15.01.2013 · Online-Lehrveranstaltungen werden immer beliebter: Mittlerweile beeinflussen die Programme sogar schon das Lernverhalten der Studenten. Wer profitiert am Ende?
Von Evgeny MorozovRichtlinien für Lesermeinungen
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Nach der eckigen Tomate folgt nun der eckige Mensch. Schöne neue Welt.
Noch ist die Wissenschaft ja nicht so weit, Menschen nach Bedarf zu
produzieren - so weit ich weiß. Aber der Umbau der Gesellschaft
nach Maßgabe wirtschaftlicher Erwägungen hat längst
begonnen. Und das Interessante daran ist, der Mensch paßt sich
diesen Maßgaben fast widerstandslos an.
Martin Luther ist den meisten Menschen nur als großer Reformator
bekannt. Daß er aber die Fürsten dazu aufforderte, die von
ihm motivierten Bauern zu teeren, zu vierteilen und zu federn, das ist
den wenigsten Menschen bekannt, denn davon steht in Lehrbüchern
wenig bis nichts. Das zu wissen, bedarf es des Quellenstudiums.
Dieses kleine Beispiel zeigt, wie leicht der Mensch durch die
Manipulation bereitgestellten Wissens zu beeinflussen ist. Alles hat
eben zwei Seiten. Die zweite Seite unter den Tisch fallen zu lassen, ist
eine lang erprobte Möglichkeit, Verhaltensweisen zu steuern. Und je
früher diese Manipulation einsetzt, desto seltener wird sie als
solche erkannt.
Fazit: Der eckige/angepaßte Mensch.
Verbietet Bücher! Es gibt nicht gefährlicheres, als Menschen die unüberwacht,.....
...vielleicht sogar alte Bücher lesen, in denen Dinge stehen...
.
Im Kleinen fängt das ja schon mit: Wir müssen Kinder
schützen (Kleine Hexe, Pipi Langstrumpf....) schon an.
.
Mich wundert NICHT, dass solche Systeme aufgebaut und gebraucht werden.
Mich wundert MEHR wie wenig Endnutzer, Kunden..... begreifen, das sich
ein massiver Wandel in der Besitzstruktur breit macht und wie der sich
auswirken kann!
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VON: Dieser Inhalt, Platte,Film,Buch ist meins. Dinglicher Besitz mit
allen Rechten und Pflichten.
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ZU: Das habe ich zwar VOLL bezahlt aber NUR geliehen. Wenn es dem
Eigentümer gefällt ist das weg/verändert!
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So lange die Menschen freiwillig, weil es SO bequem ist, ohne
darüber nach zu denken, solche Systeme nutzen (von PayBack
über FaceBook bis zum o.a. Artikel) und sich nicht dagegen stemmen,
habe ich Angst um unsere schon gar nicht mehr so demokratische, freie
Gesellschaft. (HomlandSecuritie als Beispiel)
.
Meint
Sikasuu
.
Ps. "Fahrenheit 451" und "1984" lassen grüss
Im letzten Absatz wird es interessant.
Das quasi öffentliche Lernen wird mit ebensolchen Lernkontrollen
einhergehen. Und dann sind der Selektion kommender Eliten Tür und
Tor geöffnet. Was das für den Rest der Lernenden bedeutet, die
den Ansprüchen bzw. dem Bedarf nicht genügen, sich das
auszumalen, dazu bedarf es nicht viel Phantasie.
Da es wohl so kommen wird, wird die Gesellschaft im Ergebnis weiter
auseinanderdriften, der Nutzwert des Menschen weiter in den Mittelpunkt
gestellt werden. Und da die Bewertung des Nutzens, der Arbeit, schon
heute mehr und mehr darauf abzielt, den Anteil gering bewerteter Arbeit
zu maximieren, um die Kosten zu minimieren und damit den Profit zu
maximieren, wird die so geförderte Spaltung der Gesellschaft rasant
in einem Punkt kumulieren, in dem die Gesellschaft endgültig zerbricht.
Zwar könnte es auch anders kommen, die so gefundenen Talente
könnten der Prosperität der Gesellschaft dienen, dann
wäre nichts dagegen einzuwenden, aber so blauäugig, daran zu
glauben, wird wohl niemand sein.
Sie haben schon recht. Die Ausbreitung von MOOCs darf nicht dazu
führen dass Monokulturen entstehen an denen Unternehmen massiv Geld
verdienen und Benutzerdaten verkaufen.
Im allgemeinen sind MOOCs aber denke ich den etablierten
Bildungsstätten bei der Vermittlung von Wissen weit überlegen.
Ich finde man sollte hier in Deutschland, wie in Polen, in den Schulen
Open-Source "Schulbücher" fördern und
zusätzlich bzw. als Studium MOOCs stärker fördern.
Auf keinen Fall aber Abzockern Geld hinterher werfen.
Gegen "Open Source" in Schule und Wissenschaft ist nichts ein zu wenden.
Schulbücher auf dem Schulserver, statt Handapparat die
Downloaddateinen in der Bereichsbibliothek.....
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wenn es dann noch die "Orginale" in dokumentenfester Form gibt
und es bei den Endgeräten sicher ist, das KEINE Rückmeldung,
Auswertung der Nutzung erfolgen kann. OK!
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Der Artikel beschreibt aber die Gefahren zu Genüge.
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Meint
Sikasuu
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Ps. Digitale Speicherung ist heute schon ein "Horror" der
Archivare. Reichte es ein "gutgemachtes, gedrucktes Buch",
Bild, Artfakt..... trocken und sicher weg zu stellen, das war dann auch
in 200 Jahren ohne viele Hilfsmittel lesbar, brauchen
"digitale" Archive permanente Aufmerksamkeint und Pflege. Wer
kann noch 5 1/4'' gar 8'' Disketten lesen? (< 30 Jahre) In welcher
Schachtel liegen die "Speicherkarten" der Fotos von 1945,
"Goethes SMS an Fr.v.Stein", "Kafkas E-Mails" als
Dachbodenfund? Digital ist SO einfach aber auch SO problematisch.
.
Versuch einmal zur Silberhochzeit deine Hochzeitsfotos wieder zu
bekommen. Wirst dich wundern!