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Schweden Scharon stützt Botschafter in Schweden

18.01.2004 ·  Der israelische Regierungschef Ariel Scharon hat sich vor Zvi Mazel, den Botschafter seines Landes in Schweden, gestellt. Mazel hatte dort ein Kunstwerk mit einer palästinensischen Selbstmordattentäterin im Mittelpunkt beschädigt.

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Der israelische Regierungschef Ariel Scharon hat sich vor den Botschafter seines Landes in Schweden gestellt, der dort ein Kunstwerk beschäditg hatte, das er als unzulässige Verklärung palästinensischer Selbstmordattentäter kritisierte. Scharon sprach am Sonntag im Armeerundfunk von einem schwerwiegenden Fall und brachte das Kunstwerk in Verbindung mit Antisemitismus.

Während das schwedische Außenministerium den Diplomaten um eine Erklärung bat, erhielt er von der Regierung in Jerusalem breite Unterstützung. „Ich habe Botschafter Zvi Mazel angerufen und ihm für seine Stärke gedankt“, sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon am Sonntag. „Die ganze Regierung steht hinter ihm.“ Mazel rechtfertigte seine Tat: „Das war kein Kunstwerk. Es war eine Ungeheuerlichkeit, eine obszöne Verzerrung der Realität“, sagte er in einem Radio-Interview.

Geplanter Akt?

Der Vorfall ereignete sich am Freitag im Museum für Nationale Altertümer. Mazel ergriff einen Scheinwerfer und stieß ihn gegen das im Hof des Museums aufgestellte Kunstwerk. Die israelische Tageszeitung „Haaretz“ berichtete unterdessen, Botschafter Zvi Mazel habe nicht aus spontaner Wut reagiert, sondern den Akt geplant. Er habe aus einer Zeitung von der Ausstellung erfahren. Scharon sagte: „Wir sind Zeugen eines zunehmenden Antisemitismus und werden unsere Anstrengungen im Kampf dagegen verstärken.“

„Schneewittchen und der Irrsinn der Wahrheit“

Die Installation des aus Israel stammenden Künstlers Dror Feiler zeigt das Foto einer lächelnden Selbstmordattentäterin. Ihr Bild war in einem „Schneewittchen“ („Snövit“) genannten Boot zu sehen, das auf rot gefärbtem Wasser schwamm. Die Palästinenserin hatte sich im Oktober in Haifa in die Luft gesprengt und 21 Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben des Künstlers soll das Werk mit dem Titel „Schneewittchen und der Irrsinn der Wahrheit“ deutlich machen, daß Hilflosigkeit einsame Menschen zu furchtbaren Taten verleiten kann. Die Selbstmordattentäterin von Haifa, Hanadi Dschadarat, hatte kurz vor dem Anschlag mitansehen müssen, wie ihr Bruder von israelischen Soldaten erschossen wurde.

Nach Angaben von Museumsdirektor Kristian Berg wurde das Kunstwerk im Zusammenhang mit einer internationalen Konferenz zur Vermeidung von Völkermord aufgestellt, die Ende Januar in Stockholm stattfindet. Er erteilte Mazel zunächst Hausverbot, wollte ihn jedoch zu einer Diskussionsrunde einladen. Eine Sprecherin des schwedischen Außenministeriums sagte: „Wir werden den Botschafter um eine Erklärung bitten und deutlich machen, daß es für uns inakzeptabel ist, Kunstwerke zu zerstören.“

Scharon demonstrierte dagegen uneingeschränkte Unterstützung. „Zvi Mazel ist dem zunehmenden Antisemitismus mit Stärke entgegengetreten“, sagte er auf einer Kabinettssitzung. Der Botschafter habe in angemessener Weise gehandelt. „Judenfeindlichkeit ist ein derart ernstes Problem, daß es falsch gewesen wäre, nicht sofort zu handeln.“ Das israelische Außenministerium bestellte den schwedischen Botschafter in Israel ein, um gegen die Ausstellung des Kunstwerkes zu protestieren.

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