14.02.2013 · Eine neue Generation von Unternehmen nutzt Daten im Netz, um Antragssteller für Kredite zu prüfen. Dabei sind längst nicht mehr nur Soziale Netzwerke von Interesse - selbst das Online-Shoppingverhalten wird bewertet.
Von Evgeny MorozovRichtlinien für Lesermeinungen
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Der Artikel malt diese "schöne neue Welt" leider all zu rosarot
Wenn es also Bürger aus dem Datenmaterial ihrer Konsumgewohnheiten
„Bonität“ erhalten, könnte auch das Gegenteil der
Fall sein: Dann wundert sich Hans Mustermann, warum er im Leben
plötzlich solche Schwierigkeiten hat. Die statistisch ermittelten
Algorithmen, man könnte auch sagen, „Big Brother“, hat
ihn als „unzuverlässige Person“ eingestuft. Und es wird
dann wohl dann keine Instanz mehr geben, die im helfen könnte
diesen Malus zu korrigieren. Demnächst werden sicherlich nicht nur
Banken, sondern Arbeitgeber, Versicherungen, Vermieter, Anwälte
oder gar Polizei, Finanzämter etc. diese Daten auswerten.
Man kann nur jedem vernünftigen Menschen raten, den Datenschutz in
die eigene Hand zu nehmen. Also: weitestgehend mit Bargeld bezahlen,
keine Treuepunkte oder dergleichen, kein Facebook, Fahrscheine am
Automaten kaufen, Handys möglichst nur zum telefonieren benutzen,
anonyme Prepaidlösungen bevorzugen, Geld im Schließfach, kein
Webspace, keine Apps, Verschlüsselung eigener Daten usw.
Der skeptische Blick auf digitale Errungenschaften