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Sprache Akademie für Sprache: Anglizismen keine Bedrohung für Deutsch

 ·  Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sieht in der Zunahme von Anglizismen ein Zeichen sprachlicher Differenzierung.

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Die wachsende Zahl der Anglizismen ist nach Ansicht der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung keine Bedrohung für die deutsche Sprache. Alarmierend sei jedoch, dass in einigen Bereichen der Gesellschaft inzwischen nur noch Englisch gesprochen werde, sagte der Freiburger Literaturprofessor Uwe Pörksen am Samstag auf der Herbsttagung der Akademie in Darmstadt. Als Beispiele nannte er die Naturwissenschaften und die Wirtschaft. Die deutsche Sprache verliere damit ihren Universalanspruch. Mit dieser Entwicklung müsse sich die Gesellschaft auseinander setzen, statt sich über die englischen Modewörter in der Jugendsprache aufzuregen.

Die aus dem Englischen übernommen Worte werden nach Untersuchungen des Potsdamer Sprachprofessors Peter Eisenberg schnell ins Deutsche integriert. „Jeder Anglizismus muss vorher eine Eintrittskarte lösen. Er bekommt einen Artikel verpasst, und die Frage der Mehrzahl- und Genetivbildung wird geklärt.“ In den meisten Fällen ersetzten die englischen Begriffe keine deutschen Wörter, sondern bezeichneten neue Gegebenheiten. „Ein Event ist eben etwas anderes als ein Ereignis und ein Mall etwas anderes als ein Einkaufszentrum.“

Gegen eine gesetzliche Normierung der Sprache wandten sich der Kassler Sprachwissenschaftler Andreas Gardt und sein Greifswalder Kollege Jürgen Schiewe. Das Beispiel der Sprachakademie in Frankreich zeige, wie wenig Einfluss die Politik auf die Sprachentwicklung nehmen könne. Im Deutschland schwinge außerdem bei der Diskussion um die Reinheit der Sprache immer ein nationaler Unterton mit. Sprache könne jedoch nur funktionieren, wenn sie fremde Wörter „einbürgere“. Den Vormarsch des Englischen in Wissenschaft und Wirtschaft ist für Schiewe nicht mehr aufzuhalten: „In absehbarer Zeit kommen wir deshalb um eine Zweisprachigkeit nicht herum.“

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