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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kolumne „Silicon Demokratie“ Die Ausspionierten

 ·  Online-Lehrveranstaltungen werden immer beliebter: Mittlerweile beeinflussen die Programme sogar schon das Lernverhalten der Studenten. Wer profitiert am Ende?

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (5)

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Otto Meier

Nach der eckigen Tomate folgt nun der eckige Mensch. Schöne neue Welt.

Noch ist die Wissenschaft ja nicht so weit, Menschen nach Bedarf zu produzieren - so weit ich weiß. Aber der Umbau der Gesellschaft nach Maßgabe wirtschaftlicher Erwägungen hat längst begonnen. Und das Interessante daran ist, der Mensch paßt sich diesen Maßgaben fast widerstandslos an.

Martin Luther ist den meisten Menschen nur als großer Reformator bekannt. Daß er aber die Fürsten dazu aufforderte, die von ihm motivierten Bauern zu teeren, zu vierteilen und zu federn, das ist den wenigsten Menschen bekannt, denn davon steht in Lehrbüchern wenig bis nichts. Das zu wissen, bedarf es des Quellenstudiums.

Dieses kleine Beispiel zeigt, wie leicht der Mensch durch die Manipulation bereitgestellten Wissens zu beeinflussen ist. Alles hat eben zwei Seiten. Die zweite Seite unter den Tisch fallen zu lassen, ist eine lang erprobte Möglichkeit, Verhaltensweisen zu steuern. Und je früher diese Manipulation einsetzt, desto seltener wird sie als solche erkannt.

Fazit: Der eckige/angepaßte Mensch.

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fred meier
fred meier (Sikasuu) - 16.01.2013 10:28 Uhr

Verbietet Bücher! Es gibt nicht gefährlicheres, als Menschen die unüberwacht,.....

...vielleicht sogar alte Bücher lesen, in denen Dinge stehen...
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Im Kleinen fängt das ja schon mit: Wir müssen Kinder schützen (Kleine Hexe, Pipi Langstrumpf....) schon an.
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Mich wundert NICHT, dass solche Systeme aufgebaut und gebraucht werden. Mich wundert MEHR wie wenig Endnutzer, Kunden..... begreifen, das sich ein massiver Wandel in der Besitzstruktur breit macht und wie der sich auswirken kann!
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VON: Dieser Inhalt, Platte,Film,Buch ist meins. Dinglicher Besitz mit allen Rechten und Pflichten.
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ZU: Das habe ich zwar VOLL bezahlt aber NUR geliehen. Wenn es dem Eigentümer gefällt ist das weg/verändert!
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So lange die Menschen freiwillig, weil es SO bequem ist, ohne darüber nach zu denken, solche Systeme nutzen (von PayBack über FaceBook bis zum o.a. Artikel) und sich nicht dagegen stemmen, habe ich Angst um unsere schon gar nicht mehr so demokratische, freie Gesellschaft. (HomlandSecuritie als Beispiel)
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Meint
Sikasuu
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Ps. "Fahrenheit 451" und "1984" lassen grüss

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Otto Meier

Im letzten Absatz wird es interessant.

Das quasi öffentliche Lernen wird mit ebensolchen Lernkontrollen einhergehen. Und dann sind der Selektion kommender Eliten Tür und Tor geöffnet. Was das für den Rest der Lernenden bedeutet, die den Ansprüchen bzw. dem Bedarf nicht genügen, sich das auszumalen, dazu bedarf es nicht viel Phantasie.

Da es wohl so kommen wird, wird die Gesellschaft im Ergebnis weiter auseinanderdriften, der Nutzwert des Menschen weiter in den Mittelpunkt gestellt werden. Und da die Bewertung des Nutzens, der Arbeit, schon heute mehr und mehr darauf abzielt, den Anteil gering bewerteter Arbeit zu maximieren, um die Kosten zu minimieren und damit den Profit zu maximieren, wird die so geförderte Spaltung der Gesellschaft rasant in einem Punkt kumulieren, in dem die Gesellschaft endgültig zerbricht.

Zwar könnte es auch anders kommen, die so gefundenen Talente könnten der Prosperität der Gesellschaft dienen, dann wäre nichts dagegen einzuwenden, aber so blauäugig, daran zu glauben, wird wohl niemand sein.

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Florian Guthoff
Florian Guthoff (Bl0b) - 15.01.2013 21:30 Uhr

Richtig

Sie haben schon recht. Die Ausbreitung von MOOCs darf nicht dazu führen dass Monokulturen entstehen an denen Unternehmen massiv Geld verdienen und Benutzerdaten verkaufen.
Im allgemeinen sind MOOCs aber denke ich den etablierten Bildungsstätten bei der Vermittlung von Wissen weit überlegen.
Ich finde man sollte hier in Deutschland, wie in Polen, in den Schulen Open-Source "Schulbücher" fördern und zusätzlich bzw. als Studium MOOCs stärker fördern.
Auf keinen Fall aber Abzockern Geld hinterher werfen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.01.2013 10:46 Uhr
fred meier
fred meier (Sikasuu) - 16.01.2013 10:46 Uhr

Gegen "Open Source" in Schule und Wissenschaft ist nichts ein zu wenden.

Schulbücher auf dem Schulserver, statt Handapparat die Downloaddateinen in der Bereichsbibliothek.....
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wenn es dann noch die "Orginale" in dokumentenfester Form gibt und es bei den Endgeräten sicher ist, das KEINE Rückmeldung, Auswertung der Nutzung erfolgen kann. OK!
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Der Artikel beschreibt aber die Gefahren zu Genüge.
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Meint
Sikasuu
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Ps. Digitale Speicherung ist heute schon ein "Horror" der Archivare. Reichte es ein "gutgemachtes, gedrucktes Buch", Bild, Artfakt..... trocken und sicher weg zu stellen, das war dann auch in 200 Jahren ohne viele Hilfsmittel lesbar, brauchen "digitale" Archive permanente Aufmerksamkeint und Pflege. Wer kann noch 5 1/4'' gar 8'' Disketten lesen? (< 30 Jahre) In welcher Schachtel liegen die "Speicherkarten" der Fotos von 1945, "Goethes SMS an Fr.v.Stein", "Kafkas E-Mails" als Dachbodenfund? Digital ist SO einfach aber auch SO problematisch.
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Versuch einmal zur Silberhochzeit deine Hochzeitsfotos wieder zu bekommen. Wirst dich wundern!

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