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Römisches Schlachtfeld entdeckt Die Germanen in den Sumpf treiben

 ·  Am Harzhorn haben Archäologen ein römisches Schlachtfeld aus dem dritten Jahrhundert entdeckt. Der einzigartige Fund spricht dafür, dass sich die Römer nach der Niederlage in der Varus-Schlacht nicht völlig aus Germanien zurückzogen.

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Dass die Römer im dritten Jahrhundert gegen die Germanen kämpften, ist keine Sensation - dass man eines dieser Schlachtfelder gefunden hat, schon. Noch ist das Fundmaterial für eine „Schlacht“ vergleichsweise mager, stehen die Ausgrabungen erst am Anfang, aber so viel ist klar: In der Gemarkung Oldenrode bei Kalefeld im Landkreis Northeim haben sich Römer und Germanen ein erbittertes Gefecht geliefert. Ein offenbar von Nord nach Süd marschierender römischer Verband geriet am sogenannten Harzhorn, einem von Ost nach West ziehenden Höhenrücken, in einen germanischen Hinterhalt und musste sich darauf den Weg freikämpfen.

Wie er das tat, beweist, dass es sich wirklich um römische Truppen handelte. Denn die geborgenen Stücke sind Geschosspfeile und Katapultbolzen, wie sie nur von der imperialen Feldartillerie verschossen wurden, beispielsweise vom Typ Scorpio, einem Torsionsgeschütz. Es war leicht transportierbar, einfach zu bedienen und durchschlug auf mehrere hundert Meter jeden Schild und jede Rüstung. Im Gelände haben die Archäologen mit auf Stöcken aufgesteckten Tennisbällen markiert, wo die Salven einschlugen. Unterstützt wurde der Angriff von orientalischen Bogenschützen. Ihre charakteristischen dreikantigen Pfeile fanden sich ebenfalls. Dem Beschuss mit Fernwaffen folgte ein Infanterieangriff. Ihn gegen den von Germanen besetzten Hang vorzutragen war sicherlich Schwerstarbeit. Seine Stoßrichtung bis hinauf auf die Kammhöhe lässt sich an den verlorenen Eisennägeln der Sandalen verfolgen, der klassischen Fußbekleidung der Legionäre.

Kein Hinweis auf den germanischen Gegner

Mit aller Vorsicht schätzt die Kreisarchäologin Petra Lönne die Stärke der Römer auf eine Abteilung von vielleicht tausend Mann. Sie führte auch einen Tross mit sich. Ein schön gearbeitetes Stück einer Wagenaufhängung, Radnaben, eine Pionieraxt und ein Zelthering belegen es, dazu auch ein eiserner Pferdeschuh, eine Steighilfe, die man für Transportmaultiere in schwerem Gelände einsetzte, da Hufeisen noch nicht in Gebrauch waren.

Die Römer siegten. Jene verräterischen Kleinteile, die beim Fleddern der Toten von Rüstungen, Helmen und Kleidung abreißen und die zu Hunderten auf dem wahrscheinlichen Varusschlachtfeld von Kalkriese geborgen wurden, fehlen. Bislang gibt es außer ein paar Speerspitzen keine Hinweise auf die germanischen Gegner. Ebenfalls zu klären bleibt, warum die an Metall immer interessierten Stammeskrieger die römischen Geschosse liegen ließen. Vielleicht, vermutet der Archäologe Achim Rost, weil sie sich zu tief in den Boden eingebohrt hatten.

Entlang einer klassischen Route

Wann hat sich das Gefecht abgespielt? Der einzigen gefundenen Münze mit dem Porträt des Kaisers Commodus (180-192) - die ja nicht unbedingt mit dem Kamp im Zusammenhang stehen muss - springt eine Schwertscheidenverzierung zur Seite, deren Ornamentik sich eindeutig der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts zuordnen lässt. Endgültige Bestätigung dieser Zeitstellung lieferte eine C14-Datierung aus den Holzresten eines Geschützpfeils.

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