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Silvio vs. Veronica Berlusconis Frau reicht die Scheidung ein

03.05.2009 ·  Das Zerwürfnis der Eheleute Berlusconi ließ sich zuletzt schwerlich verbergen. Nun hat Veronica Lario die Scheidung eingereicht: „Ich kann nicht mit einem Mann zusammenbleiben, der mit Minderjährigen verkehrt.“

Von Dirk Schümer, Venedig
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„Ich kann nicht mit einem Mann zusammenbleiben, der mit Minderjährigen verkehrt.“ Veronica Lario, die mit diesem Fazit nach fast dreißig Jahren ihre Ehe für beendet erklärt, ist die Gattin des mächtigsten Italieners, wenn sie auch seit Jahren nicht mehr an der Seite von Silvio Berlusconi auftritt.

Das Zerwürfnis der Eheleute ließ sich zuletzt auch hinter einer Fassade romantischer Familienfotos schwerlich verbergen. Während Veronica Lario ihre Vorliebe für die Politik der Grünen kundtat, gefiel sich der Ehemann in der Abenddämmerung seiner zweiten Ehe in der Gesellschaft immer jüngerer Verehrerinnen. Als er einer, dem Showgirl Mara Carfagna, vor zwei Jahren vor laufender Fernsehkamera einen Heiratsantrag machte („wenn ich nicht schon verheiratet wäre . . .“), forderte und erhielt Veronica Lario eine öffentliche Entschuldigung. Dafür sitzt Mara Carfagna als Ministerin für Gleichstellung jetzt am Kabinettstisch des Premiers.

Juwelen für die Achtzehnjährige

Sein neuester Coup sollte die Aufstellung von fünfzehn hübschen Soubretten auf den Berlusconi-Listen für die Europawahl werden. Zum Aufgalopp besuchte der zweiundsiebzigjährige Ministerpräsident den achtzehnten Geburtstag einer neapolitanischen Schülerin und schenkte ihr Juwelen. Die aufgekratzte Ragazza verriet den Reportern, „Papi“ Berlusconi schon länger zu treffen. Diese Bekundungen veranlassten Signora Berlusconi zum bitteren Statement, sie werde samt ihren drei Kindern, zu deren achtzehntem Geburtstag der Vater nicht erschienen sei, in „schamlosen Schmuddelkram“ hereingezogen. Zwei Tage darauf reichte sie mit dem Hinweis auf Berlusconis Vorliebe für Minderjährige die Scheidung ein.

Scheidung im Hause Berlusconi: Silvio vs.Veronica

Was nun auf Veronica Lario losbricht, war klar. Es geht um sehr viel Geld. Das rechte Revolverblatt „Libero“ veröffentlichte Nacktfotos aus ihrer Zeit als Schauspielerin auf Seite eins, und Berlusconis Hausmedien beschimpfen sie als mickrige Heuchlerin aus dem Showgewerbe. Die Texte, allesamt von Männern, stehen in bester machistischer Landestradition: Eine Frau hat schamhaft zu schweigen, wenn sie altert und ihr mächtiger Mann sein Vergnügen bei Jüngeren sucht. Während die linke Opposition politischen Suizid begangen hat und der Premier das Land nach Belieben dominiert, ist sein letzter ernstzunehmender Gegner die künftige Exfrau. Auch das ein Kommentar zur heruntergekommenen politischen Kultur in einem Land, in dem die Familie einmal heilig war.

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Jahrgang 1962, Feuilletonkorrespondent mit Sitz in Wien.

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