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Sonntag, 19. Februar 2012
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Sprachwissenschaftler Unwort 2000: „National befreite Zone“

23.01.2001 ·  Die Gesellschaft für Deutsche Sprache entschied sich gegen Merz` „Leitkultur“ und Kochs „brutalst mögliche Aufklärung“. Zum Unwort des Jahres 2000 bestimmte die Jury ein besonders zynisches Beispiel deutscher Gegenwartssprache: „National befreite Zone“.

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„National befreite Zone“ ist das Unwort des Jahres 2000. Wie die Gesellschaft für Deutsche Sprache am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte, entschied sich die sechsköpfige unabhängige Kommission für die von Rechtsextremisten gebrauchte Umschreibung der von ihnen terrorisierten Gebiete und Orte in Ostdeutschland.

Als weitere Unwörter wurden „überkapazitäre Mitarbeiter“, „Separatorenfleisch“ und der von der CDU in Darmstadt verwendete Wahlkampfslogan „Dreck weg“ aufgespießt. Unter diesem Überbegriff hätten die Christdemokraten im Internet neben Hygienemaßnahmen auch Abwehrmaßnahmen gegen verschiedene Menschengruppen gefordert, hieß es in der Begründung. Das Unwort des Jahres wurde zum zehnten Mal vergeben. Gesucht werden jeweils Begriffe, die sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen.

„Auf doppelte Weise zynisch“

Wie der Jury-Vorsitzende und Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser mitteilte, entschied sich die Kommission für den Begriff „national befreite Zone“, weil er „auf doppelte Weise zynisch“ sei. So verherrliche das Wort extremistisches und gewalttätiges Sektierertum als national. Zum anderen werde die Verfolgung von Menschen als Befreiung definiert.

An der Suche nach dem Unwort beteiligt sich eine seit Jahren zunehmende Zahl von Bürgern. Insgesamt gingen diesmal bei der Jury 2001 Zuschriften mit 445 verschiedenen Vorschlägen ein. Spitzenreiter bei den Nennungen war der von Unionsfraktionschef Friedrich Merz in der Debatte um die Einwanderungspolitik geprägte Begriff der „deutschen Leitkultur“, der auch von dem Tübinger Rhetorikprofessor Walter Jens vorgeschlagen wurde. Entscheidend für die Jury sei aber nicht die zahlenmäßige Rangliste, sondern ein „besonders krasses Missverhältnis von Wort und bezeichneter Sache“, erklärte Schlosser.

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Von Hubert Spiegel

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