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Romantik-Museum Frankfurt Wie konnte das geschehen?

 ·  Frankfurt hatte das Land Hessen, den Bund und das Ausland für sein Romantik-Museum begeistert. Nun soll der Plan Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Das wäre eine gravierende Fehlentscheidung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)

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Markus Bachmann
Markus Bachmann (Herr_B) - 27.02.2013 11:01 Uhr

Denk ich an Deutschland in der Nacht...

Die Passage im Artikel - "aber längst nicht jeder Frankfurter Taxifahrer kennt die Adresse" - impliziert, dass es in Frankfurt und nicht nur dort vermutlich kaum Taxifahrer gibt, die in der Schule jemals etwas von Goethe gehört haben.
Aus meinem Unterricht (in der DDR) ist mir erinnerlich, dass wir die Romantik als eine wichtige geistige Strömung, u.a. als Gegenbewegung zur Aufklärung, behandelt haben und eine ganze Weile mit ihrem Erklärungspotential für das menschliche Dasein, nämlich in Bezug auf dessen irrationale Seite, konfrontiert wurden. Mein Literaturunterricht zielte immer sehr auf eine geistesgeschichtliche Komponente der Literatur und lehrte uns, in ihr stets nach dem Wesen des Menschen zu fragen. Für mich ist das ein anthropologischer Ansatz, den ich sehr wichtig finde und dessentwegen ich meiner Lehrerin noch heute dankbar bin.
Wenn ich hier einige Beiträge lese, bekomme ich Angst um die Pflege unseres geistigen Erbes (Vermögens?) - damit um unsere Selbstvergewisserung!

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Bettine Brentano

Gewährt ein ewig Sein.

Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.«

Wer sich dem Weltgewühl ergibt,
Der ist zwar nie allein.
Doch was er lebt und was er liebt,
Es wird wohl nimmer sein.

Nur wer der Muse hin sich gibt,
Der weilet gern allein,
Er ahnt, daß sie ihn wieder liebt,
Von ihm geliebt will sein.

Sie kränzt den Becher und Altar,
Vergöttlicht Lust und Pein.
Was sie ihm gibt, es ist so wahr,
Gewährt ein ewig Sein.

Es blühet hell in seiner Brust
Der Lebensflamme Schein.
Im Himmlischen ist ihm bewußt
Das reine irdsche Sein.

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martin fehlig

zeichen der zeit

ich kenne die tätigkeit des herrn ob zu wenig, aber er scheint die zeichen der zeit unwissentlich erkannt zu haben, so eine art diffuses gefühl: es stimmt was nicht. und tatsächlich, die töpfe sind leer. spanier und italiener wollen auch museen haben und die haben vorrang, hat gauck gesagt. und englisch sollen wir sprechen. welche sprache nutzte goethe? sehen sie.
und die städte brauchen ihre kohle für sinti und roma, wir sollen gefälligst solidarisch sein, hat gauck auch gesagt. die amazon wanderarbeiter hinter den sieben bergen bei den sieben paketen gehen eh nicht ins museum. sind zu müde, stand in der faz.
es gibt halt ein paar dinge, von denen wir uns verabschieden müssen.
schönen tag noch.

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Gerhard Storm

Wie konnte das geschehen? Ganz einfach: Der neue, topunfähige Frankf. OB-Noviz streckt dumm die

Hand darnach aus, das bei Arm u. Reich in Ffm. geschätzt wird, nämlich den hist. Frankfurter Kulturschätzen. Auch hier möchte der Dumme Expertise beweisen, ohne Rücksicht auf das Kunstbedürfnis der Bürger. Zuletzt unter Petra Roth, die ein großes Herz für die Kunst hatte, wurden die Theater angemessen gefördert. Dabei wurden die Kartenpreise so ausgerichtet, dass auch weniger Bemittelte sich einen Theaterabend leisten konnten. Die Qualität kam nicht zu kurz. Frankfurts Oper wird immer wieder zur besten von D gekürt. Und jetzt versetzt der OB den Frankfurter Bürgern einen Schock, indem er das Romatikmuseum sabotiert u. die Theaterpreise erhöhen möchte. Der OB-Novize, der unfähig ist, die Reinigung der Taunusanlage ohne Verwaltungsgericht u. 1000! Polizisten durchführen zu lassen, hat vor einiger Zeit den Frankf. Dummheitsrekord gebrochen. Die dreckigen Hinterlassenschaften seiner Sympathieträger bezahlten die Bürger, nicht er! OB Feldmann, hoffentlich bessert er sich, wenn möglich!!!

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Jörg Tiffert
Jörg Tiffert (Tiffy) - 23.02.2013 09:33 Uhr

Romantik - sagt der Name doch schon ...

ist was für Romantiker, wer braucht das?
Also her mit der Streichliste, besser wir behalten unsere Volksbühne die uns und der nachfolgenden Generation den Klassenkampf näher bringt.
Nur so argumentierten schon die Genossen des Arbeiter - und Bauern Staates, bis sie merkten, nur Klassenkampf verroht den Geist.
Aber vielleicht, besinnen sich der OB der Stadt Frankfurt und die anderen verantwortlichen ja noch und geben dem Museum der Romantik den gebührenden Platz in ihrer Stadtkasse.
Auf jeden Fall, ist dieser Artikel schon mal ein Anfang zum Wachrütteln!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.02.2013 10:44 Uhr
Markus Bachmann
Markus Bachmann (Herr_B) - 27.02.2013 10:44 Uhr

Unwissenheit

Wenn Sie sich mit der Kulturpflege der deutschen Nationallitaratur in der DDR sachlich befassen würden, dann würden Sie Ihren Leserbeitrag schnell und leise als Unfug ausstreichen.
Was Sie machen ist Ideologie und Klassenkampf - rein intentionales Urteilen auf der Grundlage von nicht vorhandenem Sachwissen, aber dafür durch eine scheinbar jahrelange und unüberprüfte Ideologiesierung geprägt.

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Karl - Heinz Steiner

Woher nehmen und nicht stehlen?

Ich bedauere die Aufgabe des Projektes, wie ich auch die mangelnde Unterstützung der Stadt für ein Chemie-/Industriemuseum - 2013: 150 Jahre Farbwerke Hoechst, das Firmenarchiv ist mit rund 7000 m Regale eines der umfangreichsten Chemiegeschichtlichen Archive - bedauere. Leifer fehlt es auch an der Unterstützung für ein Apfelweinmuseum.
2012:
Fundstücke in Baugrube des Historischen Museums:
Das Stadtparlament muss die Mehrkosten bewilligen, die durch Umplanung... entstehen. Kulturdezernent Felix Semmelroth bezifferte die Summe...auf 3,7 Millionen Euro. Zweifel, dieses Geld auszugeben, äußerte in der Sitzung niemand. Die Vorsitzende Heike Hambrock : „Alle sind glücklich.“
Palmengartengesellschaftshaus
Uwe Becker (CDU), „der schönste Saal in Frankfurt“. ... Wiedereröffnung des für für 40 Millionen Euro sanierten Gesellschaftshauses...
usw., usw.
Zu lange, zu gut gelebt!
Jetzt kommt man - angesichts der Folgekosten und knapper Mittel - an Grausamkeiten nicht vorbei.

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Heinz  Müller

Cui bono?

Wem nutzt so ein Museum?

a) Der Tourismuswirtschaft: Der Nutzen für die Volkswirtschaft wurde durch die Hotel-Steuersenkung deutlich reduziert. Außerdem sind Arbeitsplätze im Hotelgewerbe auch nicht wesentlich attraktiver als bei amazon.
b) Platz in der Gechichte (sic): Hier können sich auserwählte Kulturschaffende und Kulturverwaltende ein Denkmal setzen.

Wem nutzt des nicht: Schülern. Die freuen sich über einen Ausflugstag, aber der Bildungswert solcher Museen für Leute, die sie ohne großes Vorwissen betreten, ist minimal (wie auch bei vielen Kunstgalerien, deren Beschriftung sich primär an den Kenner wendet).

Wer bezahlt? Das gesamte Volk, vom Arbeiter bis zur Alleinerziehenden. Dann doch lieber mit dem Geld ein paar Straßen sanieren oder die Wartezeiten bei der Verwaltung vekürzen. Beides nutzt Wirtschaft und Bürgern.

Wenn das gutverdienende Bildungsbürgertum oder die wirtschaftlich irrelevaten Künstler so was brauchen, kann man ja entsprechende Ticketpreise verlangen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 22:48 Uhr
Michel Derner

Gerade Menschen wie Ihnen

wollten die Romantiker etwas entgegensetzen. Dass wir in Deutschland kein Museum für diese bedeutende Kulturströmung haben, die man als europäisches Phänomen auffassen muss, ist ein unhaltbarer Missstand. Die Kultur muss sich nicht gegen die Ökonomen rechtfertigen und die Kultur ist vor allem kein Alibiraum für reiche Schnösel; wie der Banker, der sich alle Monate einen Opernbesuch leistet, davon aber eigentlich nichts weiter versteht noch ihn begreift. Wenn Sie also meinen, dieses Museum würde keinen positiven Einfluss auf Schüler haben, dann frage ich mich, wieso damit in erster Linie Schüler angesprochen werden müssen? Die Romantik ist eine hochkomplexe Epoche, die die Deutschlehrer oftmals gar nicht richtig begreifen und darum auch nur unzureichend lehren können. Ein Romantikmuseum könnte sogar den Lehrern noch einiges beibringen.
Notfalls könnte ich mir das Museum auch in Jena oder Heidelberg vorstellen, doch um dem zuvorzukommen, werde ich einen Brief an den OB schreiben. MfG

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Jahrgang 1970, Redakteurin im Feuilleton.

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