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Schufa & Facebook Kredit auf Daten

 ·  Die Schufa wollte die Nutzung von Informationen aus Social-Media-Netzen wie Facebook, Twitter und Xing erforschen lassen. Der Rückzieher folgte schnell. Aber wo bleibt die Grundsatzdebatte?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (21)

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Ottfried Meyer
Ottfried Meyer (Gladium) - 11.06.2012 15:29 Uhr

Notwehrsituation der Gläubiger in Deutschland

Es ist doch wohl logisch, dass Banken und Unternehmen in einer Zeit eines immer weiter umgreifenden mangelnden Unrechtsbewusstseins in der Bevölkerung in ihrer Not zu harten Methoden greifen, wenn es darum geht, Kunden zu bewerten. Wer einmal auf Kunden rein gefallen ist, möchte in Zukunft wissen, mit wem er es zu tun hat und auch wissen, welchen Umgang er pflegt und welche Einstellung zu Recht und Gesetz in seinen Äußerungen zu Tage treten. Der Staat schützt nämlich in Deutschland Schuldner in einer Art und Weise, die so manchem Gläubiger die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Manche Gläubiger haben in ihrer Not schon zu "Russischem Inkasso" oder Rumänischem Inkasso gegriffen - um sich danach selbst vor dem Kadi wieder zu finden - angeklagt und verurteilt wegen Selbstjustiz. Dabei handelte es sich doch nur um Notwehr. Ich will solche Formen der Selbstjustiz nicht gut heissen, aber eine Durchleuchtung der Kunden auch hinsichtlich ihres Umfeldes sollte Ehrensache sein.

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Thorsten Haupts
Thorsten Haupts (ThorHa) - 11.06.2012 15:09 Uhr

Welche Grundsatzdebatte? Gegenüber Facebook ist man nackt, Datenschutzbestimmungen

kennt facebook nicht mehr, nur noch Datennutzungsrechte, explizit. Daten der Nutzer sind vorhanden und werden (!) ausgewertet werden, daran ändert auch der vorübergehende Rückzieher der SCHUFA nicht das mindeste. Nutzer müssen das wissen, ab dem Wissen ist ihr Umgang mit diesem Wissen ihr Problem und nicht das der Gesellschaft. Die einzigen, um die man sich Gedanken machen muss, sind Jugendliche, Minderjährige. Erwachsene haben das volle Recht, vorsätzlich dumm zu sein, solange die Folgen dieser Dummheit nur sie selber treffen. Zumindest in solchen Gesellschaften ist das so, in denen das Leitbild des selbstverantwortlichen Individuums herrscht. Und exakt das ist die Grundlage einer demokratischen Rechtsordnung.

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klaus melzer
klaus melzer (dotschn) - 11.06.2012 13:39 Uhr

Ein Gesetz fehlt

Es fehlt ein Gesetz bzw. ein Paragraph, wie in Österreich. Dort ist die Datenschöpfung aus öffentlichen Daten heraus schlicht verboten. Im Fall des Falles genügt eine Aufforderung zur Unterlassung ansonsten wird es teuer. Das gilt für alle Bürger Österreichs. Erfolgreich durchgeklagt ist das auch.
Außerdem muß (nicht soll!) die Kreditwürdigkeit individuell ermittelt werden(Basel II)!
Scoring ist eigentlich verboten weil die Auskunfteien die Algorithmen nicht veröffentlichen können/wollen, wg Geschäftsgeheimnis.
Aber für einen einigermaßen fähigen Rechtsanwalt ist es kein Problem Scoring für sich selbst abzustellen.
Meine Kreditwürdigkeit kann nicht von der meiner Nachbarn/Bekannten abhängen!

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Bertram Schröder

Schade für Potsdamer Alt-Stasis

Das war doch eine tolle ABM für die bewährten Genossen.
Der DDR hat es aber auch nicht weitergeholfen, aus zufällig vom Hörensagen erfahrenes die Menschen zu klassifizieren und zu drangsalieren. Zum Glück sind die Keller an der Normannenstraße noch nicht wieder in Betrieb. Die Schufa bewirkt lediglich, daß man auf einer Reise plötzlich ohne Geld da steht - bei ausreichendem Guthaben. Man ist halt zufällig durch ein Raster gefallen.

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Jan Meibach
Jan Meibach (Umpalump) - 11.06.2012 13:25 Uhr

Generationskonflikt

Ich denke, das Ganze wird sich spätestens dann ausschwitzen, wenn die heutigen "jungen Erwachsenen" das Alter derer erreicht haben, die heute Politik betreiben. Was das Internet eigentlich ist, und was eine soziale Konnektivität über das Internet für die "wirklichen" Nutzer - die nämlich nicht bloß E-Mails checken, sondern einen sozialen Teil ihres Lebens ins Internet verlagern - bedeutet, das hat jemand, der totale Überwachung fordert, nicht verstanden.

Ich nutze das Internet ebenfalls intensiv, das wäre für mich in etwa vergleichbar mit Kameras in meinem Haus. Und Schufa, Terroristenjäger & co könnten dann protokollieren wie ordnungsliebend ich bin, und wie viele Waffen ich im Schrank stehen habe (natürlich würden die Kameras nicht dazu missbraucht, die Interessen sämtlicher Industrielobbies zu befriedigen, wär käme darauf).

Und jetzt kommt bitte nicht mit: Selbst Schuld, wenn du so internetaffin bist. Das ist wie: Dioxinvergiftung? Selbst Schuld, wenn ihr so gerne Eier esst.

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jan liebhaeuser

Scheinheilige Diskussion?

Sind wie „Mitglieder“ der Sozialen Netzwerke wirklich so naiv und denken die Betreiber wie Facebook handeln aus reinem Gutmenschentum? Durch die Medienberichterstattung zu den Gefahren von sozialen Netzwerken, sollte doch - auch dem letzten RTL2 Zuschauer – bewusst sein das alles was in dies Netzwerke eingestellt wird auch verwertet wird. Sei es zu personalisierter Werbung, für Statistiken über Markenbindung oder eben als Grundlage für Rankings.
Der altbewerte Ausspruch: „Zeig mir mit wem Du gehst und ich sage Dir wer Du bist“ wird hier schlichtweg in die Jetztzeit übertragen. Eine Aufregung darüber ist reichlich scheinheilig.
Ob einem dies nun gefällt oder nicht, aber die Quelle der ausgewerteten Daten ist in 95% der Nutzer Selbs. Hier sollte es eine breite gesellschaftliche Diskussion geben. In der Aktuellen Lage stimmen die Nutzer mit ihren Füßen - respektive ihrer Tastatur - ab und posten fleißig weiter private Informationen in die Welt hinaus...

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Wolfgang Schmid

Auskunftei vs. Netzwissen

Eine der Schufa ähnlich Auskunftei hat mich vor einem Mietnomaden bewahrt, über den im öffentlich zugänglichen Internet nur Gutes zu lesen war. Dass gegen ihn ein Haftbefehl bestand, wussten Google etc. nicht...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 10:49 Uhr
Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 12.06.2012 10:49 Uhr

Vertragsfreiheit

die Auskünfte der Schufa und ähnlicher Auskunfteien beziehen sich auf statistische Ausfallwahrscheinlichkeiten aufgrund einer Vielzahl mehr oder auch weniger harter Fakten. "Falsche Gründe" für die Ablehnung einer Vertragsbeziehung sind nicht der Fehler der Schufa sondern das Ergebnis der sinnvollen Beurteilung der mitgeteilten Details durch denjenigen, der die Auskunft anfordert. Das Ergebnis, der Scoring-Wert, ist daher als "Vorschlag" zu verstehen.

Wer sich als Auskunfteinholender nur auf das Ergebnis stützt, vielleicht, weil er sich die Details selbst zu beurteilen nicht zutraut, ist vielleicht nicht sehr schlau (die Auskunft könnte ja auch zu positiv ausgefallen sein, wer weiß das schon so genau), ist aber damit auch im Recht, wenn er damit denjenigen, der die Auskunft einholt, "Unrecht" tut, denn als privater ist jeder frei in der Wahl seiner Kriterien. Es kann nun einmal keinen Anspruch darauf geben, "zutreffend" beurteilt zu werden, wie sollte das wohl funktionieren.

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 11.06.2012 15:11 Uhr

Falsch gedacht!

Genau dieser Fall darf in der Schufa / Auskunftei notiert werden. Ebenso, wenn jemand Kredite hat.
Wenn ich aber bei Ihnen keine Wohnung bekomme, weil ich (für Normalmenschen) nicht nachvollziehbaren Gründen als "Risiko" eingestuft bin, sieht das anders aus. Ich könnte doch der Idealmieter für Sie sein, wohne aber - nur um ein Beispiel zu nennen - in einer "falschen" Gegend. Mit ebensolchem "scoring".

Und wenn: Wenn im Internet über eine Person "nur Gutes" zu lesen war, dann doch auch für die Schufa! Sie nennen genau die Problematik!

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Wolfgang Kotowski

Gesamtgesellschaftl. Nutzen der Schufa

Durch faule Kredite von u.a. Privatverbrauchern können Volkswirtschaften in Schieflage kommen. z.B. USA und Spanien ( Hypotheken an Leute vergeben, die diese aus dem Spekulationsgewinn tilgen wollten). Auch in D nimmt die Zahl der Privatinsolvenzen zu.

Es gibt also dringenden Handlungsbedarf die faulen Eier auszusortieren.

Wenn also nach sanften Methoden gesucht wird, denen man leicht Hinterhältigkeit unterstellen kann, ruft man geradezu Kritik hervor. Dann doch besser frontal das Problem lösen und einen Stempel "nicht kreditwürdig" in den Perso, alle 2 Jahre überprüft (wie beim TÜV). Dagegen wird es dann von Kritikern an den jetzigen Forschungen sicher keine Einwände geben, oder?

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.06.2012 13:34 Uhr
Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 11.06.2012 13:34 Uhr

Faule Kredite und Ausverkauf der Grundrechte

Danke, Herr Neubert, für diese absolut notwendige Klarstellung. Ich bin entsetzt von der Vorstellung, dass der Bürger sich nach Vorstellung nicht nur der Schufa, sondern auch einiger FAZ-Kommentatoren restlos den Profitinteressen der Privatwirtschaft unterwerfen soll. Das hat mit liberalem (übrigens auch mit neoliberalem) Denken wenig zu tun.
Im Übrigen, Herr Kotowski, ist es nicht allein der unkluge Privatverbraucher, der Volkswirtschaften in Schieflage bringt. Dazu gehören mindestens zwei: Der Konsument und der Kreditgeber, der ihn als Schuldner annimmt. Natürlich muss keine Bank der Welt einem Geringverdiener auch nur einen Cent für einen Hauskauf leihen. Wenn sie es dennoch tut, so geht sie ein wirtschaftlich hohes Risiko ein. Sie scheinen sich daran gewöhnt zu haben, dass solche Risiken mittlerweile generell sozialisiert werden. Ich werde mich nicht damit abfinden, diese Mißwirtschaft der Finanzbranche durch einen Ausverkauf meiner Rechte mit zu bezahlen.

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Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 11.06.2012 13:01 Uhr

@ Andreas Neubert

die Schufa fällt keine "Urteile", das ist Unsinn. Sie erstellt aus dem bisherigen Konsumentenverhalten (soweit ihr bekannt) eine Prognose über die finanzielle Zuverlässigkeit einer Person, und das ist vollkommen in Ordnung. Würden mehr Geschäftsleute aber auch private für Geschäftsabschlüsse diese und ähnliche Dienste nutzen, gäbe es weniger häßliche Überraschungen nicht gezahlter Rechnungen und daraus u.U. eigener wirtschaftlicher Schwierigkeiten, die in der Summe schon manchem "kleinen" Handwerker die Existenz gekostet haben.

Im übrigen kann jeder die über ihn erfaßten Daten dort erfahren, und falsche Informationen berichtigen lassen. Daß die Schufa ihr "Rechenwerk" nicht herausrückt, ist zwar in gewisser Weise ärgerlich, aber durchaus berechtigt.

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Andreas Neubert

@Wolfgang Kotowski

Zwei wichtige Prinzipien einer Demokratie sind die Unschuldsvermutung und Transparenz. Eine Argumentation nach dem Motto "Jeder ist schuldig solange nicht seine Unschuld bewiesen ist" ist zutiefst undemokratisch. Und ebenso undemokratisch ist die Untransparenz der Schufa, die sich nicht in die Karten schauen lässt, wie denn ihre Rankings über die Bürger zu stande kommen. Jeder Angeklagte in unserem Rechtssystem hat das Recht jederzeit darüber Auskunft zu erhalten, welchen Vergehens er angeklagt ist. Ausgerechnet ein Privatunternehmen wie die Schufa unterliegt keinerlei Rechtfertigung für seine Urteile.

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Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 11.06.2012 11:43 Uhr

die Ironie der Geschichte ist,

daß die Erhebungen der Schufa ihren Schwerpunkt von harten Fakten in das wolkige Feld der Beliebigkeit verlagern und damit die Scorings an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Und wenn irgendwann durch die zunehmende Anzahl als "bedenklich" eingestufter Tatbestände der Prozentsatz wünschenswerter Geschäftskontakte auf einen abnehmenden Teil der Bevölkerung beschränkt wird, wird sich die Wirtschaft selbst die Frage nach der Sinnhaftgkeit solch um sich greifender Kaffeesatzleserei stellen, denn irgendwann wird sich die Erkenntnis durchsetzen, daß sie sich auf diese Art und Weise der Filterung selbst viele potentielle Kunden vorenthält, das Verfahren also ökonomisch kontraproduktiv ist.

Und dann bekommt die Schufa ein Problem.

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 11.06.2012 11:27 Uhr

Ein Fall für Gesetzgeber und Dienstherren

Ich teile die Meinung, dass die Sache nicht mit dem Rückzug des Forschungsauftrags erledigt sein kann. Es darf nicht geschehen, dass ein vom Gesetzgeber so großzügig privilegiertes Unternehmen wie die Schufa derart sträflich gegen die im Grundgesetz verankerten Freiheitsgrundsätze verstößt. Hier wäre dringend eine Überprüfung der Vorrechte notwendig. Es kann aber auch nicht angehen, dass ein Professor einer deutschen Universität einen Auftrag annimmt, der die Werte des Grundgesetzes mit Füßen tritt. Jenes Verfassungsdokuments, auf das er bei seiner Berufung einen Eid geleistet hat! Auch hier wäre m.E. eine dienstrechtliche Untersuchung dringend geboten.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.06.2012 14:42 Uhr
Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 11.06.2012 14:42 Uhr

@ Erich Jansen

Sie haben meine Logik keineswegs verstanden. Vermarktung öffentlich zugänglicher Informationen ist Schicksal, nichts anderes habe ich geschrieben. Und der Umfang der Vermarkung hängt von dem ab, was man (leichtsinnigerweise) von sich Preis gibt und vor allem, in welchem Rahmen. Auch das ist ein Teil der informatorischen Selbstbestimmung, mediale Mündigkeit. Wenn Sie Ihren Brief "offen" versenden, können Sie gleich eine Postkarte verwenden (die ist von Postgeheimnis nicht geschützt), das ist der Unterschied zum verschlossenen Umschlag, der von niemandem außer dem berechtigten Empfänger geöffnet werden darf.

Im übrigen haben die Ansichten des Professors mit dem eigentlichen Thema (Datenerhebung aus soz. Netzwerken) derzeit nur am Rande zu tun und lenken von der Hauptsache ab: der nicht möglichen zweifelsfreien Identifizierbarkeit aufgefundener Daten, nicht irgendwann, sondern "jetzt". Das ist der Hauptfeind, nicht irgendwessen möglicher Profit, weil Sie auf Werbung reagieren.

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Doris Jung
Doris Jung (DorisJung) - 11.06.2012 13:26 Uhr

Bedenklich ist für mich,

dass die Schufa Erkenntnisse aus Einträgen bei facebook auswerten wollte, weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass nirgendwo so gelogen wird wie im www...

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Erich Jansen
Erich Jansen (Nonosus) - 11.06.2012 13:23 Uhr

Vermarktung als rechtliche Verpflichtung?

Wenn ich Ihre Antwort richtig verstehe, dann ist Vermarktung nicht nur Schicksal, sondern sogar Bürgerpflicht. Man lernt ja nie aus!
Zunächst einmal: Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist zwar im Grundgesetz nicht ausdrücklich verankert, durch das BVerfG aber als Teil des Allgemeinen Persönlichkeitsrechtes anerkannt und in der EU-Grundrechtecharta enthalten.
Dazu gehört auch der im Artikel erwähnte Datenschutzgrundsatz der Zweckmäßigkeit. Die ins soziale Netzwerk eingestellten Daten sind eben nicht zur wirtschaftlichen Verwertung bestimmt. Schon gar nicht via eines staatlich organisierten digitalen Fingerabdrucks durch feste IPv6, dessen informationelle Nutzung dann einem Privatunternehmen übertragen wird. Nach Ihrer Logik könnte man gleich noch das Briefgeheimnis aufheben, denn wenn ich Freunden schreibe verlassen die Informationen ja auch meine vier Wände.
Wir dürfen es nicht zulassen, dass das Recht auf Profit über alle anderen Rechte gestellt wird.

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Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 11.06.2012 12:45 Uhr

Sie irren!

weder an dem Anliegen der Schufa, ihre Wissensbasis zu verbreitern, noch an dem Forschungsauftrag ist irgendetwas rechts- oder gar grundgesetzeswidrig. Wer öffentlich seine Vorlieben zur Schau stellt, muß damit leben, daß diese nicht nur von "besten Freunden" zur Kenntnis genommen sondern darüberhinaus von Interessierten ausgewertet und "vermarktet" werden. Das war schon immer so. Es handelt sich allenfalls um eine ethische Frage, wo der zu schützende intimste Privatbereich endet und der öffentliche Raum beginnt, aber mit der Frage zu schützender Informationen muß sich zuallererst der Teilnehmer selbst befassen.

Eine andere Frage ist die der Zuverlässigkeit der auf diese Weise erhobenen Erkenntnisse, und damit die Sinnhaftigkeit des ganzen. Denn nicht nur der "falsch" bewertete Kunde hat ein Problem, auch die Wirtschaft, die sich auf diese zweifelhaften Erkenntnisse stützt, und damit am Ende die Schufa schädlich und damit überflüssig wie einen Kropf werden läßt.

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Chris Chaix
Chris Chi (Chaix) - 11.06.2012 11:15 Uhr

Kredit auf Daten

Bei "Schufa" stößt es den meisten Verbraucher unangenehm auf, außer bei Gläubigen, Banken, Firmen usw. Verbraucherdaten welche bisher nicht gemeldet wurden sind Lücken- und fehlerhaft. Nur zu unrecht Betroffene melden sich bei Schufa für Richtigstellung ihrer Dateneinträge bei Schufa. Als Geschäftsmodel(Handel mit Verbraucherdaten) über facebook ist es genial. Verständlicherweise und wegen Monopolstellung und Unsicherheit sollten alle Verbraucher gegen das neue Schufamodel votieren bzw. boykottieren!

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 11.06.2012 10:54 Uhr

Übergriff

Daß eine Stelle geschaffen wird, bei der Kredite zentral gespeichert werden und damit erlaubt, Kreditgebern eine Information zu liefern, ist legitim.
Nicht zu begrüßen ist, wenn diese Stelle ihre Aufgaben ständig ausweitet, bzw. mit Methoden "verfeinert", die als übergriffig zu bezeichnen sind. Dazu bedient man sich im Furor auch eher pseudowissenschaftlicher Ansätze, jedenfalls solcher, die zu dubiosen Ergebnissen führen. Eine Qualitätsverbesserung ist dadurch nicht gegeben, aber so etwas läßt sich dem Kunden natürlich als Verfeinerung verkaufen. Daß die Ergebnisse zu völlig abwegigen Beurteilungen führen können, da sie nicht auf den Einzelfall, sondern auf die Masse (scoring!) abgestellt sind, wird nicht berücksichtigt.
Dem Kreditnehmer, wie manchmal dreist behauptet wird, dient das Ganze nicht. Aber Big Brother.

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