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Stichwort Pearl Harbor - ein provozierter Überraschungsangriff?

29.05.2001
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Am frühen Morgen des 7. Dezember 1941 greifen japanische U-Boote und von Flugzeugträgern gestartete Kampfflugzeuge die US-Pazifikflotte im Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Dabei werden acht amerikanische Schlachtschiffe und zehn weitere Kriegsschiffe versenkt oder schwer beschädigt.

„Verschrottung maroden Kriegsgeräts“

Die japanischen Angreifer zerstören außerdem fast 200 amerikanische Flugzeuge. Knapp 3.000 US-Soldaten werden getötet oder verletzt. Das mit dem Angriff verfolgte Hauptziel der japanischen Machthaber - die komplette Ausschaltung der US-Pazifikflotte - wird aber nicht erreicht. Kurz vor dem Angriff waren modernere als die in Pearl Harbor bombardierten Schiffe ausgelaufen, so dass Historiker später von einer „Verschrottung“ maroden Kriegsgeräts bei dem Angriff sprachen.

Für Japan und die Vereinigten Staaten markierte Pearl Harbor den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg. Japan kämpfte an der Seite Deutschlands und Italiens. Die Vereinigten Staaten waren Teil der Alliierten.

Regierung erwartete Angriff

Noch am 6. Dezember, dem Tag vor dem Angriff, hatte US-Präsident Franklin D. Roosevelt einen letzten Friedensaufruf an den japanischen Kaiser gestartet - ohne jedoch eine Antwort zu erhalten. Am selben Abend dechiffrierte der amerikanische Geheimdienst eine 14-teilige japanische Nachricht.

13 Teile wurden entschlüsselt und dem Präsidenten und seinem Staatssekretär übergeben. Die Amerikaner gingen nach der Lektüre davon aus, dass ein japanischer Angriff unmittelbar bevorstehe. Die Befehlshaber von Pearl Harbor wurden jedoch nicht vorgewarnt.

Experten rätseln bis heute, ob Schlamperei, eine Verkettung unglücklicher Umstände oder gar politisches Kalkül für das Desaster verantwortlich waren. Pearl Harbor grub sich als Trauma in das Bewusstsein der Amerikaner ein und prägte das Verhältnis zu Japan über Jahrzehnte.

Willkommene Provokation

Hat Roosevelt und seine Administration den japanischen Angriff bewusst provoziert? Vor seinem Amtsantritt 1933 hatte er beteuert, die Vereinigten Staaten würden sich nicht an einem Krieg außerhalb der Landesgrenzen beteiligen. Insgeheim, so die Meinung einiger Experten, habe er jedoch nach einer Möglichkeit gesucht, Großbritannien im Krieg Beistand zu leisten. Zudem habe er möglicherweise aus strategischen Erwägungen eine Vorherrschaft Japans im Pazifik verhindern wollen.

Diese für die amerikanische Öffentlichkeit unangenehme Theorie - vertreten unter anderem von Gore Vidal - wird in dem Kinofilm nicht aufgegriffen, wie es der Streifen insgesamt mit der historischen Wahrheit nicht allzu genau nimmt.

Quelle: @ue, mit Material von ddp
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