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Tag der Muttersprache „Rüm hart - klåår kiming“

„Weites Herz - klarer Horizont“ - eine Botschaft, die auf Nordfriesisch nicht leicht zu verstehen ist. Die Sprache gilt als „stark gefährdet“. Am Tag der Muttersprache erinnern wir an bedrohte Sprachen. Einige sind auch in Audios zu hören.

© dpa Vergrößern Doppelte Prävention in Ostfriesland: Hier werden Wildgänse und das Saterfriesiche geschützt

Das „Guinnessbuch der Rekorde“ ehrt es als kleinste Sprachinsel in Europa: Das Saterland im Landkreis Cloppenburg. In dem Städtchen, eine gute Stunde von der Nordsee enfernt, sind die Ortsschilder zweisprachig beschriftet: auf Deutsch und auf dem von der Unesco als „stark gefährdet“ eingestuften Saterfriesischen. Die aus dem Nordseegermanisch entstandene Sprache, so schätzt der in Boston geborene „Plattdeutsch-Experte“ Marron Curtis Fort, sprechen ungefähr noch zweitausend Menschen.

So wie dem Saterfriesischen geht es vielen Sprachen. Von weltweit sechstausend Sprachen ist die Hälfte vom Aussterben bedroht. Dem Saterfriesischen, aber auch anderen gefährdeten Sprachen, wurde der „Tag der Muttersprache“ gewidmet, den die Unesco vor zwölf Jahren ins Leben gerufen hat, um an den weltweiten Sprachverlust zu erinnern: Alle zwei Wochen geht eine Sprache verloren und mit ihr stets auch ein Stück Kultur. Adihe, eine Sprache in Sibirien, beherrschen gerade noch rund 300 Sprecher. Ungefähr 1000 Menschen verwenden in Kroatien noch aktiv das Istrorumänische. Livisch, eine Sprache aus dem Kurland von Lettland, wird bei geschätzten 15 Sprechern bald aussterben.

Für Europa haben die Vereinten Nationen eine Liste der bedrohten Sprachen veröffentlicht, an die der Tag der Muttersprache erinnert. In Inzell werden an diesem Tag Balladen in verschiedenen Mundarten vorgetragen, Saarbrücken lädt im Rahmen der „Muddaschpròòch“-Veranstaltung zur Diskussion, und in Mettmann werden Besucher durch das Neandertalmuseum auf Düsseldorfer Platt geführt.

Dieses Jahr geht es den Vereinigten Nationen vor allem um die Erweiterung von muttersprachlichem Unterricht. Neben Sprachen wie Türkisch oder Italienisch, die in Deutschland gesprochen werden, soll der Tag der Muttersprache hierzulande vom Aussterben bedrohte Sprachen mit deutschen Wurzeln ehren. Das Saterfriesische zählt ebenso dazu wie das Sorbische, eine aus dem slawischen Raum nach Deutschland getragende Sprache, die zahlreiche Initiativen versuchen zu schützen. Von der Unesco nicht als gefährdet, aber als „bedroht“ eingestuft wurde das Alemannische. Sprachgesellschaften auf der ganzen Welt, selbst in Venezuela, „schwätzen“ die Mundart. Trotzdem wird es, genau wie das Nordfriesische, durch das Standarddeutsch immer mehr verdrängt. 

Wir haben vier Kenner dieser Sprachen gebeten, über die Förderung ihrer Nischensprache zu sprechen.

Die Sümpfe um das Saterfriesische

„Ju Meente Seelterlound bistoant uut do fjauer Täärpe Strukelje-Uutände, Romelse, Skäddel un Sedelsbíerig. Dät Seelterlound waas bit tou dän Bigin fon dät njugentiende Jíerhundert fon ju Butewareld truch Foane heel un gans ousleten. Uum 1100 as Foulge fon Stoarmfloude an de Kuste troangen fluchtjende Aastfräizen mäd hiere Toal dät Seelterlound binne. Iek bän Speetsialist foar Platdüütsk un Fräisk, un in t Jíer 1966 häd Hermann Janssen, die Fóarsitter fon dän seelterfräiske Heimatverein Seelter Búund, mie bidded, mie uum dät uutstíervende Seelterfräisk tou súurgjen. Iek broachte 1980 ätter n Gastprofessur an de Uni Ooldenbúrig ju eerste Aploage fon mien Saterfriesisches Wörterbuch heruut. Iek häbe do Seelter aaltied wier Moud moaked, hiere Sproake tou bihoolden un mäd hiere Bäidene Seeltersk tou balen. Iek skreeuw fúul Artiekele un two uur Bouke, goaderde Täkste uur dät seelterske Foulkslíeuwend un uursätte dät Näie Tästamänt un do Psoolme ap Seeltersk. Ju noch anstoundende twäide Aploage fon dät Saterfriesisches Wörterbuch uumfoatet moor as 45.000 Woude.“

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