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Veröffentlicht: 24.02.2013, 09:00 Uhr

„The Walking Dead“ Wanke schön

Lebendige Leichname und zappelnde Untote: In der brillanten Fernsehserie „The Walking Dead“ feiern die Untoten ihre Wiederauferstehung. Mit der Linie zwischen Leben und Tod verrottet auch die Grenze zwischen Gut und Böse.

© AMC Wie erschieße ich ein, zwei Tote, und wie rächen sie sich an mir?

Am Anfang von „The Walking Dead“ ist bereits alles zu Ende. Ein Mann wacht erschrocken auf, verkabelt, entkräftet und verwirrt. Er sieht sich um: ein Krankenhauszimmer in tiefster Stille. Die Uhr an der Wand ist stehengeblieben. Ein Freund mit Blumen in den Händen, den der Mann glaubt, gerade noch gesehen zu haben, ist nicht mehr da. Auf dem Nachttisch stehen die Blumen, verwelkt. Ein-, zweimal ruft der Mann laut nach einer Krankenschwester, aber niemand erscheint. Beim Versuch, aufzustehen, fällt er zu Boden und reißt sich dabei die Schläuche aus dem Arm. Nach einer qualvollen Weile erreicht er endlich die Tür, macht sie langsam auf und fängt an, zu verstehen, dass die Welt sich in schauderhafter Weise verändert hat.

Diese Sequenz kennt man aus John Wyndhams großartigem Science-Fiction-Buch „The Day of the Triffids“ von 1955, wo ein Wissenschaftler nach einem leichten Augenunfall im Krankenbett aufwacht und entdeckt, dass fast die ganze Menschheit erblindet ist. Oder aus Danny Boyles Film „28 Tage später“ (2002), der die Geschichte eines verunglückten Fahrradkuriers erzählt, der in einem London wieder zum Bewusstsein kommt, in dem ein hochansteckendes Virus die Menschen in rasende Bestien verwandelt.

Freunde und Feinde

In „The Walking Dead“ sind es lebendige Leichname, zappelnde, krächzende, hungrige Untote, die dem Protagonisten Rick Grimes, Sheriff in einer kleinen Südstaaten-Stadt, begegnen, nachdem er völlig fassungslos das Krankenhaus verlassen hat. Die erste Person, die er trifft, ist eine abscheuliche Frauenleiche ohne Unterkörper, die kriechend versucht, ihn zu packen. Kurz danach sehen wir ihn mit schockiertem Blick, der im Laufe der späteren Folgen immer kälter wird, einem toten Mädchen in den Kopf schießen.

Zombies also. Das Wort selbst kommt in der Serie aber nicht vor, denn die Überlebenden in dieser Welt kennen es gar nicht. Sie nennen die Zombies „Walkers“, und erst nach und nach verstehen sie, wer diese ekelhaften Kreaturen sind, warum sie wiederbelebt worden sind und, noch unheimlicher, wie sehr die Lebenden selbst in die ganze Sache verwickelt sind.

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Im Zentrum der Geschichte stehen die Bestrebungen Grimes’ und einer Gruppe von Überlebenden, zu denen auch seine Frau und sein Sohn gehören, die zunehmend bedrohlichen materiellen Umstände und moralischen Konflikte zu bewältigen. Gerade diese letzten sind die interessantesten. In der Welt der Untoten sind Ordnung und Gesetz geplatzt. Es wird immer heikler, Entscheidungen zu treffen. Wenn es in den ersten Folgen noch darum geht, vor den „Walkers“ lieber zu fliehen als sie zu erledigen - sie sind ja oft der eigene verstorbene Partner, die Schwester, die Tochter -, wird sehr schnell immer wichtiger, wie man die unzähligen Untoten am effektivsten beseitigen kann. Alles wird zur Bedrohung. Bis schließlich die dringendste Frage ist, ob man auch andere Lebende töten darf, die für die Gruppe eine Gefahr darstellen könnten.

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