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Spitzenpositionen im Überwachungskandal Präsidenten

Ihre Ziele verfolgen beide mit großer Hartnäckigkeit: der Jurist Barack Obama und der Bürgerrechtler Joachim Gauck. Auch in Überwachungsfragen gehen sie gemeinsame Wege.

© AP Vergrößern Am Ende des roten Teppichs: Joachim Gauck und Barack Obama am 19. Juni vor dem Schloss Bellevue

Professor mit fünfunddreißig, das schaffen eigentlich nur Streber. Die Juristische Fakultät der Universität Chicago hatte sich dazu entschieden, den jungen Verfassungsrechtler nach nur vier Jahren Dozentendasein in die Fakultät aufzunehmen. Eine Professur auf Lebenszeit erhielt er allerdings nicht, die Universität bot sie ihm an, er aber lehnte ab. Auf den ersten farbigen Herausgeber der „Harvard Law Review“ und Magna-cum-laude-Doktoranden wartete Höheres. Eine amerikanische Präsidentschaft mit siebenundvierzig, ein Friedensnobelpreis mit achtundvierzig. Barack Obama ist eine politische Person in Perfektion, noch vollkommener als der nur ausgedachte Josiah „Jed“ Bartlet, den der Fernsehmacher Aaron Sorkin 1999 mit weltgewinnendem Charme und einem Wirtschaftsnobelpreis in „The West Wing“ installierte.

Andere Szene, andere Person: Er wurde der Vorsitzende der Vereinigung „Gegen Vergessen – für Demokratie“. Seine Biographie erlaubte gar nichts anderes. Er ist der Sohn eines Vaters, der nach britischer Kriegsgefangenschaft vom sowjetischen Militär verschleppt und erst dank der Mühen Adenauers aus sibirischer Gefangenschaft befreit wurde. Er wurde Jugendpfarrer in der DDR, beobachtet vom Ministerium für Staatssicherheit, weil er in kleinem Kreis davon sprach, wie „die Clique“ an der Staatsspitze „gemeinsam mit dem MfS und der NVA das Volk unterjocht“.

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Als Vorsitzender des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und des Amts für Nationale Sicherheit machte er sich verdient. „Wir sind das Volk!“ sei die deutsche Übersetzung der französischen Losung für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, sagte er schon, als der Spruch noch durch die Straßen der sterbenden DDR hallte.

Zehn Jahre kümmerte sich Joachim Gauck anschließend an der Spitze der Stasi-Unterlagen-Behörde um die Wiederherstellung demokratischer Grundrechte. Vier von fünf Bundestagsparteien setzten sich für ihn als Bundespräsidenten ein. Und nun sagt der eine Präsident, die totale Überwachung der Weltbevölkerung sei gar nicht so schlimm, und der andere ignoriert sie.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 12.07.2013, 17:22 Uhr

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Von Andreas Rossmann

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