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Kolumne „Silicon Demokratie“ Bonität übers Handy

 ·  Eine neue Generation von Unternehmen nutzt Daten im Netz, um Antragssteller für Kredite zu prüfen. Dabei sind längst nicht mehr nur Soziale Netzwerke von Interesse - selbst das Online-Shoppingverhalten wird bewertet.

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Winfried Böhme

Der Artikel malt diese "schöne neue Welt" leider all zu rosarot

Wenn es also Bürger aus dem Datenmaterial ihrer Konsumgewohnheiten „Bonität“ erhalten, könnte auch das Gegenteil der Fall sein: Dann wundert sich Hans Mustermann, warum er im Leben plötzlich solche Schwierigkeiten hat. Die statistisch ermittelten Algorithmen, man könnte auch sagen, „Big Brother“, hat ihn als „unzuverlässige Person“ eingestuft. Und es wird dann wohl dann keine Instanz mehr geben, die im helfen könnte diesen Malus zu korrigieren. Demnächst werden sicherlich nicht nur Banken, sondern Arbeitgeber, Versicherungen, Vermieter, Anwälte oder gar Polizei, Finanzämter etc. diese Daten auswerten.

Man kann nur jedem vernünftigen Menschen raten, den Datenschutz in die eigene Hand zu nehmen. Also: weitestgehend mit Bargeld bezahlen, keine Treuepunkte oder dergleichen, kein Facebook, Fahrscheine am Automaten kaufen, Handys möglichst nur zum telefonieren benutzen, anonyme Prepaidlösungen bevorzugen, Geld im Schließfach, kein Webspace, keine Apps, Verschlüsselung eigener Daten usw.

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