14.07.2005 · Thilo Kleine, zuvor schon beurlaubter Geschäftsführer der Bavaria, ist fristlos entlassen worden. Nach dem Skandal um Schleichwerbung in ARD-Serien sei das Vertrauensverhältnis zu ihm zerstört gewesen, heißt es.
Bavaria-Geschäftsführer Thilo Kleine ist fristlos hinausgeworfen worden. Er war zunächst wegen unzulässiger Schleichwerbung vor allem in der ARD-Serie „Marienhof“ nur abgemahnt, aber letzten Freitag beurlaubt worden.
Am Donnerstag hörte die Gesellschafterversammlung der Bavaria Film GmbH auf ihrer außerordentlichen Sitzung in München Kleine zu den Vorwürfen an und beschloß danach, ihm fristlos zu kündigen. Zur Begründung hieß es, daß das Vertrauensverhältnis der Gesellschafter zu ihm so nachhaltig gestört sei, daß eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit nicht mehr gewährleistet werden könne.
Noch keine Begründung
Da eine detaillierte Begründung der fristlosen Kündigung für ein etwaiges arbeitsrechtliches Verfahren besondere rechtliche Bedeutung hätte, werde von einer Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt abgesehen, hieß es weiter. Bis auf weiteres wurde dem Geschäftsführer Dieter Frank kommissarisch die Gesamtverantwortung für die Bavaria Film GmbH übertragen.
Für die Gesellschafter der Bavaria - das sind Rundfunkanstalten der ARD - erklärte SWR-Intendant Peter Voß: „Mit der sofortigen Trennung von Herrn Professor Kleine machen wir den Weg frei für einen Neuanfang bei der Bavaria.“ Er fügte hinzu, durch die Fälle von Schleichwerbung sei ein erheblicher Schaden entstanden. „Ebenso klar ist aber auch, daß wir uns dem Problem schnell gestellt und die Lehren daraus gezogen haben.“
Laut Bavaria wurde insgesamt Schleichwerbung für 1.476.000 Euro vor allem in der Serie „Marienhof“ (80 Prozent) und in der Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ (20 Prozent) untergebracht. Die Prüfer stießen auch auf drei Fälle von Schleichwerbung beim „Tatort“. Am Mittwoch war ein neuer Fall im Kieler „Tatort“ bekannt geworden. Die Produktionsfirma Studio Hamburg feuerte ihren Geschäftsführer Frank Döhmann.