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Schweizer schütten Grundeinkommen aus : Räppchenweise

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Eine Schweizer Volksinitiative will den sagenhaften nationalen Reichtum mit einem Grundeinkommen verteilen. Jetzt hat sie erst mal ziemlich viele Fünfräppler auskippen lassen.

          Wäre Peer Steinbrück jetzt Bundeskanzler und wollte er nun tatsächlich die Kavallerie zu unseren eidgenössischen Nachbarn schicken, um deren Steuerschlupflöcher zu stopfen – Ross und Reiter müssten sich auf unerwartete Gefahren einstellen. Denn spätestens auf dem Berner Bundesplatz, kurz vor den Toren des Schweizer Regierungssitzes, drohte der Tross stecken zu bleiben. Nicht im Steuersumpf, sondern im Geld. Fünfzehn Tonnen davon haben Aktivisten der Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ auf dem Bundesplatz ausgeschüttet: acht Millionen „Fünferli“, für jeden Schweizer Einwohner ein symbolisches Grundeinkommen von fünf Rappen. Gesamtwert: 400.000 Franken, etwa 325.000 Euro.

          „Mit dem Grundeinkommen wird der Berg zum Teppich“, so der Künstler Enno Schmidt, der die Performance mit auf den Weg brachte. Und Oswald Sigg, ehemaliger helvetischer Vizekanzler und Mitbegründer der parteiübergreifenden Volksinitiative, sagte: „Das Grundeinkommen ist finanzierbar. Es kommt einzig auf den politischen Willen an.“ Seit April 2012 hatte die Bürgerinitiative für ihr Anliegen Unterschriften gesammelt. Rasch waren die 100.000 beglaubigten Signaturen beisammen, die benötigt werden, um eine Volksabstimmung zu erwirken.

          Was die Grundeinkömmler wollen

          Diese wird in den kommenden Jahren stattfinden. Die Unterschriften wurden am Freitag bei der Bundeskanzlei eingereicht – Grund für den Rappen-Regen. Während hierzulande die Debatte über das Grundeinkommen vor sich hin plätschert, wird es in der Schweiz ernst. Das zeigt auch der verschärfte Ton: So meldete etwa die „Neue Zürcher Zeitung“, die Grundeinkommensinitiative entspreche einer Initiative zur Abschaffung der Schwerkraft.

          Sie sei nicht zu finanzieren und mindere die Arbeitsanreize. Außerdem würde in der Schweiz sowieso zu viel über Geld abgestimmt. Dass es den Grundeinkömmlern jedoch weniger um mehr Geld als um mehr Geist geht, machte gerade der Geld-Gipfel ansichtig. Er wirkte wie Hans-Peter Feldmanns gefeierte Guggenheim-Installation: Feldmann hängte vor zwei Jahren 100.000 Ein-Dollar-Noten an die Wand des New Yorker Museums. Angesichts der physischen Präsenz des Geldes wird seine auratische Kraft spürbar – ergo hinterfragbar. „Money is art“, wusste Andy Warhol. Wer sich davon überzeugen will, kann die Berner Geldberg-Aktion jetzt in Basel bestaunen, wo sie im „unternehmen mitte“ ausgestellt ist. Das größte eidgenössische Kaffeehaus war früher Sitz der Schweizerischen Volksbank. Zu diesem ist es nun provisorisch wieder geworden – räppchenweise.

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