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Sprachpflege Zehetmair will schnelle Korrektur der Rechtschreibreform

30.11.2004 ·  Noch in diesem Jahr will Hans Zehetmair, der dem neuen Rat für Rechtschreibung vorstehen soll, Korrekturen an der Rechtschreibreform vornehmen. Die Politik würde Zehetmair künftig lieber heraushalten.

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Der designierte Vorsitzende des neuen „Rates für deutsche Rechtschreibung“, Hans Zehetmair (CSU), will schon bis Ende des Jahres erste Korrekturen der umstrittenen Reform einleiten. „Dieser Pflicht können wir uns nicht entziehen“, sagte der frühere bayerische Kunst- und Kultusminister am Dienstag in einem dpa-Gespräch.

Das neue Regelwerk soll am 1. August 2005 offiziell verbindlich in Kraft treten. Bereits an diesem Donnerstag will sich auch der Bundestag mit der Rechtschreibreform befassen. Dazu liegen ein Gruppenantrag von Abgeordneten mehrerer Fraktionen unter dem Titel „Die Einheit der Deutschen Sprache bewahren“ sowie ein Antrag der Unionsfraktion („Klarheit für eine einheitliche Rechtschreibung“) vor. Der Deutsche Kulturrat äußerte dazu am Dienstag die Befürchtung, „daß die unendliche Geschichte Rechtschreibreform nach der Kultusministerkonferenz jetzt auch noch den Deutschen Bundestag dauerhaft beschäftigen wird“.

Gegen die Großschreibung bei „Es tut mir Leid“

Auch Zehetmair forderte am Dienstag im Deutschlandradio, daß sich die Politik in Zukunft aus der Debatte um die neuen Schreibregeln heraushalten solle. Für Zehetmair gibt es vor allem bei der Getrennt- und Zusammenschreibung Handlungsbedarf. So sei es nicht einleuchtend, daß der räumliche Begriff „auseinander setzen“ etwa getrennt, aber der Begriff „sich auseinandersetzen“ mit dem politischen Gegner zusammengeschrieben wird. Auch die Großschreibung von „es tut mir Leid“ sei einem Schüler kaum zu vermitteln.

Zehetmair war am Montag von den deutschen Kultusministern als Vorsitzender des neuen „Rates für deutsche Rechtschreibung“ vorgeschlagen worden. Der Rat, dem 18 deutsche sowie je 9 Experten aus Österreich und der Schweiz angehören, soll am 17. Dezember in Mannheim konstituiert werden und auch seinen Vorsitzenden wählen. Neben Sprachwissenschaftlern gehören dem Rat Praktiker wie Autoren, Journalisten, Lehrer sowie Buch- und Zeitungsverleger an. Der Rat soll nach den Worten Zehetmairs eine Dauereinrichtung werden. Der Vorsitz werde auf jeweils fünf Jahren gewählt. „Nicht mehr die Politik, sondern der Rat wird die Reform begleiten.“

Bisher haben die Reformkritiker wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt oder das PEN-Zentrum eine Mitarbeit ausgeschlagen. Die Einsetzung des neues Rates ist eine Reaktion der Kultusminister auf die anhaltende Kritik an den neuen Schreibweisen. Das Gremium soll „die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum bewahren“ und das orthografische Regelwerk weiterentwickeln.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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