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Tag der Honigbiene : Majas Welt

Dafür lieben wir sie fast noch mehr als für den Honig: Biene beim Bestäuben. Bild: Picture-Alliance

Wenn Zwölfjährige in gelb-schwarz gestreiften Kostümen gegen das Insektensterben kämpfen müssen: Die Honigbiene hat nicht nur einen eigenen Welttag, sondern ist auch Thema von Bestsellern und Kinderbüchern.

          Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar), Tag der Muttersprache (21. Februar), Antidiättag (6. Mai), Weltlinkshändertag (13. August), Tag der Toilette (19. November): Wer mag, kann übers Jahr täglich einer Sache oder Angelegenheit gedenken, die irgendjemand, im Zweifel die Vereinten Nationen, für ein bestimmtes Datum auf den Schild gehoben hat, weil sie bedroht oder zu wenig beachtet ist. Er kann das still für sich oder gemeinsam mit allen Menschen tun, die mit ihm etwas an den Verhältnissen ändern wollen, die Feuchtgebiete retten, Diäten ächten oder daran mitwirken, dass Linkshänder sich nicht ständig an Werkzeugen verletzen, die für Rechtshänder gemacht sind.

          An diesem Samstag, am Welthonigbienentag, wäre Gelegenheit, ein Zeichen gegen das Bienensterben zu setzen, das seit einigen Jahren wütet und dessen Spuren bereits bis in die Belletristik reichen. Denn wo einst Waldemar Bonsels mit „Die Biene Maja und ihre Freunde“ (1912) und dem Folgeband „Himmelsvolk“ (1915) noch eine heile Bienenwelt geschildert hat, wo Elisabeth Klein in dem Kinderbuch „Das Bienchen Sirr“ noch für das unter den Insekten übliche große Drohnenmorden eine süßliche Begründung fand, da geht es in heutigen Büchern ganz anders zur Sache.

          Erst einmal sich selbst retten

          In Maja (sic!) Lundes derzeitigem Überraschungsbestseller „Die Geschichte der Bienen“ wird auf drei Zeitebenen vom Miteinander der Bienen und Menschen erzählt, vom Kultivieren der Insektenvölker, vom plötzlich spürbaren Verlust dieser Völker im Jahr 2007 und schließlich von einer Zukunft gegen Ende unseres Jahrhunderts, in der der Mensch das Bestäuben der Pflanzen übernommen hat, weil es die Bienen nicht mehr gibt. Lunde stellt, so teilt ihr Verlag mit, „einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?“

          Für die Mutter des zwölfjährigen Erzählers in Robin Stevensons Jugendbuch „Der Sommer, in dem ich die Bienen rettete“ sind diese Fragen längst beantwortet: mit „miserabel“, „eine grässliche“ und „für die Bienen“, und so meldet sie ihre Kinder von der Schule ab, um mit ihnen in einem alten Ford quer durch Nordamerika zu fahren und in jeder besuchten Stadt auf das drohende Bienensterben hinzuweisen. Die Kinder steckt sie dafür in gelb-schwarz gestreifte Kostüme, was nicht nur der Zwölfjährige als demütigend empfindet, und sieht sich bald mit einem neuen Problem konfrontiert: Wie warne ich täglich vor der Apokalypse und vermittle zugleich meinen dabei anwesenden Kindern das Gefühl, dass das Leben weitergeht und sie eine Zukunft haben?

          Am Ende streiken die Kinder, die Mission findet schließlich ohne sie statt, und der Junge, der sich erst mal selbst retten muss, findet auch ein Konzept zur Bienenhilfe, das ihm angemessen ist. Ein weiteres Jugendbuch, das im Frühjahr erschienen ist, könnte ihm ein Motto für sein Vorhaben liefern. Es heißt: „Der Sommer, in dem alle durchdrehten (außer mir!)“.

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