22.02.2013 · Frankfurt hatte das Land Hessen, den Bund und das Ausland für sein Romantik-Museum begeistert. Nun soll der Plan Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Das wäre eine gravierende Fehlentscheidung.
Von Sandra KegelRichtlinien für Lesermeinungen
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Denk ich an Deutschland in der Nacht...
Die Passage im Artikel - "aber längst nicht jeder Frankfurter
Taxifahrer kennt die Adresse" - impliziert, dass es in Frankfurt
und nicht nur dort vermutlich kaum Taxifahrer gibt, die in der Schule
jemals etwas von Goethe gehört haben.
Aus meinem Unterricht (in der DDR) ist mir erinnerlich, dass wir die
Romantik als eine wichtige geistige Strömung, u.a. als
Gegenbewegung zur Aufklärung, behandelt haben und eine ganze Weile
mit ihrem Erklärungspotential für das menschliche Dasein,
nämlich in Bezug auf dessen irrationale Seite, konfrontiert wurden.
Mein Literaturunterricht zielte immer sehr auf eine
geistesgeschichtliche Komponente der Literatur und lehrte uns, in ihr
stets nach dem Wesen des Menschen zu fragen. Für mich ist das ein
anthropologischer Ansatz, den ich sehr wichtig finde und dessentwegen
ich meiner Lehrerin noch heute dankbar bin.
Wenn ich hier einige Beiträge lese, bekomme ich Angst um die Pflege
unseres geistigen Erbes (Vermögens?) - damit um unsere Selbstvergewisserung!
Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und läßt ihn seiner Pein.«
Wer sich dem Weltgewühl ergibt,
Der ist zwar nie allein.
Doch was er lebt und was er liebt,
Es wird wohl nimmer sein.
Nur wer der Muse hin sich gibt,
Der weilet gern allein,
Er ahnt, daß sie ihn wieder liebt,
Von ihm geliebt will sein.
Sie kränzt den Becher und Altar,
Vergöttlicht Lust und Pein.
Was sie ihm gibt, es ist so wahr,
Gewährt ein ewig Sein.
Es blühet hell in seiner Brust
Der Lebensflamme Schein.
Im Himmlischen ist ihm bewußt
Das reine irdsche Sein.
ich kenne die tätigkeit des herrn ob zu wenig, aber er scheint die
zeichen der zeit unwissentlich erkannt zu haben, so eine art diffuses
gefühl: es stimmt was nicht. und tatsächlich, die töpfe
sind leer. spanier und italiener wollen auch museen haben und die haben
vorrang, hat gauck gesagt. und englisch sollen wir sprechen. welche
sprache nutzte goethe? sehen sie.
und die städte brauchen ihre kohle für sinti und roma, wir
sollen gefälligst solidarisch sein, hat gauck auch gesagt. die
amazon wanderarbeiter hinter den sieben bergen bei den sieben paketen
gehen eh nicht ins museum. sind zu müde, stand in der faz.
es gibt halt ein paar dinge, von denen wir uns verabschieden
müssen.
schönen tag noch.
Wie konnte das geschehen? Ganz einfach: Der neue, topunfähige Frankf. OB-Noviz streckt dumm die
Hand darnach aus, das bei Arm u. Reich in Ffm. geschätzt wird, nämlich den hist. Frankfurter Kulturschätzen. Auch hier möchte der Dumme Expertise beweisen, ohne Rücksicht auf das Kunstbedürfnis der Bürger. Zuletzt unter Petra Roth, die ein großes Herz für die Kunst hatte, wurden die Theater angemessen gefördert. Dabei wurden die Kartenpreise so ausgerichtet, dass auch weniger Bemittelte sich einen Theaterabend leisten konnten. Die Qualität kam nicht zu kurz. Frankfurts Oper wird immer wieder zur besten von D gekürt. Und jetzt versetzt der OB den Frankfurter Bürgern einen Schock, indem er das Romatikmuseum sabotiert u. die Theaterpreise erhöhen möchte. Der OB-Novize, der unfähig ist, die Reinigung der Taunusanlage ohne Verwaltungsgericht u. 1000! Polizisten durchführen zu lassen, hat vor einiger Zeit den Frankf. Dummheitsrekord gebrochen. Die dreckigen Hinterlassenschaften seiner Sympathieträger bezahlten die Bürger, nicht er! OB Feldmann, hoffentlich bessert er sich, wenn möglich!!!
Romantik - sagt der Name doch schon ...
ist was für Romantiker, wer braucht das?
Also her mit der Streichliste, besser wir behalten unsere
Volksbühne die uns und der nachfolgenden Generation den
Klassenkampf näher bringt.
Nur so argumentierten schon die Genossen des Arbeiter - und Bauern
Staates, bis sie merkten, nur Klassenkampf verroht den Geist.
Aber vielleicht, besinnen sich der OB der Stadt Frankfurt und die
anderen verantwortlichen ja noch und geben dem Museum der Romantik den
gebührenden Platz in ihrer Stadtkasse.
Auf jeden Fall, ist dieser Artikel schon mal ein Anfang zum Wachrütteln!
Unwissenheit
Wenn Sie sich mit der Kulturpflege der deutschen Nationallitaratur in
der DDR sachlich befassen würden, dann würden Sie Ihren
Leserbeitrag schnell und leise als Unfug ausstreichen.
Was Sie machen ist Ideologie und Klassenkampf - rein intentionales
Urteilen auf der Grundlage von nicht vorhandenem Sachwissen, aber
dafür durch eine scheinbar jahrelange und unüberprüfte
Ideologiesierung geprägt.
Woher nehmen und nicht stehlen?
Ich bedauere die Aufgabe des Projektes, wie ich auch die mangelnde
Unterstützung der Stadt für ein Chemie-/Industriemuseum -
2013: 150 Jahre Farbwerke Hoechst, das Firmenarchiv ist mit rund 7000 m
Regale eines der umfangreichsten Chemiegeschichtlichen Archive -
bedauere. Leifer fehlt es auch an der Unterstützung für ein Apfelweinmuseum.
2012:
Fundstücke in Baugrube des Historischen Museums:
Das Stadtparlament muss die Mehrkosten bewilligen, die durch
Umplanung... entstehen. Kulturdezernent Felix Semmelroth bezifferte die
Summe...auf 3,7 Millionen Euro. Zweifel, dieses Geld auszugeben,
äußerte in der Sitzung niemand. Die Vorsitzende Heike
Hambrock : „Alle sind glücklich.“
Palmengartengesellschaftshaus
Uwe Becker (CDU), „der schönste Saal in Frankfurt“. ...
Wiedereröffnung des für für 40 Millionen Euro sanierten Gesellschaftshauses...
usw., usw.
Zu lange, zu gut gelebt!
Jetzt kommt man - angesichts der Folgekosten und knapper Mittel - an
Grausamkeiten nicht vorbei.
Wem nutzt so ein Museum?
a) Der Tourismuswirtschaft: Der Nutzen für die Volkswirtschaft
wurde durch die Hotel-Steuersenkung deutlich reduziert. Außerdem
sind Arbeitsplätze im Hotelgewerbe auch nicht wesentlich
attraktiver als bei amazon.
b) Platz in der Gechichte (sic): Hier können sich auserwählte
Kulturschaffende und Kulturverwaltende ein Denkmal setzen.
Wem nutzt des nicht: Schülern. Die freuen sich über einen
Ausflugstag, aber der Bildungswert solcher Museen für Leute, die
sie ohne großes Vorwissen betreten, ist minimal (wie auch bei
vielen Kunstgalerien, deren Beschriftung sich primär an den Kenner wendet).
Wer bezahlt? Das gesamte Volk, vom Arbeiter bis zur Alleinerziehenden.
Dann doch lieber mit dem Geld ein paar Straßen sanieren oder die
Wartezeiten bei der Verwaltung vekürzen. Beides nutzt Wirtschaft
und Bürgern.
Wenn das gutverdienende Bildungsbürgertum oder die wirtschaftlich
irrelevaten Künstler so was brauchen, kann man ja entsprechende
Ticketpreise verlangen.
Gerade Menschen wie Ihnen
wollten die Romantiker etwas entgegensetzen. Dass wir in Deutschland
kein Museum für diese bedeutende Kulturströmung haben, die man
als europäisches Phänomen auffassen muss, ist ein unhaltbarer
Missstand. Die Kultur muss sich nicht gegen die Ökonomen
rechtfertigen und die Kultur ist vor allem kein Alibiraum für
reiche Schnösel; wie der Banker, der sich alle Monate einen
Opernbesuch leistet, davon aber eigentlich nichts weiter versteht noch
ihn begreift. Wenn Sie also meinen, dieses Museum würde keinen
positiven Einfluss auf Schüler haben, dann frage ich mich, wieso
damit in erster Linie Schüler angesprochen werden müssen? Die
Romantik ist eine hochkomplexe Epoche, die die Deutschlehrer oftmals gar
nicht richtig begreifen und darum auch nur unzureichend lehren
können. Ein Romantikmuseum könnte sogar den Lehrern noch
einiges beibringen.
Notfalls könnte ich mir das Museum auch in Jena oder Heidelberg
vorstellen, doch um dem zuvorzukommen, werde ich einen Brief an den OB
schreiben. MfG