11.11.2003 · Im Spreewald sind am Donnerstag die Stimmen vieler Hollywoodstars zu hören - die Sprecher treffen sich zur Verleihung des Preises für Synchronisierung.
In der kleinen Spreewaldstadt Burg treffen sich am Donnerstag die ganz Großen von Kino und Fernsehen. Dustin Hoffmann, Robert de Niro, Hugh Grant und Emma Thompson haben im Nobelhotel „Zur Bleiche“ ein für die Region ungewöhnlich glamouröses Stelldichein. In fehlerfreiem Deutsch werden sie miteinander plaudern - die besten Synchronsprecher des Landes.
Einige von ihnen können an diesem Abend Auszeichnungen mit nach Hause nehmen. Im südbrandenburgischen Burg wird der 3. Deutsche Preis für Synchronisierung vergeben. Der Oscar für Synchronsprechen wird seit 2000 vergeben. Die Verleihung der Plastiken an berühmte Stimmen aus dem „Off“, wie es in der Fachsprache heißt, ist nach Veranstalterangaben die einzige Jury-Auszeichnung für Synchronsprecher im deutschsprachigen Raum.
Hochkarätige Stimmen verlesen die Preisträger
Rainer Brandt ist am Donnerstag der Präsident einer fünfköpfigen Jury und wird gemeinsam mit Kollegen wie Monika Bielenstein (Synchronstimme von Diane Keaton) oder Arne Elsholz (Synchronstimme von Tom Hanks in „Forrest Gump“) die Entscheidungen der Juroren verkünden. Nominiert sind internationale Kinoproduktion wie „Der Herr der Ringe“ (Teil Zwei), „Chicago“ oder der „Pianist“. Erstmals vergeben werden auch Preise in der Kategorie TV-Serien, zum Beispiel für die Arbeit an den Streifen „Ally McBeal“ oder die Synchronisation von Co-Produktionen.
Die Preise werden in insgesamt acht Kategorien vergeben, sowohl für Einzelleistungen von Synchronsprechern als auch für Regie, Drehbuch, Nachwuchs oder Gesamtwerk. „Für viele zu synchronisierende Filme müssen die Drehbücher neu geschrieben und die Regie neu geplant werden, damit sie in Deutschland Erfolg haben“, erläutert Brandt. Dadurch entstehe oft ein völlig neues Gesamtwerk, das einen eigenständigen Preis verdient habe.
„Viele Menschen betteln darum, daß Tom Hanks ihren Anrufbeantworter bespricht“
Manche Schauspieler werden ihr ganzes Arbeitsleben lang von derselben Stimme synchronisiert. „Zweitstimme“ und Schauspieler haben häufig viele Gemeinsamkeiten. Temperament und Wesen ähneln sich oft genau so wie Humor und Lebensauffassung, da nur so gleiche Stimmungen beim Zuschauer entstehen, sagt Brandt. Die Stimmen aus dem „Off“ haben auch zahlreiche Fans. Veranstalterin Dorett Auerswald: „Sie glauben ja gar nicht, wie viele Menschen bei uns anrufen und darum betteln, daß Tom Hanks ihren Anrufbeantworter bespricht.“