren Autors, der sich einmal für den Sozialismus entschieden hatte und keine Veranlassung sah, seine Haltung zu korrigieren, war trotzdem bis zuletzt zu rechnen. Zum 75. Geburtstag erfüllte sich ein lang gehegter Wunsch: Im „Eulenspiegel“-Verlag erschien sein Lebenswerk in 15 Bänden.

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