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Salomon Korn zum Fall Augstein „Das Wiesenthal-Zentrum kennt die deutschen Verhältnisse nicht“

 ·  Für Salomon Korn ist Jakob Augstein kein Antisemit. Im Gespräch erklärt der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, warum er den Verleger vor dem Vorwurf des Wiesenthal-Zentrums in Schutz nimmt.

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Dieser Vorgang kennzeichnet ..

.. die wahnhaften Reflexe von Herrn Broder. Wenn Israelis oder ihnen Nahestehende nicht endlich differenzieren zwischen Kritik an Israels Politik und religiösen Anfeindungen, ist der Begriff Antisemitismus nur noch eine Karikatur und die halbe denkende Bevölkerung wäre verdammungswürdig. Es soll auch Durchgeknallte in anderen Religionsgemeinschaften geben.

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Horst Schmidt

Auch ich erkläre mich mit Jakob Augstein solidarisch

Zugegeben, es gibt Antisemiten in Deutschland - das ist beschämend.
Zugegeben, viele bei uns stellen sich die Lösung des Nahost-Konflikts etwas zu einfach vor.

Aber sind Menschen, die dies tun oder Israels Siedlungspolitik kritisieren deshalb Antisemiten? Ich habe Herrn Augsteins Kommentare des öfteren gelesen - auf die Idee er sei Antisemit bin ich dabei nie gekommen.
Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Wiesenthal-Zentrum ist sich hier nicht zu schade mit dem Mittel der Diffamierung Politik zu machen.

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Jochen Wagner

Korn versucht zu relativieren und doch behauptet auch er, dass der Kern des Problems ...

... die aus Deutschland immer sehr lustvoll an Israel geübte Kritik sei und dass es hierbei um Schulddruckentlastung ginge.

Dazu Folgendes: Ich, der ich Israel und insbesondere dessen Einwohner hochachte; der ich also ganz konkret weder was gegen Juden habe, noch in der israelischen Regierung einzig nur Scharfmacher am Werk sehe, übe durchaus Kritik an Israel. Aber ich tue das mitnichten "immer sehr lustvoll".

Ich, der ich ob der Schäden, die der Nazismus an den Völkern und gerade auch am eigenen Volk angerichtet hat, voller Gram bin, sehe keinerlei Schuldgefühle in mir walten. Im Gegenteil. Als "Nachgeborener" sehe ich bei mir das Vermögen, Schuldfragen differenziert zu betrachten, als eher besser denn schlechter ausgeprägt an und kann infolgedessen Sünde ausmachen, wo sich ein Volk in den es selbst elementar betreffenden Fragen von Politikern an der Nase herumführen lässt. Heute wie damals. Hier wie dort.

Die gegen A zu vernehmenden Anwürfe empfinde ich mithin als geradezu ätzend.

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 05.01.2013 11:08 Uhr

Auch das SWC kann sich vielseitig aufklären

Ein Interview, in dem Herr Korn Jakob Augstein UND das Wiesenthal-Zentrum entlastet und gleichzeitig Herrn Bommarius von der FR, sowie Zeitgenossen, die sich ebenfalls "anmaßen", israelische Politik zu kritisieren, belastet.

Fü Herrn Korn ist diese Kritik so eine Art "lustvolle Entlastungsstrategie", quasi als Umkehrung der Tatsache, dass einst Deutsche Täter waren und jetzt - siehe da - Israel.

Wenn ich Kritik an Israel übe, erlebe ich keine "lustvolle Entlastung", sondern Traurigkeit und Fassungslosigkeit, die gleichen Gefühle die mich beherrschen, wenn ich über die Zeit des Nationalsozialismus lese oder manches Vorgehen in der heutigen Welt-Politik sehe.

Auch Herrn Bommarius v.d. FR habe ich anders verstanden als Herr Korn. Ich las aus diesem bemängelten Satz das Wissen um unseren demokratischen Rechtsstaat, in dem jeder seine Meinung ohne Gefahr vor Sanktionen schreiben und sagen darf und keine "untergründigen" Dinge mit dem Wunsch nach Sanktionen.

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Dirk  Lehmann

Das SWC ruft zu Aktionen gegen Friedensnobelpreisträger und EX-US-Präsident Carter auf

Ein Besuch der website des SWC ist sehr aufschlussreich.

Dort wird tatsächlich dazu aufgerufen, Aktionen gegen Ex-Präsident Carter zu starten.

Unter "ACT" wird Carter auf einer Liste zwischen dem irnischen Präsidenten und Holocaust-Leugnern eingeklemmt und unerträglich Hetze gegen ihn betrieben.

• “occupation and colonialization” of the West Bank and Gaza is the reason there is no peace.
• ‘Wall’ has virtually choked-off the Palestinian economy and in many ways is worse than South Africa’s former Apartheid system.
• The actions of Israeli governments do not reflect the will of the people who, in polls consistently show that Israelis overwhelming support a two-state solution.
• President Carter blames “

Die Leute vom SWC sind keineswegs "schlecht informiert" und es ist auch keine kleine Organisation, wie Korn manipulierend und verharmlosend behauptet, sie überziehen JEDEN, der sich berechtigt kritisch zu israelischer Politik äussert, mit Hetzkampagnen. Sogar Präsident Carter...

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Jens Hunger
Jens Hunger (hero02) - 05.01.2013 09:29 Uhr

problem broder

Broder hat es sich so einfach vorgestellt und nun fällt es auf ihn zurück. Sein albernes Gegacker wird nicht mehr ernst genommen. Das kann uns völlig schnurzpiepe sein. Was uns nicht schnurzpiepe sein kann ist, daß die wirklichen Antisemiten, die es ja in reichlicher Zahl gibt, sich nun ins Fäustchen lachen, sie werden jetzt immer auf diese alberne Geschichte verweisen können: Schaut her, der Vorwurf des Antisemitismus ist beliebig und willkürlich und erfolgt nur aus persönlichen Rachegelüsten.
Und hier muss man erkennen, daß das Treiben eines Broders eben nicht nur albern und kleingeistig ist, sondern eben auch gefährlich.

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Tasos Costeas
Tasos Costeas (Tasos) - 05.01.2013 08:43 Uhr

Korrektur ist angesagt

Das SWC hat ein schwerer Fehrer gegen den unabhaengigen Journalismus begangen. Die renomierte Institution befindet sich zwischen in der Falle zwischen Populismus und Polemik. Es gibt jedoch aber immer noch ein Ausweg. Und das waere die sofortige Korrektur dieser Liste bevor es mehr Freunde verliert.

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Peter Gorski

Sehr geehrter Herr Korn, mir macht es keine *Lust* Israel, Juden oder Sie persönlich zu kritisieren!

Es ist doch eher genau das Gegenteil!
Ich hab immer noch die Vorstellung auf einem schmalen Brett zu stehen, voll Fettnäpfchen und immer die Antisemitismus Keule im Auge behaltend.
Da ist wenig Platz für* lustvolle Kritik* an Israel oder Juden, wie ich gerade bei der Beschneidungsdebatte in D. mirverfolgen durfte. Da war auch wenig Lust um sachliche Argumente seitens der Glaubensgemeinschaften! Lustvolle Kritik verbietet sich auch beim Thema Bankenkrise und Bankerethik sobald ein Banker einen jüdisch klingenden Namen aufweist!
Immerhin haben Sie bei Herren Augstein den Vorwurf des Antisemitismus relativiert, aber nicht ohne ihn inhaltlich, fachlich zu diskreditieren und uns Deutschen gleichmal pauschal eine Lust zu unterstellen, die ich so nicht empfinden kann!
Wann werden wir endlich mal inhaltlich diskutieren können, ohne solchen Mechanismen und Strategien zu begegnen?

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Werner  Kiby

Bezueglich Broder...

... spuelt Herr Korn ziemlich weich, es geht nicht um seine "gelegentlich ueberbordende Polemik", sondern um seine systematische Hetze gegen die Angehoerigen einer anderen Religion und seine verbale Hinrichtung von Israelkritikern. Selbstverstaendlich waere jeder normale Buerger dafuer von der deutschen Justiz laengst belangt worden , nur bei Broder trauen sich Justiz und ein grosser teil Presse nicht so recht, das Kind beim Namen zu nennen, weil sie seine Schmaehkritik fuerchten: Er ist ein Hetzer im Stile Goebbels. Stattdessen erhaelt er auch noch Preise. Es war uebrigens der "Spiegel" , der ihm erstmals eine breite Plattform fuer seine Hetztiraden gab, und der war scherlich froh, als er zur "Welt" wechselte, wo er jetzt fuer Quote sorgt. Wer den wahren Broder kennenlernen will, lese mal im Internet seinen unverschaemten Briefwechsel mit dem Tuebinger Oberbuergermeister Boris Palmer.

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Falko Steinbach

Versöhnung

Sehr geehrter Herr Korn,

herzlichen Dank für Ihr versöhnliches Interview. Lassen Sie mich nur drei Anmerkungen dazu machen:
Ich teile nicht Ihre Meinung, "daß aus Deutschland immer an Israel sehr lustvoll Kritik geübt wird". Bitte anerkennen Sie die tiefe Sorge vieler Ihrer Mitbürger. Vielleicht bin ich naiv, aber ich denke, die überwiegende Mehrheit der Deutschen will Israel in friedlichen Grenzen und nicht vernichtet sehen. Auch treten wir alle für eine demokratische Meinungsfreiheit ein. In diesem Sinne verstehe ich den Satz von Christian Bommarius, daß wir glücklicherweise eben keine Diktatur sind, in der Broder möglicherweise verhaftet worden wäre. Ich verstehe den Satz nicht so, daß Herr Bommarius Herrn Broder verhaftet sehen möchte.
Und noch ein Letztes: Ich denke, die tiefenpsychologische Interpretation einer Schulddruckentlastung greift für meine Generation nicht mehr. Wir sollten da einen neuen Anfang finden in tiefer Verantwortung, nicht Schuld.

repektvoll

Falko Steinbach

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Oliver Titze
Oliver Titze (Flight) - 05.01.2013 02:05 Uhr

Alles ein wenig gelassener sehen aber nicht vergessen was geschah

Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie

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Hans Lutz Oppermann

Broder beschämt mich!

Der Journalist Broder bestreitet auf Nachfrage, mit der Listung des SWC etwas zu tun zu haben. Beschämend, ich nehme ihm das nicht ab! Es ist wenig glaubhaft. Broder sollte im Sinne Kants sein Verhalten überdenken und seine überspannte Polemik richtig stellen.

Broder ist wie die Politik der Administration Netanyahu nicht unfehlbar und noch weniger ist er sakrosankt.

Mit dem Hinweis auf Streicher und die Gestapo entlarvt sich Broder selbst als Brandstifter und nicht als Kämpfer für die Menschenrechte.

Es ist beschämend, dass erst Korn zu Wort kommen muss, damit der Unsinn Broders beim Namen genannt wird.

Der Schaden für die Interessen Israels und der Juden ist nach Broders Ausfällen groß. Es muss endlich Schluss sein mit dieser bornierten Polemik.

Reden wir darüber was Toleranz auszeichnet. Ohne das Momentum der Toleranz wird es keine Lösung der sozialen Frage in Israel und Gaza geben.

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Chris Elmser
Chris Elmser (MAR65) - 04.01.2013 22:32 Uhr

Der Kern des Problems...

Wenn diese Debatte dazu führt, dass sich ein paar mehr Leute darüber Gedanken machen, ob ihre Kritik an Israel wirklich so sachlich ist, wie sie glauben, oder ob doch "hier untergründig Dinge schlummern", das wäre auch schon was. Aber ich glaube nicht daran. Der Drang nach "Schulddruckentlastung" ist dann doch zu gross.

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Werner Hense
Werner Hense (wkhense) - 04.01.2013 21:51 Uhr

Zitat Salomon Korns: Das Zengtrum ist recht klein ...

Salomon Korn sagt:
"„Ich habe das Zentrum einmal besucht, es liegt in Kalifornien. Das Zentrum ist recht klein und nicht besonders gut ausgestattet. Es trägt einen bekannten Namen, als Institution selbst kommt es aber nicht an das Renommee seines Gründers Simon Wiesenthal heran.“

Bei Wikipeda findet man ein Bild des Wiesenthal-Zentrums in Kalifornien, das ein beachtlich grosses Gebäude zeigt??

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Peter Müller

Das soll wohl ein Witz sein?

Broder als einzige Referenz, um Leute zu den 10 gefährlichsten Antisemiten der Welt zu machen?
Ein persönlicher Rachefeldzug von Broder vielleicht? Damit hat sich die Reputation dieser Institution wohl abschließend in Luft aufgelöst.

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Matthias Katte
Matthias Katte (Hovac) - 04.01.2013 20:49 Uhr

"Liste der zehn gefährlichsten Antisemiten der Welt"

Hetzlisten,
damit erübrigt sich jede ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Organisation.

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Karola Schramm
Karola Schramm (Alorak) - 04.01.2013 20:49 Uhr

Verwirrend im Dschungel der Deutungshoheit

Ein schönes Interview mit einigen Überraschungen, z.B. "die lustvolle Entlastungsstrategie, die z.T. weit in die Familiengeschichte hineinreicht."
Hätte ich nicht gedacht, dass man auf so eine Idee kommen kann und Kritik so umdefinieren kann. Ein Meisterstück in Sophistik. Die Kritik wird nicht ernst genommen.

Gleiches gilt für die Aussagen über den "armen" Herrn Bommarius von der FR, der sich nun sagen lassen muss, dass in ihm "untergründige Dinge" schlummern, weil er schrieb, dass es für unseren Rechtsstaat spricht, dass Broder immer noch frei herumlaufen könne.

Dass mit diesem Satz lediglich die Presse- und Meinungsfreiheit gemeint ist ohne einen Wunsch nach Rückkehr in Diktatur und Gewalt, versteht Herr Korn gar nicht.

In Israel scheint alles anders, auch das Denken über Kritiker einer unmenschlichen Politik, die auch was mit Bush jr zu tun hat, denn er hatte angeordnet, keine Versöhnung mit Palästina und harte Schritte gegen die, die das anders sehen.

Schade für Israel.

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Hans-Jürgen  Steffens

Zwei (potenzielle) Missverständnisse

1. "Es gibt keine ultraorthodoxen Juden, die wie islamische Fundamentalisten ausgezogen sind, der Welt die eigene Kultur aufzuzwingen." Korrekt.

Dennoch versuchen sie dies im eigenen Lande und zwar mit einem Verhalten, dass von dem der "Religionspolizisten" in islamischen Ländern kaum zu unterscheiden ist.

In diesem Sinne wäre der Vergleich doch ganz und gar nicht "verfehlt".

2. "„Es spricht für den deutschen Rechtsstaat, dass Henryk Broder bis heute frei herumläuft.“ Stellen Sie sich das einmal vor! Mit anderen Worten: Wenn er, Bommarius, das Sagen hätte, würde Broder nicht mehr frei herumlaufen in unserem demokratischen Rechtsstaat."

Dies ist eine Lesweise/Interpretation der Aussagen von Bommarius, die man durchaus als infam bezeichnen könnte. Die naheliegendere Lesweise wäre doch: "Unser Rechtsstaat funktioniert und Broder liefert hierfür ein gutes Beispiel."

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Markus Meier

Endlich

Es ist geradezu erlösend, dass der ZdJ hier Herrn Augstein aus der Schusslinie nimmt.

Was das SWZ da geritten hat, ist mir völlig unverständlich, zumal Augstein, dessen Vater schon mal für die Pressefreiheit im Knast saß, dadurch einen hervorragenden Leumund hat.

Es geht mir völlig ab, wie der Sache gedient sein soll, wenn das SWZ die Schranke zum "Antisemitismus" so tief hängt. Wer kann dann diese Liste noch ernst nehmen, wenn man befürchten muss, dass jeder unliebsame Journalist auf diese Weise diffamiert werden kann?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.01.2013 00:17 Uhr
Dietmar Fleischhauer

Merkwürdige Argumentation

"zumal Augstein, dessen Vater schon mal für die Pressefreiheit im Knast saß, dadurch einen hervorragenden Leumund hat"

Mal unabhängig vom konkreten Thema: Inwiefern sollte die Knasterfahrung von Augstein senior den Leumund des Juniors ausstopfen? Vollkommen absurd.

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Harald Praßl

Eigentlich den Text richtig gelesen

In dem Bericht wird teilweise auch scharfe Kritik an Augstein geübt. Für mich ist Augstein ein Antisemit. Jemand, der so einseitig alles an Israel kritisiert, aber anscheinend die Misstände und den Judenhass der Hamas, der Palästinenser, des Irans, des gesamten Islams vollkommen ignoriert und leugnet, ist ein Judenhasser, ein Antisemit!

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04.01.2013, 19:49 Uhr

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