11.09.2002 · In einem Pappklo hatten Mitglieder der Jugendbewegung „Gemeinsamer Weg“ symbolisch Bücher versenkt. Jetzt traf in Moskau eine Bombe die Bastelarbeit.
Auf das Büro der umstrittenen russischen Jugendbewegung „Gemeinsamer Weg“ in Moskau ist in der Nacht zum Mittwoch ein Bombenanschlag verübt worden.
Der Sprengsatz zerstörte ein zwei Meter hohes Pappklo, in dem Aktivisten der Bewegung bei einer ihrer Aktionen Bücher des von ihnen angefeindeten Autors Wladimir Sorokin versenkt hatten, meldete die Agentur Interfax. Außer zersprungenen Fenstern sei weiter kein Schaden angerichtet worden.
Selbstgemacht?
Die Jugendbewegung habe den Bombenanschlag selbst inszeniert, vermutete Sorokins Verleger Alexander Iwanow am Mittwoch. Der Vorsitzende des „Gemeinsamen Weges“, Wassili Jakimenko, wies den Verdacht zurück.
Die Bewegung „Gemeinsamer Weg“, die vor allem Präsident Wladimir Putin unterstützen will, hat gegen den international renommierten Schriftsteller Sorokin ein Strafverfahren wegen angeblicher Pornografie in dessen Büchern angezettelt. Mit einer Gegenklage wegen Verletzung seiner Urheberrechte war Sorokin vor wenigen Tagen gescheitert.