30.11.2011 · Das Internet ist ein Paradies für Verbraucher und eine Hölle für Bürger. Es wird Zeit für die Vision eines Bürger-Internets, das uns vor der Macht der Konzerne schützt. Erste Folge der neuen Kolumne „Silicon Demokratie“ von Evgeny Morozov.
Von Evgeny MorozovRichtlinien für Lesermeinungen
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Nicht weil der etwa schneller oder komfortabler ist. Im gegenteil - er
hat einige Macken.
Aber - erb bietet mit "Opera Unite" jedem Anwender die
Möglichkeit aus seinem Gerät einen Server zu basteln - ohne
große Kennnisse über Server. Da brauch man kein facebook und
kein Google Plus mehr.
Danke Evgeny Morozov für diesen Artikel - ich habe schon den
Netzdiskurs "Das Elend der Internetintellektuellen" mit
großem Gewinn gelesen.
Danke auch der FAZ für diese längst überfällige Kolumne!
Ja, es sind heute und im Internet mehr Daten über Menschen unterwegs als in früheren Zeiten; Faktor 10 hoch zunehmend. Die Menschen sind und bleiben sich aber im Wesentlichen ganz ähnlich, so ungefähr zu 99,n %. Die wirklich interessante Frage ist: Wer wird für wen transparenter? Und was heißt das für die weitere Entwicklung der Herrschaft der Menschen über die Menschen? Demokratie? Oligarchie? Tyrannei? Herrschaft der intransparenten Datensammler und -jäger?
Derweilen verwanzt IQ Carrier im industriellen Maßstab 150 Millionen Mobilfunkgeräte
Ausgewertet und übermittlet werden nach Presseberichten
sämtliche Tastatureingaben, der genaue Aufenthaltsort des Nutzers
und SMS-Inhalte .
Betroffen sein sind Smartphones, Tablets und E-Book-Reader - egal ob mit
Android-, Symbian (Nokia) oder Blackberry-Betriebssystem. IQ-Carrier
selbst gibt an, seine Software im Auftrag von Herstellern oder
Mobilfunkunternehmen auf über 150 Millionen Geräten weltweit
installiert zu haben. Aufgeflogen ist das Unternehmen dank der
Aufmerksamkeit des 25-jährigen Trevor Eckhart. Als dieser die
Fremdaktivitäten der IQ-Software auf seinem Gerät entdeckte
und veröffentlichte, wurde Trevor Eckhart von IQ anwaltlich
drangsaliert. Erst der Beistand der Datenschutzorganisation EFF bremste
das juristische Rollkommando des Herstellers.
Auf Youtube demonstriert T.Eckhart derweilen, was der IQ Carrier so
alles auf Ihrem Mobilfunkgerät treibt...
Facebook (Zuckerberg) politisch interessiert?
Ich muss zugeben, dass ich mich nicht mit Facebook auseinandersetze und
dort auch keinen Account besitze.
Allerdings habe ich im allerersten Kommentar (von Thomas Brett) gelesen,
dass Facebook einen auch mit falschem Namen unbehelligt lässt.
Andererseits scheint es eine Tatsache zu sein, dass Michail
Chodorkowskis Seite gesperrt wurde, weil er nicht seinen Personalausweis
zusenden konnte.
Wenn es also nicht in Facebooks oberstem Interesse steht, die wahren
Namen der Nutzer zu erhalten, wieso wurde sein Account dann
gelöscht? Wieso wurde ausgerechnet er, ein politischer Dorn im Auge
der russischen Regierung, dazu aufgefordert, den Pass zu senden?
Selbiges gilt für die anderen, die laut Blog suspendiert wurden
(oder werden sollten). Fast könnte man meinen, Facebook sperre
bewusst Konten, die gewissen Leuten misfallen ...
Ob das soviel besser ist, als die allgemeine Forderung, den echten Namen
anzugeben, wage ich zu bezweifeln ...
Private Portale als Alternative zu Facebook
Schon seit jahren gibt es Alternativen zu Facebook mit denen private Gruppen für weniger als 1$/Jahr&Nutzer in Gruppen miteinander kommunizieren und kooperieren können und sowohl die Mitglieder als auch die Kommunikation nach innen und außen einfach kontrollieren können. Die Benutzer bleiben dabei formal und auch im täglichen Betreib Herr ihrer Nutz- und Verwaltungsdaten. Diese privaten Systeme können sowohl für erfahrene Webnutzer als auch für Webeinsteiger angepasst werden. Allerdings braucht man dazu Administratoren, die ein bischen mehr vom Web verstehen als der durchschnittliche Facebook Benutzer. Es ist zu erwarten, dass Facebook und Co in ein paar Jahren nur noch für Web Analphabeten interessant sein wird. Vernünftige Menschen richten ihr Wohnzimmer ja auch nicht auf der Straße ein. Man muss bei Facebook ja nicht mitmachen. Viel schlimmer ist, dass unsere Einwohnermeldeämter usere Daten für einen Appel und ein Ei verkaufen ohne uns zu fragen.
Die größte Hürde für einen Deutschen bei der
Anmeldung bei Spotify dürfte seine deutsche
IP-Nummer und nicht sein nicht vorhandener Facebookaccount sein. Ohne
einen Proxy geht
hier wohl im Moment noch gar nichts.
Ein Facebookaccount ist in Minuten unter beliebigem Namen erstellt und
entgegen gegenteiliger
Behauptungen werden solche Accounts auch nicht so ohne weiteres
gesperrt. Ein Bekannter
besitzt selbst mehrere solche Zugänge seit über einem Jahr
ohne irgendwelche Einschränkungen.