07.09.2007 · Das „Serpentine Gallery Program“ versammelt eine Auswahl von Sendungen, die zwischen Alltag und Avantgarde das künftige Archiv einer unerhörten Wissensgesellschaft darstellen.
Mit Sauerstoffmaske und schwarzem Umhang sitzt der „Tiermehlfabrikant Dr. Fred Eicke“ vor der Kamera und erstattet Auskunft darüber, was in der Fleischbranche so üblich ist, wenn man einen Produktionsstandort auf Zypern unterhalten kann - dies ist nur eines der vielen Para-Interviews, die Alexander Kluge mit Peter Berling in unterschiedlichsten Rollen geführt hat, in einer der originellsten Formen, die er für die Magazine seiner Firma dctp für Sendeplätze im Privatfernsehen entwickelt hat.
Das „Serpentine Gallery Program“ versammelt eine Auswahl dieser Sendungen, die zwischen Alltag und Avantgarde das künftige Archiv einer unerhörten Wissensgesellschaft darstellen. Vom „Balladenmagazin“, das Alexander Kluge als Sprecher und Schreibmaschinist selber bestreitet, bis zu Collagen zu unterschiedlichster Musik oder einer Analyse der Bellini-Oper „Norma“ (stellvertretend für die zahlreichen Beobachtungen zum gegenwärtigen Musiktheater, in der Kluge seine Beschäftigung mit der Macht der Gefühle fortsetzt) ist das „Serpentine Gallery Program“ eine Auswahl aus einem Weltprojekt.